2020


In diesem Jahr jährt sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum 30. Mal. Insbesondere die Generation 65+ kann sich an diese Zeit noch lebhaft erinnern. Direkt auf der Grenze nach Tschechien gelegen, heben die Ausstellungen im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein und Teile des Programms der Umweltstation Bayerisch Eisenstein dies besonders hervor.

Die Umweltstation im barrierefreien Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein beherbergt eine Ausstellung zum Thema „Grenze – Kalter Krieg“ und „Stadln – das verschwundene Dorf“. Des Weiteren bieten die Ausstellungen „König Arber“, „Kleine Schatten in der Nacht (Fledermäuse)“, „Geschichte des Skisports im Bayerischen Wald und Weltweit (Skimuseum)“ mit „Bergwachtausstellung“ und  „Höchste Eisenbahn (die Geschichte des Eisenbahnbaus im Bayerischen Wald)“ sowie eine Modelleisenbahn im Dachgeschoss die Möglichkeit die Natur und Kultur der Region zu begreifen.

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums zahlen in diesem Jahr Senioren (65+) freitags außerhalb der Ferien nur den Schülerpreis. Das bedeutet statt 5€ nur 3€, ob allein oder als Mitglied einer Gruppe.

Gerne werden dazu Führungen für Gruppen durchs Museum angeboten (zusätzliche Führungspauschale 30€). Hierfür ist vorab eine Anmeldung unter: 09925/902430 oder grenzbahnhof@naturpark-bayer-wald.de erforderlich. Falls eine Einkehr eingeplant wird, besteht hierfür die Möglichkeit im Naturpark Wirtshaus im historischen Wartesaal 1. Klasse.

Bild: Senioren erhalten freitags außerhalb der Ferienzeiten einen nochmals ermäßigten Eintritt in die NaturparkWelten an der barrierefreien Umweltstation im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. (Bildautor: Naturpark Bayerischer Wald)


Große dunkle Augen, ein goldenes Fell, kleine runde Ohren und einen faszinierenden Tastsinn besitzt der kleine Kletterakrobat. Die Haselmaus hat auch die Kinder des Kindergartens St. Elisabeth in ihren Bann gezogen. Gemeinsam mit der Naturpark-Rangerin Lea Stier wird dieses Jahr die Haselmaus erforscht.  

Aufgrund seiner scheuen und nachtaktiven Lebensweise ist die Verbreitung des Kleinsäugers oft nicht geklärt. Die Haselmaus lebt in Laubwäldern oder großflächigen Holzbeständen. Größtenteils bewegt sie sich kletternd, in luftiger Höhe, zwischen den Ästen fort. Daher stellen verbuschte Flächen mit einer großen Auswahl an verschiedenen Bäumen und Sträuchern einen idealen Lebensraum für die Haselmaus dar. Genau solche Strukturen lassen sich in der Näher des Waldspielgeländes des Kindergartens von Thurmansbang finden. „Es bietet sich an hier vor Ort gemeinsam mit den Kindern auf Spurensuche zu gehen. Die Kinder eignen sich Wissen über die oft unbekannte Art, ihre faszinierende Lebensweise und auch über die Wichtigkeit von intakten Lebensräumen an. Und wenn wir Glück haben können wir kommenden Sommer tatsächlich gemeinsam einen Haselmausbestand in Thurmansbang nachweisen.“, so die Naturpark-Rangerin.

Für ein erstes „beschnuppern“ mit der Haselmaus besuchte die Naturpark-Rangerin vergangene Woche die Kindergartengruppe. Durch ein Märchen und über kleinere Spiele lernten die Kinder die Haselmaus kennen. Für großes Staunen sorgte die verwirrende Namensgebung der Haselmaus. Denn bei der Haselmaus handelt es sich um keine echte Maus, sondern um einen sogenannten Bilch. Somit sind Sieben- und Gartenschläfer die nächsten Verwandten der Haselmaus.

