• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Vortrag über landschaftsbezogenes Bauen und Renovieren im Naturpark-Informationshaus Vier Referenten lieferten detaillierte Informationen


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und der Arbeitskreis Energie und Verkehr hatten zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Titel „Landschaftsbezogenes Bauen“ und Renovieren im Niederbayerischen Raum eingeladen. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann konnte ca. 70 Teilnehmer im Naturpark-Informationshaus begrüßen. Auch Dr. Paul Kestel und Willi Baumgartner vom Arbeitskreis Energie und Verkehr gingen bei ihren kurzen Begrüßungen auf die Bedeutung des Themas ein.

Justus Müller und Anna Maria Kilger befassten sich schon seit Jahren im Rahmen des Agenda - Arbeitskreises mit dem Landschaftsbezogenen Bauen und stellten mit Dias positive wie negative Beispiele vor. Die meisten Fehler bei Gebäude Neubauten oder Renovierungen bestehen darin, dass die Proportionen nicht zusammenpassen. Vielfach sitzen runde Erker an relativ kleinen Gebäuden oder kleine Quergiebel - Gauben auf großen Dächern. Dabei hat im Bayerischen Wald stets eine schlichte Bauweise vorgeherrscht. Die Gebäude hatten keine Aufschüttungen und passten sich an das Gelände an. Dies wird heutzutage bei Neubauten oft missachtet. Baggerführer schaffen große ebene Flächen, die dann mit meterhohen Pflanztopfwänden und Steinen eingefasst werden. Hitze und Frost lassen die Begrünung von Pflanztöpfen meist verdorren und das ganze schaut hinterher hässlich aus. Gebäude sollten sich möglichst dem Gelände anpassen.

Früher war es nicht üblich, Sockel zu streichen. Es dominierten Erdfarben für die ganzen Gebäude. Heute „vergreift“ man sich oft in sehr grelle Farben oder verwendet Deckfarben bei Holz. Neubauten sollen sich möglichst einschmiegen und nicht auffallen.
Im zweiten Referat ging Architekt Frank Henzler schwerpunktmäßig auf das Renovieren von Gebäuden ein. Das Nutzerverhalten, z.B. regelmäßiges Stosslüften von Gebäuden und sparsamer Umgang mit Energie bei den Bewohnern ist selbstverständlich Voraussetzung. Bei der heutigen Energiepreisentwicklung rechnen sich Energieeinsparungs- und Wärmedämmmaßnahmen fast immer. Am Beispiel Kindergarten Rinchnach konnte Frank Henzler bei einer 1,6-fachen Flächenmehrung den Energieverbrauch trotzdem auf 80% drücken . Zu bedenken gabt der Architekt auch, dass Ziegel, vor allem moderne, aufwendige hergestellte Ziegel, wesentlich mehr Energie in ihrer Herstellung verschlingen, als Beispielweise zum Erstellen von Holzhäusern notwendig ist.

Die Energieverluste sind in ihren Größenordnungen weitgehend bekannt. So gehen über das ungedämmte Dach etwa 17 % und über Außenwände etwa 16 % verloren. Häufig vernachlässigt werden die Kellerdecken, wo immerhin bis zu 7 % der Energie sich „davonschleichen“. Die teuerste Investition sind die Fenster, hier könnte man etwa 12 % der Energie sparen. Das Thema Energiepass für Gebäude ist seit dem 01.01.2006 vor allem beim Verkauf oder bei Vermietung von Gebäuden aktuell. Ab dem 01.02.2006 wird Gebäudedämmung ohnehin stärker gefördert werden. Hier lohnt es sich aktuelle Informationen Einzuholen.

Im Vierten Referat ging Josef Rager von der Sparkasse Regen - Viechtach dann detailliert auf KfW-Förderung und sonstige Möglichkeiten ein. Er stellte die Programme zum ökologischen Bauen, zum Wohnraummodernisieren, das Paket Ökoplus und das CO2-Gebäudesanierungsprogramm vor. Danach ging er kurz auf die Programme zur Förderung erneuerbarer Energien und auf das Umweltkreditprogramm der „Energiesparkasse“ ein. Auch die Solarstromerzeugung wird mit günstigen Krediten zusätzlich zur Einspeisevergütung gefördert. Weil die Vielfalt der Programme enorm ist und jedes Gebäude andere Vorraussetzungen mitbringt, ist hier unbedingt eine individuelle Beratung für jeden einzelnen erforderlich. Jeder ist hier gefragt, für seine Situation optimale Informationen einzuholen, um zu sparen und die Umwelt zu entlasten.

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