• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Eröffnung eines neuen Ausstellungsabschnittes zur Altbausanierung Fachvorträge von Wolfgang Hilz und Georg Dasch im Naturpark-Informationshaus


Trotz der schlechten Wetterverhältnisse konnte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann eine ganze Reihe von interessierten Besuchern im Naturpark-Informationshaus zur Eröffnung der neuen Ausstellung mit den Titel „Vom (K)Altbau zum Sonnenhaus“ begrüßen. Als Referenten für diesen Solartag im Naturpark-Informationshaus konnten Dipl. Ing. Wolfgang Hilz und Architekt Georg Dasch, beide vom Sonnenhaus-Institut e.V., gewonnen werden.

Beim ersten Referat informierte Wolfgang Hilz über die verschiedene Heizanlagen, die auf regenerative Energien zurückgreifen. Es ging in erster Linie um einen großzügigen Einsatz von Sonnenenergie mit großen Sonnenkollektoren und entsprechenden dazu angepassten Pufferspeichern. Die Restwärme, die nicht über die Sonne gewonnen werden kann, soll am besten durch dem nachwachsenden Rohstoff Holz ersetzt werden. Dies kann in Form von Stückholz-, Hackschnitzel- oder Pelletsheizungen erfolgen. Bevor jedoch an die Erneuerung von Heizanlagen gedacht werden kann, müssen zuerst Wärmedämmmaßnahmen greifen. Vielfach lassen sich dadurch die Heizanlagen wesentlich kleiner Dimensionieren und damit sparsamer betreiben. Es genügen zum Beispiel kleinere Heizkessel, dünnere Rohre und vielleicht lassen sich auch kleinere Heizkörper verwenden.

Sanierungen sollten langfristig auf die nächsten 50 Jahre angelegt sein. Unprofessionelle Flickschusterei kostet den Hausbesitzer mehr und bringt wenig. Hilz erläuterte ausführlich an hand einer Modellrechnung, dass sich der Austausch einer Öl- oder Gasheizung und der Einbau einer Pelletsheizung auch finanziell deutlich rechnet. Die etwas höhere Anfangsinvestition soll man nicht scheuen, denn die Ausgaben für Heizöl bei einer nur 10 % Energiepreissteigerung pro Jahr liegen nach 10 Jahren für ein Durchschnittshaus bei etwa 15.000.- Euro. Danach ist aber das Problem des Heizungstausches nicht vom Tisch sondern nur nach hinten verlagert und verschärft.

Im zweiten Referat informierte Architekt Georg Dasch über Altbausanierungsmöglichkeiten. „Glauben sie mir, es ist einfacher ein neues Haus zu bauen als ein altes zu sanieren, so Dasch“. Bei neuen Häusern bereitet man den Menschen meist Freude, bei Altbausanierungen macht man sie zuerst einmal unglücklich. Es müssen verschiedenste Problembereiche durchleuchtet werden, wie zum Beispiel aufsteigende Feuchtigkeit in Mauern, Schimmelbildung, manchmal auch Altlasten wie zum Beispiel, Asbest, Mineralfasern oder PVC, manchmal Feinstaub oder Undichtigkeiten bei Dächern bzw. ungenügende Luftdichtheit. Schnell kommen hier Geldsummen zusammen, die bei hunderttausend Euro liegen können. Trotzdem muss man sich den Problemen stellen und mit gutem fachlichen Rat die Aufgaben angehen. Fördermöglichkeiten können am besten über die Hausbank erfragt werden.

Aber auch alte Gebäude lassen sich durch konsequente Wärmedämmmaßnahmen und den Austausch von Heizanlagen auf gute Energiestandards bringen. Mit Dämmstoffen sollte man nicht geizen. Früher hat man mit 6 cm oder 14 cm dicken Dämmungen gearbeitet. Rund 20 cm sind Heute angebracht. Das Ziel muss ein Wärmedurchgangswert (U–Wert) unter 0,2 sein. Wichtiges Augenmerk gilt auch den Fenstern, alten Rollokästen, Glasbausteinen aber auch Abschlüssen in Treppenhäusern und zum Beispiel den Kellerdecken.

Auch für Altbauten gibt es größere Pufferspeicher, die an dafür vorgesehenen Stellen auseinander geschnitten werden können und im Keller wieder zusammenschweißbar sind.

„Lebensstandart und Energieverbrauch stehen in einen engen Zusammenhang“, so Dasch, „wenn wir unseren Energieverbrauch nicht in den Griff bekommen werden wir mittelfristig beim Lebensstandard deutliche Abstriche machen müssen.“

In einem letzten Referat ging Dasch auf die knappen Ressourcen bei Öl und Gas ein und propagierte den Bau von überwiegend Solar beheizten Häusern, untermalt mit einer Reihe von Bildern.

Bildungsreferent Hartwig Löfflmann bat die Besucher zum Schluss der Veranstaltung um engagierte Werbung für den neuen Ausstellungsteil im Naturpark-Informationshaus, man kann sich über verschiedene Möglichkeiten von ökologischen Dämmungen informieren, wissenswertes zu Solaranlagen erfahren aber auch jede Menge Informationen in ausgelegten Unterlagen lesen oder aber auch mitnehmen bzw. über angegebene Bestelladressen beschaffen.

Das Naturpark-Informationshaus ist zu den gewohnten Zeiten von Dienstag bis Sonntag und an Freiertagen von 9:30 bis 16:30 Uhr geöffnet.

Wer verhindert war und Interesse an weiteren Veranstaltungen hat, kann sich bereits den Donnerstag 23. März und den Donnerstag 19. Oktober 2006, jeweils um 19:30 Uhr vormerken. An diesen Abenden wird Georg Dasch im Naturpark – Informationshaus referieren. Veranstalter sind das Sonnenhausinstitut, zusammen mit den Initiatoren der Landkreis-Agenda und dem Naturpark Bayerischer Wald e.V..

Zurück