Vor Allem die Kinder der Waldgruppe des Kinderhauses St. Elisabeth haben schon ein umfangreiches Wissen über die Natur vermittelt bekommen. Das Kinderhaus legt viel Wert auf das „draußen Aufwachsen“ und einen respektvollen Umgang mit Tieren und Pflanzen. In einem Waldtagebuch werden regelmäßig die Spielideen der Kinder, die Entdeckungen im Wald oder auch die Naturerfahrungen notiert oder aufgemalt. Die Zusammenarbeit mit Lea Stier bereichert die Waldzeit der Kinder sehr und das Kinderhauspersonal bedankt sich sehr herzlich für die vielen guten Ideen, die Lea in die Kindergartenarbeit miteinbringt.   

Im Februar findet die nächste gemeinsame Aktion von Kindergarten und Naturpark statt. Dabei werden die Kinder sogenannte Haselmaustuben (siehe Foto) bauen. Diese dienen der Haselmaus und auch anderen Tieren als Sommernester. Im Frühjahr ist dann das Ausbringen und im Laufe des Sommers die Kontrolle der Haselmaustuben geplant. Hoffentlich können die Kinder und die Rangerin dann auch die kleine Goldmaus entdecken.


Die Spurensuche im Ilztal wird mangels Schnees wohl schwieriger werden. Aber auch ohne Schnee und Eis fließt die Ilz tief schwarz ihren Weg im Winter. Auf den herausragenden Steinen im Wasser kann man die Wasseramsel auf Nahrungssuche beobachten. Es ist immer nur ein kurzes ausruhen, bevor sie sich wieder zum nächsten Tauchgang auf Nahrungssuche am Grunde der Ilz aufmacht. Abgenagte Äste verraten die Anwesenheit des Bibers. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt für Sonntag den 26.01.2020 zu einer geführten Winterwanderung im Ilztal ein. Der Gebietsbetreuer Stefan Poost wird auf der etwa zweistündigen Wanderung durch das Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ den Teilnehmern Strategien der Wildtiere zur Überwinterung im Ilztal näher erläutern. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr am Parkplatz bei der Schrottenbaummühle. Festes Schuhwerk und warme Kleidung werden empfohlen.


Neureichenau. Im Rahmen einer Begehung des Naturschutzgebiets Hochwald am Dreisessel trafen sich lokale Akteure mit einem Vertreter der Alpenvereins -Bundesgeschäftsstelle zum Erfahrungsaustausch. Auch am Dreissel findet in diesem Winter der bayernweite Aktionstag „Natürlich auf Tour“ statt.

Anfang Dezember haben der Naturpark Bayerischer Wald und die Bergwacht Passau-Haidmühle entlang des Adalbert-Stifter-Steiges die Wintermarkierung für Skitouren- und Schneeschuhgeher angebracht. Die dafür verwendeten Schilder stammten vom Deutschen Alpenverein. Dieser setzt die Markierung bisher vor allem in allen Skitourenregionen der Bayerischen Alpen ein, um damit naturverträgliche Winterrouten zu kennzeichnen. Zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten, der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Freyung-Grafenau und dem Naturpark Bayerischer Wald haben sich diese „Teststrecke“ nun der Projektverantwortliche der Bundesgeschäftsstelle des Alpenvereins sowie der Vorsitzende der Alpenvereins Ortsgruppe Freyung angesehen. Der Naturpark-Ranger, Marco Müller, stellte dabei das Markierungskonzept vor. Ziel des Termins war eine weitere Verbesserung der Wintermarkierung vor Ort zu besprechen und Erfahrungen auszutauschen. „Derzeit ist die Einhaltung des Wegegebots vor allem im Bereich des neu markierten Adalbert-Stifter-Steiges bis auf einzelne Ausnahmen befriedigend“, so Müller.

Bei geringer Schneelage, dafür aber wunderbarem Wetter und herrlichem Alpenpanorama sahen die Teilnehmer der Begehung die Notwendigkeit einer intensiveren Wintermarkierung am Dreisessel, vor allem auch der Information an den Parkplätzen und an den Schutzgebietsgrenzen. Lediglich Haftungsfragen, die sich aus der Wintermarkierung des Adalbert-Stifter-Steiges ergeben, müssten noch geklärt werden. Darin waren sich die Vertreter des Alpenvereins mit der Forstbetriebsleiterin Gudula Lermer einig. Juristen werden nun prüfen, ob durch die Wintermarkierung Haftungsrisiken auf den Alpenverein oder den Grundeigentümer übergehen.

