Etwa 60 Exkursionsteilnehmer, darunter auch einige Tagesausflügler aus Passau, Landshut und Kehlheim, nutzten das letzte Oktoberwochenende, um im Rahmen einer vierstündigen Naturpark-Exkursion von den Rieslochfällen zum Hochfall zu wandern. Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer verkürzte die Wanderung von den höchsten Wasserfällen zu den zweithöchsten Wasserfällen, indem sie den Teilnehmern viel Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt des Arbergebiets erzählte. Passend zum Naturschutzgebiet Riesloch stand diesmal die „Gewalt des Wassers“ im Mittelpunkt. Dort, wo das eigentlich sehr harte Gestein des Bayerischen Waldes kleinere Spalten und Risse hat, also entlang von sogenannten „geologischen Störungszonen“, kann sich das Wasser leichter in das Gestein „fressen“. Da beim harten Paragneis des Arbergebiets die Tiefenerosion stärker ist, als der Hangabtrag, entstand das V-förmige Tal der Rieslochschlucht. Typisch für Bergbäche wie den Riesbach ist neben der niedrigen Wassertemperatur vor allem die hohe Fließgeschwindigkeit. Eindrucksvolle Zeugen der Gewalt des Wassers sind sowohl im Riesloch als auch beim Hochfall glatt geschliffene Steine und Strudellöcher. In Schluchtwälder wie dem Naturwaldreservat Riesloch sind die Wuchsbedingungen sehr kleinstruktuiert und vielfältig. Hier findet man Pflanzen, die an die hohe Luftfeuchtigkeit und die oft schattigen Verhältnisse angepasst sind. Der Moosreichtum des Rieslochs - besonders auffällig sind die breitblättrigen Lebermoose – ist unter Botanikern in ganz Bayern bekannt. Aber auch zum Thema „Totholz“ konnte die Arbergebietsbetreuerin vieles – für einige Exkursionsteilnehmer Überraschendes – erzählen: Bäume, die umstürzen, brauchen etwa 30 Jahre, um zu verrotten. Entgegen der Vermutung vieler Laien vermodert ein Stamm schneller, wenn er nicht entrindet wird, da holzzersetzende Pilze, wie der Zunderschwamm, immer an der Rinde ansetzen. Am Naturdenkmal Hochfall konnten die Wanderer schließlich alles, was sie im Riesloch über die Gewalt des Wassers gelernt hatten, wieder entdecken: Strudellöcher, glatt geschliffene Steine und Gesteinsausschürfungen an den Ufern, die ganzjährig eine Vorstellung von den Wassermassen geben, die besonders im Frühjahr den Arber herunterrauschen. Zum Schluss der letzten Naturpark-Wanderung im Arbergebiet in diesem Jahr kündigte die Gebietsbetreuerin den Teilnehmern bereits die ersten beiden nächsten Naturpark-Veranstaltungen rund um den Arber an, einen Vortrag zu Besonderheiten im Arbergebiet am Freitag, dem 30. Januar im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein sowie die nächste Schneeschuhwanderung am Sonntag, 1. Februar 2009.

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