• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Gemeinsame Veranstaltung von Naturkundlichem Kreis und Naturpark Bayerischer Wald e.V. mit Fritz Pfaffl Lackasee-Exkursion mit Redordbesuch


Zur gemeinsamen Exkursion von Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Naturkundlichem Kreis Bayer. Wald e.V. hatten sich mehr als 85 Leute im Infozentrum Grenzbahnhof Eisenstein eingefunden. Danach starte man in Fahrgemeinschaften zum Lackasee im Böhmerwald.

Über Neuhurkenthal ging es dann zu Fuß zum Lackasee. Zwischendurch erläuterte Fritz Pfaffl, der auch Präsident des Dachverbandes der Naturwissenschaftlichen Vereinigung Deutschlands ist, auch Interessantes zur Ortschaft Hurkenthal, von der man nur noch das Kirchenfundament und die Friedhofskapelle sieht.

Am See selbst gab es dann ausführlichere Informationen zu den Eiszeiten und speziell zu den Besonderheiten hier. Der Lackasee ist der seichteste und kleinste Eiszeitsee des Hohen Böhmerwaldes. Der würmeiszeitliche See befindet sich in 1096 Meter Meereshöhe am Nordabhang des Lackaberges im Bereich der Paragneise. Wegen dieses sehr harten Cordierit – Gneises wurde das Seebecken vom Gletscher nur ganz wenig ausgeschürft, der blieb sehr flach. Die Seefläche beträgt 2,53 Hektar, die maximale Seetiefe 3,9 Meter. Der Lackaberg als Ausgangsgebiet eines geringmächtigen Gletschers hat eine Höhe von 1346 Meter. In den Jahren 1835 und 1888 führte eine künstliche Erhöhung des Wasserspiegels um 0,8 Meter zum Betrieb einer Glasschleife und zur Besteigung einer damals schon erkennbaren fortschreitenden Verlandung im rückwärtigen Seeteil. Die mächtige über 100 Meter breite linke Seitenmoräne besteht aus zwei breiten, blocküberstreuten Wällen, die durch eine flache, längliche Delle von einander getrennt sind. Bei ca. 1180 Meter Höhe, also 85 Meter über dem Seespiegel, liegt der scharf markierte Moränenbeginn.

Die Seewand ist oft sehr steil (40°) und weist gut ausgebildete Rundhöcker auf, sogenannte eratische Blöcke, das sind vom Eis glattgeschliffene Steine. Am Ende der Stirnmoräne vereinigen sich in klassischer Weise wie an vielen anderen Seen der rechte und linke Randbach und der aus der Mitte kommende Seebach. Eine rechte Seitenmoräne fehlt vom unteren Seeende aufwärts, tritt aber jenseits des Randbaches als niedrige reine Blockfelsenstreuung auf.

Das romantische Aussehen des Lackasees ergänzen die vielbestaunten „Schwimmenden Filzinseln“, die sich kaum merkbar im Jahresverlauf bewegen. Den See bedroht die Schwingrasenbildung, so wird er wie schon vier Seen im „Hohen Böhmerwald“ vor ihm nach und nach verlanden und aus dem Landschaftsbild verschwinden.

Auf einem anderen Weg durch teilweise alte Bergmischwälder erreicht man dann wieder den Ausgangspunkt Neuhurkenthal. Die Teilnehmer bedankten sich durch einen kräftigen Applaus. Einzelne waren von sehr weit her angereist, sogar aus Pilsen und aus München.

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