Am letzten Sonntag führten Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer und der Regensburger Moosexperte Dr. Oliver Dürhammer 25 Teilnehmern einer Naturpark-Exkursion durch das Naturschutzgebiet Riesloch. Dieses ist unter bayerischen Botanikern bekannt für die Vielfalt seiner Moose und somit auch Ziel und Studienobjekt besonders vieler Regensburger Botanikstudenten, betont Dürhammer. „Moose sind keine Blütenpflanzen. Sie vermehren sich daher nicht mit Samen sondern mit Sporen.“ Ausgewachsene Laubmoose“, so der Botaniker Dürhammer, „bilden gestielte Kapseln. Sind diese Kapseln reif, reißen sie auf. Die Moossporen werden vom Wind und Wasser weitergetragen. Fallen die Sporen auf einen geeigneten Untergrund, keimen sie aus zu einem Vorkeim mit mehreren Knospen. Aus diesen sprießen dann wieder die jungen Moospflänzchen, an deren Spitze sich männliche und weibliche Fruchtkörper bilden. Wird der weibliche Fruchtkörper befruchtet, bildet sich aus ihm ein Stil aus, an dessen Ende sich die neuen Sporenkapseln bilden. Diese Sporenkapseln ähneln optisch, so Dürhammer, Salzstreuern. Viele der über 1.000 in Deutschland heimischen Moosarten können selbst Experten nur unter dem Mikroskop unterscheiden. Dr. Oliver Dürhammer zeigte den Exkursionsteilnehmern jedoch sowohl leichter zu bestimmende Moosarten als auch Moose, die häufig zu finden sind: Der „Sparrige Runzelbruder“ wächst in vielen Gärten. Daher gab der Moosexperte Dr. Oliver Dürhammer den Teilnehmern auch praktische Gärtnertipps zur Moosbekämpfung im eigenen Rasen: In einer möglichst natürlichen Wiese würde der „Sparrige Runzelbruder“ ersticken. Kurze Rasen hingegen fördern den Mooswuchs. Andere Moose, wie das Funcks Geldbeutelmoos, wachsen nur auf saurem Gestein. Im Naturschutzgebiet Riesloch findet man es beim oberen Wasserfall. Früher glaubte man, dass die Form von Pflanzen etwas über ihre Heilwirkung aussagt. Das zu den Lebermoosen gehörende Funcks Geldbeutelmoos wurde daher als „Medizin“ gegen Leberleiden verwendet. Mit dem Leuchtmoos zeigte der Moosexperte den Exkursionsteilnehmern eine weitere „Moosrarität“ Am Ende der dreistündigen Führung war den Exkursionsteilnehmern bewusst, dass in der Natur alles zusammenhängt. Der Wissenschaftler Dr. Oliver Dürhammer hatte ihnen beeindruckend gezeigt, dass selbst kleine und scheinbar häufig auftretende Pflanzen, wie Moose, nur unter bestimmten Rahmenbedingungen überleben können.

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