„Der rote Teppich des frühherbstlichen Arbergipfels“. Unter diesem Motto stand letzten Mittwoch die von Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer geleitete Exkursion rund um das Arbergipfelplateau. Von dem frühherbstlichen roten Teppich bekamen die Teilnehmer jedoch nicht viel zu sehen. Vielmehr bot sich der Gruppe von Hartgesottenen ein vorwinterliches Bild. In der Nacht zuvor war auf dem Gipfelplateau der erste Schnee des Winters gefallen und hatte den König des Bayerischen Waldes mit einer dünnen Puderzuckerschicht überzogen. So bot sich den Teilnehmern ein faszinierendes Bild von vereisten Bäumen und Pflanzen, und hier und da war der Schnee auch noch vereinzelt liegengeblieben. Die winterlichen Umstände hielten Isabelle Auer aber nicht davon ab, den interessierten Teilnehmern Wissenschaftliches und Literarisches rund um den höchsten Punkt des Bayerischen Waldes zu berichten. Am Kleinen Seeriegel, von dem aus sich dem Besucher ein gutes Panorama über den Kleinen Arbersee bietet, berichtete sie von der „Beinahe-Mordgeschichte“ am Kleinen Arbersee. Zu Beginn der 1990er Jahre fanden Taucher, die zu Forschungszwecken den Grund des Sees erkundschafteten, im Morast eine Geldbörse. Da ihnen der Sauerstoff ausging mussten sie an die Oberfläche zurückkehren und konnten die Umgebung nicht nach weiteren Fundstücken absuchen. Als sie die Geldbörse am Ufer öffneten, stellten sie zu ihrem Erstaunen fest, dass darin 300 DM gut erhaltenes Bargeld, sowie diverse Kundenkarten enthalten waren. Dank des Namen auf Bank- und Kundekarten konnten sie die Besitzerin der Geldbörse ausfindig machen. Diese meldete sich auf Anhieb am Telefon, womit den Tauchern ein Stein vom Herzen fiel. Die Frau konnte den Tauchern auch berichten, wie sie ihre Geldbörse verloren hatte: Zu Beginn der 1980er Jahre war sie mit Freundinnen in einem Ruderboot auf dem Kleine Arbersee unterwegs. Da sich die Damen im Boot nicht sehr geschickt anstellten, kenterte das Boot und die drei Damen fielen in den See, wobei die Geldbörse verloren ging. Die Frauen wurden gerettet. Nach der Bootsfahrt hatte man geplant, noch Glas einzukaufen. Da aber nur eine von Ihnen eine Handtasche mitgenommen hatte, gaben ihr die anderen beiden ihr Geld, damit sie es aufbewahren konnte. Aus dem Einkaufsbummel wurde nach dem Unfall dann jedoch nichts mehr. Die Teilnehmer der Exkursion konnten also erleichtert aufatmen. Isabelle Auer führte die durchfrorenen Teilnehmer zuletzt noch bis zum Gipfelkreuz, an dem sie die erste winterliche Führung dieses Jahres beendete.

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