• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Bau von naturnahen Spielanlagen im Naturpark Bayerischer Wald Dr. Peter Hohenauer und Heinz Schönbrunner im Naturpark-Informationshaus


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einem Seminartag zum Thema Anlegen von naturnahen Spielräumen eingeladen. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann konnte eine ganze Reihe von interessierten Teilnehmern begrüßen. Als hochkarätiger Referent konnte Dr. Peter Hohenauer vom Verein Infospiel in München gewonnen werden. Zusammen mit Heinz Schönbrunner von ASID GmbH informierte er die Teilnehmer über die Anlage von Spielräumen.

Zunächst ging Heinz Schönbrunner auf Sicherheitsvorschriften ein. „Wer Spielgeräte baut, haftet dafür“, so Heinz Schönbrunner. Gut gemeint sind oft Eigenbauaktionen, manchmal über Elterninitiativen und Privatleute, es werden Kataloge hergenommen und Spielgeräte nachgebaut. Teilweise ist das sehr problematisch, weil Sicherheitsmaße dadurch nicht erkannt werden und nicht eingehalten werden können. Außerdem müssen entsprechende Funktions- und Sichtkontrollen regelmäßig erfolgen, um Gefahren und Verletzungen vermeiden zu können. Schönbrunner informierte über die einschlägigen Normen und gab Tipps, wo man sich entsprechend weiter informieren kann. Am besten ist es, Kinder auf Gefahren vorzubereiten, anstatt sie ständig von Gefahren fern zu halten, Spielen bedeutet Lernen fürs Leben. Bei den Giftpflanzen gibt es ohnehin nur wenige, die nicht auf Spielplätze gehören. Es sind dies Pfaffenhütchen, Seidelbast, Stechpalme, Goldregen und auch Eiben sollte man nicht unbedingt pflanzen.

Dr. Peter Hohenauer ging in seinem Hauptreferat auf das Anlegen von naturnahen Spielräumen ein. Früher waren ideale Spielräume in Form Brachland, Wildnis und wenig genutzten Bereichen vorhanden. Die Situation heute ist eine andere. Früher wurde ein Kind von den Eltern zur Rede gestellt, wenn es mit Abschürfungen nach Hause kam, heute wird vielfach der Rechtsanwalt bemüht und irgendwo ein Schuldiger gesucht.

Auch Hohenauer gab Tipps zur Sicherheit, brachte aber im Wesentlichen Vorschläge, wie man mit Baumstämmen, mit Natursteinen und mit natürlichen Situationen Kinder auf die Welt vorbereiten kann. Kinder wollen positiv in die Welt gehen, etwas erleben und Lust haben. Gute Spielräume sind für alle Generationen geeignet. Gerade um sich selbst zu ertüchtigen, braucht man zum Beispiel Findlinge zum Kraxeln und eine gute Atmosphäre, auch was Licht und Schatten anbelangt. Kinder sollen in den Bau miteinbezogen werden. Damit lernen sie zum Einen, zum Anderen achten sie das Aufgebaute ganz anders und halten es in Ordnung.

Ein ganz wichtiges Element sind Wasserbereiche und Wasserläufe. Dort soll es aber auch trockene Bereiche geben, an denen man stehen kann ohne nass zu werden. Höhlen mit großen Steinen sind stets ein Erlebnis. Wichtig ist es, mit guten Firmen sicher zu arbeiten.

Hohenauer ist gerne von der Planung bis zur Ausführung vor Ort. Wenn Pflege für bestimmte Bereiche z.B. einen Bauerngarten oder für Weidenelemente nicht von vornherein über mehrer Jahre sichergestellt werden kann, so unterlässt er derartige Aktionen, weil diese dann keinen Sinn machen. Als Literatur empfahl er das Büchlein des gesetzlichen Unfallversicherer GUV zu naturnahen Spielräumen mit der Nummer 20.57 und ein offizielles Merkblatt des Landes Rheinland Pfalz zur „Kinderfreundlichen Umwelt“. Das Land Rheinland Pfalz hat sich schwerpunktmäßig mit naturnahen Spielräumen für Kinder auseinandergesetzt. Ansonsten ist Dr. Peter Hohenauer unter der Emailadresse mail@infospiel.de erreichbar.

Zurück