Im Bereich des Steinernen Meers und Dreiländerecks wurde vom Alpenverein vorgebracht, dass hier Abfahrtsmöglichkeiten für Tourengeher fehlten. „Es sei unattraktiv und teilweise auch nicht möglich für Tourengeher genau auf der Aufstiegsspur wieder abzufahren“, sagte Manfred Scheuermann von der DAV Bundesgeschäftsstelle. Vor allem in Hinblick auf eine erfolgreiche Lenkung der Tourengeher in diesem Bereich wäre eine Angebotsschaffung sehr hilfreich. Werner Simmet von der unteren Naturschutzbehörde sieht diese Anliegen durchaus als berechtigt an, wies aber auf die hohen Hürden hin. „Das würde eine Änderung der Naturschutzgebiets-Verordnung bedürfen, der auch die Regierung von Niederbayern zustimmen müsste“, so Simmet. Forstbetriebsleiterin Gudula Lermer brachte noch weitere Argumente vor, die gegen eine Angebotserweiterung sprechen. „Im Bereich des Dreiländerecks gäbe es nicht nur ein Naturschutzgebiet, sondern gleichzeitig auch ein Naturwaldreservat“. Das flächige Befahren dieses Bereichs würde den Waldaufwuchs stark beinträchtigen. Sowohl Gudula Lermer als auch Werner Simmet sahen auch die Frage, welche Abfahrt für die Tourenskigeher ab der Hochstraße ausgewiesen werden sollte, als sehr schwer lösbar. Hier böten sich keine Varianten an, die aus forstlicher Sicht unkritisch wären.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer der Begehung zur Vorbereitung des Aktionstags „Natürlich auf Tour“ im Forstbetrieb Neureichenau noch mit weiteren Akteuren am Dreisessel. „Natürlich auf Tour“ ist eine Kampagne des Deutschen Alpenvereins. Mit ihr möchte der Alpenverein erreichen, dass Wintersportler ihre Aktivitäten naturverträglich ausüben und auf Schutzgebiete und Wildtiere Rücksicht nehmen. Da dieses Ziel nicht nur der Alpenverein verfolgt, sondern viele weiteren Organisationen wie Bergwachten, Naturschutzverbände und -behörden, Forstbetriebe oder Naturparke wurde von Manfred Scheuermann und Marco Müller, noch in seiner damaligen Funktion als Gebietsbetreuer im Mangfallgebirge (Landkreis Miesbach), vor fünf Jahren ein Aktionstag ins Leben gerufen. Letztes Jahr fand der Aktionstag auch zum ersten Mal im Bayerische Wald statt – organsiert vom Naturpark-Gebietsbetreuer Johannes Matt am Arber.

„Am Dreisessel schaffen wir es nun sogar, aus dem Aktionstag einen internationalen Tag zu machen“, freut sich Müller. Denn nicht nur die Gemeinden Neureichenau und Haidmühle, die Bergwacht Passau-Haidmühle, der Forstbetrieb Neureichenau, die Waldvereins Sektion Dreisessel und die Ortsgruppe Freyung der Sektion Passau des Alpenvereins sondern auch die Gemeinde Schwarzenberg, Stift Schlägl und der Nationalpark Šumava beteiligen sich am Aktionstag auf dem Dreisessel. „Am 15. Februar werden wir die Besucher des Dreisessels gemeinsam für den Wildtierschutz gewinnen“, so Müller. Walter Bermann beendete das Treffen mit einem Zitat „Der Weg ist das Ziel“ und fügte an: „bloß sollte sich dies nicht nur auf die gerade geplanten und stattfindenden Bergtouren beziehen, sondern auch auf den Erhalt von Natur und zum Schutz der vom Aussterben bedrohter Tiere beziehen. Wir alle sollten das Ziel haben, der nachfolgenden Generation das Gleiche zu hinterlassen, als das was wir von der vorgehenden Generation übergeben bekommen haben.“


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2020 findet im Naturpark- Informationshaus an der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Info-Zentrum 3) ein Vortrag mit Dr. Stefan Schaffner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen und Freyung-Grafenau statt.

