Unter der Veranstaltungsreihe „Rund um den Arber“ organisierten die beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald eine naturkundliche Exkursion vom Arbersee durch die Arberseewand hinauf bis zum Gipfel. Geführt wurde die 80 köpfige Gruppe vom Gebietsbetreuer Arnold Multerer.
Bei wahrlich herrlichem Spätsommerwetter brach die Gruppe vom Arbersee auf. Hier überquerten die Teilnehmer die 4 rechten Seitenmoränen des Arbersees, die während der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren entstanden. 2 Gletscher schoben sich damals vom Gipfel des Großen Arber und von der Seewand talwärts. Dabei formten sie zum einen den Seegrund und hinterließen abgetragenes Material, das die sog. Moränen entlang des Sees bildet. Für ein ungeübtes Auge sind diese im Gelände kaum erkennbar. Doch nachdem Arnold Multerer beim Überqueren der einzelnen Seitenmoränen darauf hinwies, konnten die Teilnehmer diese gut erkennen.

Beim Einstieg in die Arberseewand wurde den Teilnehmern die Wichtigkeit von ausreichend Totholz in den Wäldern bewusst: Urwaldähnliche Strukturen aus Bäumen mit bis zu 500 Jahren, Zerfallsstadien mit reichlich Totholz und Naturverjüngungsstadien zieren das Bild der seit Jahrhunderten weitestgehend ungenutzten Seewand. In diesen urwüchsigen Waldbeständen können z.B. verschiedene Spechtarten ihre Nahrungsgrundlage sichern und einen optimalen Höhlenplatz für die Aufzucht der Jungvögel vorfinden. So kann mit etwas Glück zum Beispiel der Dreizehenspecht, eine der seltenen Spechtarten, angetroffen werde. Wem das Glück versagt bleibt, diese Spechte bei ihrem Tagesgeschäft anzutreffen, der wird aber trotzdem genügend Specht-Fraßspuren an abgestorbenen Bäumen zu sehen bekommen. Beeindruckend ist aber nicht nur die Vogelwelt in der bis zu 400 Meter steil aufragenden Felswand, sondern auch die weitgehend natürliche Vegetation aus Bäumen unterschiedlicher Altersstruktur und dem farnbewachsenen Untergrund. Die wasserbenetzten Felswände mit reichlich Moosbewuchs übten ebenfalls ihren Reiz auf die Exkursionsgruppe aus.

Am Ausstieg der Seewand durchquerte man Windwurfblösen entlang der Kammlage. Hier zeigte der Gebietsbetreuer auf, wie ein Lebensraum des Auerhuhnes aussieht: Aufgelockerte Altholzbestände mit reichlich Beerensträuchern, Ameisenhaufen und einigen umgewurzelten Fichtenteller. Hier fühlt sich der scheue Waldvogel richtig wohl. In gewisser Weise ist ein Miteinander zwischen dem Auerhuhn und den touristischen Aktivitäten möglich ist, solange sich die Freizeittreibenden an ausgewiesene Wanderwege und Loipen halten. Arnold Multerer verwies darauf, dass es vor allem wichtig sei, dass die Auerhuhnlebensräume im Winter durch die Freizeittreibenden gemieden werden. Beim letzte Aufstieg durchquerte die Gruppe den natürlich vorkommenden Hochlagenfichtenwald. Dort konnte die Gruppe gut erkennen, wie schmalwüchsig diese Fichten sind, um der Schneelast und den extremen Wetterbedingungen zu trotzen. Am Gipfel legte man eine Pause ein, bis man nachher über den Fernwanderweg wieder zurück zum Großen Arbersee abstieg.







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