Auch am vergangenen Sonntag waren die beiden Gebietsbetreuer Arnold Multerer und Caroline Stautner wieder im Auftrag der Natur unterwegs. Ziel waren dieses Mal die Arbermandeln am Gipfel des Großen Arbers. Hierzu brach man zur Mittagsstunde mit Schneeschuhen bewaffnet vom Großen Arbersee her auf. Als Route wurde der Fernwanderweg E6 zum Gipfel des Gr. Arbers gewählt, da auf dieser Route die Wildtiere an Wanderer gewöhnt sind. Außerdem werden hier keine sensiblen Bereiche von störempfindlichen Waldtieren durchquert.

Zu Beginn der Wanderung konnten sich die meisten Teilnehmer nicht vorstellen, dass die Schneeschuhe überhaupt zu gebrauchen sind. Am Gr. Arbersee hatte es für sie den Anschein, dass kaum Schnee liegt. Doch nach etwa 300 Metern wurden sie bereits eines Besseren belehrt. Nachdem viele keinen guten Halt mehr auf der Schneedecke fanden, legte man die Schneeschuhe an. Und siehe da, die Schneeschuhe gaben sehr guten Halt.

Die beiden benachbarten Naturparke Bayerischer Wald e.V. (Zwiesel) und Oberer Bayerischer Wald e.V. (Cham) haben zu dieser geführten Schneeschuhwanderung eingeladen, um wertvolle Tipps zu geben. Die Gebietsbetreuer zeigen auf was beim Schneeschuhwandern zu beachten ist, um unsere Tierwelt im Bayerischen Wald nicht zu gefährden. Während des 2,5 stündigen Aufstieges bis zum Gipfelkreuz wurden immer wieder kurze Halts eingelegt und die Gebietsbetreuer informierten die Teilnehmer.
Die Schneeschuhgeher erfuhren, dass die Tiere sehr sparsam mit ihren Energiereserven, die sie sich während der Sommermonate zulegten, haushalten müssen, um über die Winterzeit zu kommen. „Jede unnötige Störung schreckt die Tiere auf und sie flüchten unter erheblichem Stress. In schneereichen und kalten Winterjahren, können bereits einzelne solcher Fluchtreaktionen den Tod der Tiere bedeuten“, so Arnold Multerer. Den Schneeschuhwanderern wurde z.B. bewusst, welche Tiere besonders durch Störungen beeinträchtigt sind. Hierzu zählen die beiden Gebietsbetreuer alle Raufußhühner. Zu dieser Gattung zählt auch der größte europäische Waldvogel, das Auerhuhn. Deshalb sollten die Schneeschuhgänger sensible Bereiche meiden. Darunter fallen vor allem die Gebiete mit offenen alten Baumbeständen, die über 800 Höhenmeter liegen. Auch sollten Wanderungen parallel zu Waldrändern, einzelstehende Bäumen und Baumgruppen, sowie die Winterfütterungsstellen der Waldtiere gemieden werden.

Als praktikabelste Lösung für Schneeschuh- und Tourengänger empfiehlt Arnold Multerer, sich an bereits existierende gut ausgeschilderte Winterwanderwege zu orientieren. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in den großen zusammenhängenden Waldgebieten verläuft eher gering, zum anderen tritt bei den Tieren eine Art Gewöhnungseffekt auf. D.h. man bleibt für die Tiere eher berechenbar und wird nicht als Gefahr eingestuft.

Caroline Stautner erzählt der Gruppe, dass einige Tiere wie z.B. der Luchs an das Leben mit viel Schnee gut angepasst sind. Mit seinen Breiten Füssen bricht er ähnlich wie Schneeschuhgänger kaum ein und kann sich somit schnell fortbewegen.

Bei der Umwanderung des Gipfelplateaus, bekam die Gruppe leider die Arbermandeln in ihrer vollen Pracht nicht zu sehen. Das Wetter der vergangenen Tage führte dazu, dass die bis zu 30 cm dicken Eis- und Schneeschichten zum größten Teil von den Ästen abgefallen waren. Doch dafür wurde die Gruppe anderweitig entschädigt. Unvorstellbar groß sind die Windwurfflächen, die der Sturm Kyrill geschaffen hatte. „Große Teile des Kleinen Arbergipfels und Fichtenbestände abwärts nach Bodenmais, sind dem heftigen Windsturm zum Opfer gefallen.“ Besonders gut zu sehen waren die Sturmschäden vom Bodenmaiser Riegel aus. Laut dem Gebietsbetreuer sind die unzähligen schneebedeckten „großflächigen Schachten“ in Wirklichkeit entwurzelten Fichtenbestände.

Nach der Gipfelumrundung kehrte man noch ein und trat nachher den Rückweg zum Gr. Arbersee an. Vor allem Arnold Multerer und Carolin Stautner erhoffen sich durch diese Routenempfehlungen, lenkend Einfluss auf den Wintertourismus zu nehmen.

Zurück