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 23.01.2020 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des Sonnenhauses. Eingeladen sind nicht nur Waldbesitzer sondern auch interessierte Bürger.

Thematisch geht es um die Zukunft der Bergmischwälder. Eine aktive Bewirtschaftung, gerade im Hinblick auf eine richtige Naturverjüngung wird immer wichtiger. Das Klima wird extremer. Die Niederschläge verschieben sich, man muss mit trocken – heißen Sommern aber auch trocken – kalten Wintern, also insgesamt einem kontinentaleren Klima rechnen. Ziel wird es sein mehr Naturverjüngung und nicht große Holzvorräte auf die Fläche zu bekommen.

An alle Interessierten ergeht herzliche Einladung, der Eintritt ist frei.


Naturpark fördert Instandsetzung des Steges über die Wolfsteiner Ohe

Das Frühjahrshochwasser 2019 hatte den Steg über die Wolfsteiner Ohe bei Aumühle weggerissen. Die Gemeinde Fürsteneck hatte daraufhin einen Förderantrag beim Naturpark Bayerischer Wald eingereicht. Diese Woche fanden nun der Abnahmetermin und die Freigabe der neu errichteten Fußgängerbrücke statt. Damit sind nun die sehr wichtigen Fernwanderwegverbindungen, Goldsteig, Via Nova, Ilztalwanderweg und Pandurensteig wieder uneingeschränkt begehbar. Die Unterkonstruktion wurde aus Stahl ausgeführt, um eine möglichst lange Lebensdauer zu gewährleisten, Bodenbelag und Geländer wurde aus heimischer Eiche erstellt. Der 1. Vorsitzende des Naturparks Heinrich Schmidt gratulierte Roland Hackl vom Bauamt anlässlich der Fertigstellung. Träger der Maßnahme, die auf Grund der Lage im FFH-Gebiet mit 70 % bezuschusst werden konnte, war der Naturpark Bayerischer Wald. Gefördert wurde das etwa 50.000 Euro umfassende Projekt von der Regierung von Niederbayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Foto: Löfflmann: v.l. Bernhard Kölbl, Zimmereibetrieb, Heinrich Schmidt, 1. Vorsitzender Naturpark Bayer. Wald, Roland Hackl, Bauamt Verwaltungsgemeinschaft Perlesreut, Tobias Nienhaus Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Freyung-Grafenau, Stefan Poost Gebietsbetreuer Naturpark Bayer. Wald


Der Naturpark Bayerischer Wald lädt am Samstag, 18.01.2020 zu einer naturkundlichen Wanderung in den Winterwald ein. Gemeinsam mit dem Naturpark-Ranger führt uns die Strecke durch den verschneiten Hochwald am Hirschenstein. Entlang des Mühlgrabens erleben wir die winterliche Natur. Mit etwas Glück lässt uns die verschneite Landschaft Tierspuren entdecken. Höhepunkt ist der 1095 m hohe Hirschenstein, der bei guter Sicht ein beeindruckendes Alpenpanorama bietet.

Die mittelschwere Wanderung dauert rund 4 Stunden und erfordert eine gute Kondition. Neben Schneeschuhen und Stöcken benötigen Sie festes Schuhwerk, und wetterangepasste Kleidung. Eine Einkehrmöglichkeit während der Wanderung besteht nicht, es wird gebeten ausreichend Getränke und eine Brotzeit mit zu nehmen.

Treffpunkt ist um 10:00 Uhr am Naturpark-Infopavillon am Parkplatz Grandsberg. Wenn nicht ausreichend Schnee liegt, wandern wir ohne Schneeschuhe. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung nicht statt. Kurzfristige Rückfragen unter: 0170 260 78 30. Es wird um Anmeldung bis Freitag, 17.01.2020, 14:00 Uhr beim Naturpark Bay. Wald unter Tel.: 09922 80 24 80 gebeten.

Foto H. Rothe, Archiv Naturpark: Die erste Ranger-Wanderung des Jahres führt vom Grandsberg bei Schwarzach aus zum Hirschenstein: Hirschenstein mit Aussichtsturm