Bei Nebel und Nieselregen – also bei typischem Novemberwetter – trafen sich letzten Mittwoch elf Wanderer am Parkplatz Zwieslerwaldhaus zur ersten Zweitageswanderung der beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald. Geplant und organisiert hatten die Tour vom Eck zum Falkenstein die beiden Arbergebietsbetreuerinnen Isabelle Auer und Caroline Stautner. Gemeinsam fuhr man mit dem Bus zum Eck, dem Ausgangspunkt der ersten Etappe der Acht-Tausender-Tour zum Gipfel des Großen Arbers. Trotz des relativ raschen Wandertempos, das Dank der Fitness aller Wanderer möglich war, ließen es sich die beiden Gebietsbetreuerinnen nicht nehmen, hin und wieder etwas über die Natur des Bayerischen Waldes aber auch über die Kulturgeschichte des Gebirgszuges zu erzählen. So führte Caroline Stautner die Gruppe zu einer im Wald versteckten ehemalige Quarzgrube, die heute als Winterquartier für Fledermäuse aber auch als „Geheimtipp“ unter Mineraliensammlern gilt. Für jeden Bayerwaldler gehören Heidelbeeren einfach zu einem Wald dazu. Isabelle Auer erklärte jedoch, dass Heidelbeeren – sogenannte „Säureanzeiger“ - nur dort wachsen, wo der Boden sauer ist. Gedeihen sie in Nadelwaldgebieten wie dem Bayerischen Wald oder dem Schwarzwald, wo das Ausgangsgestein sauer ist, hervorragend, so fehlen sie in Kalkgebieten, wie z.B. den Kalkalpen. Bei der Mittagspause am Reischflecksattel und auf der Heugstatt erzählten die Gebietsbetreuerinnen von der einst so wichtigen Bedeutung der Schachten, vom Leben der Schachtenhirten, aber auch, warum man heute versucht, alte Schachtenflächen vor der Wiederbewaldung zu schützen. Nach sechs sehr kurzweiligen Stunden erreichte man so das Arberschutzhaus, wo die Gruppe übernachtete. Da es sich am Spätnachmittag etwas aufgeklart hatte, genoss man zuvor bei einem abendlichen Gipfelrundgang die Aussicht auf Bayerisch Eisenstein und Bodenmais. Wie am ersten Tag, so kam die Wandergruppe trotz Regens und verschlammter Wanderwege auch am zweiten Tag so schnell voran, dass man bereits vor Mittag das Schwellhäusl erreichte, wo man nicht nur auf eine „gelungene Premiere“, der ersten Naturpark-Zweitagestour - anstieß, sondern für die letzte – besonders verregnete - Etappe zum Zwieslerwaldhaus stärken konnte. Zur Verabschiedung am Zwieslerwaldhaus-Parkplatz hatte sich Isabelle Auer diesmal etwas Besonderes einfallen lassen: Als Anerkennung und zur Erinnerung an die erste Zweitageswanderung der beiden Naturparke bekamen die Wanderer die bronzene Wandernadel der Gemeinde Bayerisch Eisenstein verliehen.

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