Rund 35 Naturliebhaber aus Nah und Fern nahmen an der Eröffnung des Rundweges am Moosbacher Pfahl ca. 10 km nordwestlich von Viechtach teil. Die Gemeinde Prackenbach und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatten zu einer geführten Wanderung mit dem Gebietsbetreuer des Naturparks, Matthias Rohrbacher, eingeladen.

Der ca. 4 km lange Rundweg führt durch das Naturschutzgebiet „Moosbacher Pfahl“ und um den ehemaligen Steinbruch. Der Rundweg beginnt am höchsten Punkt des Quarzfelsrückens, der von einer Kreuzigungsgruppe mit den Figuren von Maria und Johannes gekrönt ist. Auf einem Felsvorsprung findet sich ein Ölberginszenierung mit nach spätgotischem Vorbild gestalteten Figuren der schlafenden Jünger mit dem betenden Jesus. Ein Felsengrab und die vielen Kreuzwegstationen laden zum besinnlichen Wandern ein. Diese Zeichen der Volksfrömmigkeit und sakralen Kunst sind eng verzahnt mit den weiß schimmernden Quarzfelsen im Naturschutzgebiet „Moosbacher Pfahl“. Erstaunt waren die Wanderer auch über die am Wegesrand wachsenden Pflanzen. Seltene Flechtenarten überziehen wie eine zweite Haut viele Quarzfelsen. Auf der feuchteren, meist sehr steil abfallenden Nordseite der Pfahlfelsen wächst sogar die grünlich schimmernde Schwefelflechte. Das gelbe Johanniskraut findet sich neben der roten Heidenelke und dem bereits in diesem Jahr sehr frühzeitig rosa blühendem Heidekraut. Hundsrosen-, Weißdorn- und Schlehensträucher sind bevorzugte Brutplätze vieler Vogelarten wie der Heckenbraunelle. Lichte Kiefern- und Eichenwälder gehen auf felsigen Böden in offene Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen über. Diese Pfahlheiden sind durch die ehemalige Beweidung des felsigen Pfahlrückens entstanden und werden heute bei Landschaftspflegeaktionen regelmäßig entbuscht. „Durch das Wegegebot im Naturschutzgebiet soll die besondere Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden.“ Betonte Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher bei der geführten Wanderung.

Die Felsentürme aus weißem Pfahlquarz verleihen diesem alten Naturschutzgebiet eine besondere Schönheit und Eigenart. Um dieses landschaftliche Wahrzeichen zu erhalten, wurde der Moosbacher Pfahl bereits im Jahr 1939 unter Naturschutz gestellt. Im benachbarten Steinbruch baute man den wertvollen Rohstoff noch lange Zeit ab und verarbeitete ihn vorwiegend zu Schotter. Eine besondere Verwendung fand der sehr harte und säurebeständige Quarz in einem Quarzitwerk im nahe gelegenen Altrandsberg. Bis Anfang der siebziger Jahre stellte man hier aus gebrochenem Quarz sehr widerstandsfähige Terrazzoplatten her, die zum Beispiel in besucherreichen Flughäfen, Krankenhäusern oder Ämtern als belastbare Bodenbeläge Verwendung fanden. Heute ist der schon lange stillgelegte Steinbruch, um den der neu markierte Rundweg führt, wieder stark zugewachsen. Besonders eindrucksvoll sind die bis zu 70 m tiefen Steilwände des Steinbruches.

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