Der Große Arbersee ist neben dem Arbergipfel einer der „touristischen Brennpunkte“ im Bayerischen Wald. Kenner zählen das Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Seewand“ jedoch zu einem der schönsten Naturschutzgebiete Mitteleuropas. Den Grund erfuhren am Mittwoch 25 Teilnehmer einer Naturparkführung mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer. Die Natur am Fuße der Arberseewand stand diesmal im Mittelpunkt der Führung. So wies die Gebietsbeteuerin die Gruppe auf zwei Pflanzenarten hin, die dem Besucher im hinteren Teil des Sees zur Zeit besonders auffallen. Schon von Weitem sieht man auf den Schwimmenden Inseln das hell leuchtende Wollgras. Die Holzbalken, die Bootsfahrer vom Ufer fernhalten sollen, schützen im Sommer vor allem die Gelbe Teichrose. Beide Pflanzen, betonte Isabelle Auer, könne man auch sehr gut vom markierten Weg aus erkennen und fotographieren. Am Fuße der Seewand erfuhren die Exkursionteilnehmer auch, dass die Natur manchmal die Phantasie anregen kann. Ähnelt die eine bizzare Wurzelformation einer „Wurzelbrille“, so wurden andere von den Wanderern als „Wurzelzopf“ oder „Wurzelschlange“ bezeichnet. Besonders häufig konnten bei Fichten jedoch „Wurzelkrallen“ entdeckt werden, die z.B. Steine umklammern. Die Fichte kann in nassen Böden nicht sehr tief wurzeln. Auch die Buche mag keine „nassen Füße“, aber auch keine Spätfröste. Sie kann dagegen mehr Wärme und Trockenheit vertragen. Das wird ihr im Zuge der Klimaerwärmung bessere Überlebenschancen bieten. Die Führung zeigte, wie faszinierend das Gesamtsystem „Natur“ ist. Eine Exkursionsteilnehmerin fasste nach der fast zweistündigen Tour rund um den Großen Arbersee ihre Eindrücke deshalb so zusammen. „Über dieses Gebiet muss man einfach ins Schwärmen geraten“.

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