Der Pfahl, die auf die Felsen gebaute Burg und das gleichnamige Dorf Weißenstein bei Regen sind seit jeher eng verbunden. Die hoch aufragenden, weiß schimmernden Pfahlfelsen haben nicht nur Dorf und Burg den Namen gegeben. Das Quarzriff bildet auch ein landschaftliches Wahrzeichen und ist ein Anziehungspunkt für Naturliebhaber aus Nah und Fern. Eine besondere Tier- und Pflanzenwelt findet sich hier: Knorrige Pfahlkiefern überdauern auf den Felsen. Die Schwefelflechte überzieht im leuchtenden Hellgrün manche Felsentürme. Versteckt am Wegesrand oder auf ehemaligen „Pfahlheiden“ findet man eingewachsene Wacholder. Der von Weidetieren nicht verbissene Wacholder ist ein typischer Anzeiger dafür, dass viele dieser Flächen früher beweidet wurden. Auf alten Bildern und Stichen zeigt sich das Umfeld der Burg meist als offene, licht durchflutete Weidelandschaft. Im Laufe des letzten Jahrhunderts haben sich diese seltenen und mageren Heiden wieder bewaldet. Burgruine und Pfahlfelsen sind dabei regelrecht eingewachsen.

Die Stadt Regen, der Landkreis Regen und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. sind bereits seit längerem bemüht, dieses besondere Zusammenspiel von Naturdenkmal und Kulturgeschichte am Weißensteiner Pfahl zu erhalten und weiter zu entwickeln. Mit Felsfreistellungen, Waldauflichtungen und Entbuschungen konnten bereits einige pfahltypische Lebensräume gepflegt werden. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Landau wurde nun als weiterer Schritt ein Verfahren zur Flurneuordnung auf die Wege gebracht. Interessierte Grundstückseigentümer haben damit auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, am Pfahl liegende Grundstücke zu vertauschen oder gegen Entgelt an die öffentliche Hand abzugeben. In Zukunft sollen auf diesen Flächen Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Die Grundstückseigentümer wurden zu einer öffentlichen Veranstaltung im Gasthof zur „Weißensteiner Alm“ eingeladen. Johann Hierer, Sachgebietsleiter Land- und Dorfentwicklung vom Amt für Ländliche Entwicklung, leitete die Veranstaltung, bei der eine Teilnehmergemeinschaft gegründet wurde. Heinrich Schmidt, Naturparkvorsitzender und stellvertretender Landrat, wies auf die Vorteile der Flurneuordnung für alle Beteiligten hin: Staatliche Fördermittel für Stadt und Landkreis sowie keine Notar- und Vermessungskosten bei den freiwilligen Maßnahmen für die Grundstückseigentümer. In die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft wurden gewählt: Bürgermeister Walter Fritz, Stellvertreter Stadtkämmerer Klaus Wittenzellner, Franz Obermeier, Stellvertreterin Lieselote Bielmeier (Landratsamt, untere Naturschutzbehörde), Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher, Stellvertreter Heinrich Schmidt. Vorsitzender der Flurneuordnung ist Amtsrat Franz Meindl vom Amt für Ländliche Entwicklung, Stellvertreter Oberinspektor Gerhard Pitz.

Bei der ersten Vorstandssitzung im Regener Rathaus wies Bürgermeister Walter Fritz auf die Chancen der Flurneuordnung hin: „Die Faszination Weißenstein kann damit weiter vorangebracht werden.“ Als örtlich Beauftragter wurde bei der Vorstandssitzung Matthias Rohrbacher gewählt, der damit auch erster Ansprechpartner für die Grundstückseigentümer ist.

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