Am Tag des Geotops hatten sich nahezu sechzig Naturinteressierte zu einer naturkundlichen Wanderung im Naturschutzgebiet „Großer Pfahl“ eingefunden. Beeindruckt waren die Naturliebhaber vom teilweise bunten Farbenspiel an manchen Felswänden des ursprünglich weißen Quarzriffs: Grünlich leuchtende Schwefelflechten finden sich neben rostrot schimmernden Eiseneinlagerungen und kleinen, glitzernden Bergkristallrasen. Wie Bonsaibäumchen wachsen bis zu 200 Jahre alte „Pfahlkiefern“ fast auf dem nackten Felsen. Referent Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks, wies auch auf die seltenen Tiere am Pfahl hin: Der Ameisenlöwe wartet am Felsenfuß in einem Fangtrichter auf seine Beute. Die nachtaktiven Fledermäuse übertagen in den zahlreichen Klüften und Spalten in den Felsen oder bringen dort in „Wochenstuben“ ihre Jungen zur Welt. Seit dem Vorjahr brüten auf dem Felsenriff auch wieder Turmfalken. Die prächtig schimmernden Zauneidechsen sonnen sich auf der steinreichen Pfahlheide. „Ein derartiger Reichtum an Natur bedarf auch der Pflege und eines besonderen Schutzes.“ - warb Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher für Verständnis für das Wegegebot im Naturschutzgebiet. Während hier das Mineraliensammeln nicht erlaubt ist, können am eigens eingerichteten Klopferplatz bei der „Alten Schmiede“ Quarzminerale mitgenommen werden. Das Quarzriff Großer Pfahl ist mit dem Gütesiegel „Bayerns Geotop Nummer eins“ ausgezeichnet. Als „Nationales Geotop“ ist der Bayerische Pfahl sogar in die Liste der 77 schönsten Geotope Deutschlands aufgenommen.

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