Das vom Aussterben bedrohte Auerhuhn ist der größte fliegende Waldvogel Europas und zugleich seit 40 Jahren das Wappentier des Naturpark Bayerischer Wald e.V. Um diesen auffälligen Vogel in Bayerns Wäldern zu erhalten, hat der Naturpark in Zusammenarbeit mit der Höheren Naturschutzbehörde von Niederbayern im November 2006 ein Artenschutzprojekt Auerhuhn ins Leben gerufen. Diese erstmalige Grundlagenerhebung für den gesamten Bayerischen Wald wird dazu beitragen einen langzeitigen Schutz des seltenen Waldvogels zu gewährleisten.
Das Auerhuhn weist eine äußerst spezialisierte Anpassung an seinen Lebensraum auf: In den wärmeren Jahreszeiten ernährt es sich von Beeren, Knospen, Trieben und Insekten. In den kommenden Wintermonaten stellt das Auerhuhn seine Nahrung überwiegend auf Fichtennadeln um. Diese Art der Ernährung ermöglicht ihm sein Überleben in unserer Mittelgebirgsregion in einer Höhenlage von über 800 Meter.
Die Spezialisierung seiner Nahrung und seines Lebensraumes kann dem Auerhuhn in intensiv genutzten Wirtschaftswäldern vor Probleme stellen. So existieren heute nur noch wenige der von dem Auerhuhn benötigten lichten Altholzbestände mit hohem Zwergstrauchanteil, wie der Moos-, Rausch- oder Heidelbeere. Hierbei ist der Waldvogel vor allem auf Waldbereiche mit einer Umtriebszeit von über 120 Jahren angewiesen. Doch auch viele andere menschliche Einflüsse der letzten Jahrzehnte, wie die voranschreitende touristische Erschließung der Gebirgsregion, vertreibt den scheuen Waldbewohner aus seinem ursprünglichen Lebensraum.
Durch viele negative Einflüsse ist der Auerhuhnbestand Deutschlands erheblich im Rückgang begriffen. Die Ziele des Artenschutzprojektes sind es, den aktuellen Bestand langfristig zu erfassen und seine Entwicklung zu verfolgen. Außerdem wird eine Verbesserung des allgemeinen Schutzes durch Beruhigung der Balz- und Brutgebiete angestrebt.

Auf Grund der weitflächigen Ausdehnung des Erfassungsgebietes stützt sich der Naturpark auf die aktive Beteiligung durch ehrenamtliche Helfer: Mit Auerhuhn - Meldebögen wird der Bestand der Tiere seit Frühjahr diesen Jahres erfasst. Dazu haben sich bis jetzt etwa 30 ehrenamtliche Helfer bereit erklärt den Naturpark zu unterstützen. Im einzelnen sind das meist ortsansässige Auerhuhnexperten, Förster, Jäger oder Naturfreunde. Derzeit sind bereits einige Meldebögen der ehrenamtlichen Kartierer eingegangen. Doch weisen noch einige Untersuchungsflächen Lücken auf. Um das Projekt demnächst erfolgreich abschließen zu können, bittet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. deshalb die Bevölkerung, speziell die vielen ehrenamtlichen Betreuer, ausgefüllte Meldebögen zurückzusenden. Den Meldebogen zum Herunterladen und weitere Informationen finden Sie unter Artenschutz – Auerhuhn auf der Homepage www.naturpark-bayer-wald.de. Doch suchen Sie die Hühner nicht aktiv, da dies die Tiere verschrecken könnte, sondern lassen Sie Entdeckungen nur auf dem Zufall beruhen. Gerne können Sie sich auch telefonisch oder per mail an uns wenden (Naturpark Bayerischer Wald e.V., Infozentrum 3, 94227 Zwiesel; Tel.: 0 99 22 - 80 24 80; Fax: 0 99 22 - 80 24 81; E-mail: naturpark-bayer-wald@t-online.de).

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