Neben dem Arbergipfelplateau ist der Große Arbersee das am meisten besuchte Ausflugsziel im Bayerischen Wald. Eine bei einem Projekttag zum Thema „Naturschutz und Tourismus“ gemachte Umfrage unter Seebesuchern zeigte jedoch, dass nur wenige wissen, dass sie sich in einem Naturschutzgebiet befinden. Absperrungen werden überschritten, um das Wollgras oder die Gelbe Teichrose zu photographieren. Weitere Trampelpfade entstehen dort, wo sich auf dem Weg Pfützen bilden, da die Spaziergänger nicht durch den Schmutz waten wollen. Enten werden von nichtwissenden Tierliebhabern gefüttert, ohne zu ahnen, dass sie damit dem See schaden. Neben diesen negativen Auswirkungen des Massentourismus zeigte Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald den 35 Teilnehmern einer zweistündigen Führung rund um den Großen Arbersee jedoch vor allem, warum der See als einer der schönsten Naturschutzgebiete Mitteleuropas gilt: Der See vor allem bekannt für seine Seewand und den ein bis drei Meter dicken „Schwimmenden Inseln“. Sie sind in dieser Form entstanden, als sich mit dem Aufstauen des Sees Moorflächen – in erster Linie Torfmoose – vom Grund des Sees lösten. Anders als am Kleinen Arbersee, wo zwei Inseln sich noch frei auf der Wasserfläche bewegen, sind sie am Großen Arbersee fest am Grund verankert. Rauschbeeren, Sonnentau, aber auch schon vereinzelt Bäume wachsen darauf. Den Exkursionsteilnehmern wurde so deutlich, dass Naturschutzregeln, auch wenn sie von manchen Erholungssuchenden als Einschränkung empfunden werden, neben Pflanzen und Tieren vor allem auch den Menschen nutzen. Nur in einer intakten Natur kann das „Naturwesen Mensch“ sich erholen. Und nur wenn sich die Menschen von heute an die Naturschutzregeln halten, können auch die Menschen von morgen die Natur genießen.

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