2012


„Herbstzeit ist Schwammerlzeit“ – beim Wandern durch die Wälder begegnet man einer großen Vielfalt an Pilzen. Welche sind genießbar und schmecken besonders gut? Welche Schadstoffe, welcher Nährwert oder welche gesunden Inhaltsstoffe sind im Pilz enthalten? Wie stark strahlen Pilze heute noch? Dies sind Fragen, die sich mancher Pilzsucher stellt. Mit dem Wissen über richtiges Sammeln und Zubereiten kann man Pilze guten Gewissens genießen. Gelegenheit dazu bietet sich bei einer Pilzwanderung in der Umweltstation Viechtach am Großen Pfahl. Die Pilzexkursion „gesunde Ernährung aus der Natur“ findet am Freitag, den 21. September statt. Treffpunkt für die ca. dreistündige, kostenlose Wanderung ist um 15:00 Uhr am Parkplatz Großer Pfahl an der B 85. Referent Alois Zechmann, Naturpädagoge und Pilzexperte, berichtet über regionale Pilze und deren Besonderheiten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Zum Schluss der Exkursion kann man einfache Rezepte auszuprobieren und kleine Kostbarkeiten genießen.


Bedeckt vom sanften Nebelkleid, aus dem zwei Türme ragen: Dieser Anblick des Großen Arbers bot sich kürzlich den 27 Teilnehmern, die unter der Leitung von Dr. Isabelle Auer einem eineinhalbstündigen Gipfelrundgang auf dem Großen Arber folgten. Nicht nur Urlauber, sondern auch einheimische Familien hatten die Einladung des Naturparks Bayerischer Wald angenommen und lauschten gespannt, wie die Arbergebietsbetreuerin Naturkundliches und Geschichtliches rund um den Berg erzählte. Ausgangsort der Führung war die Arberkapelle, die sich auf dem Großen Seeriegel, einem der vier begehbaren Riegel des Gipfelplateaus, befindet. Zu Ehren des heiligen Bartholomäus wird bei der Arberkirchweih alljährlich eine Messe vor der von den Hohenzollern in den fünfziger Jahren gestifteten Arberkapelle von allen Wallfahrern und Einheimischen gefeiert. Vom großen Seeriegel führte Dr. Isabelle Auer weiter, vorbei an der Zwieseler Hütte, von der man Aussicht auf den Bodenmaiser Riegel hat, welcher bei Einheimischen auch als Richard-Wagner-Kopf oder Arberhex‘ bekannt ist. Der Sage nach müssen unglücklich Verliebte bei Vollmond auf den Großen Arber steigen, um der Hexe ihr Leid zu klagen. Daraufhin werden sie von ihrem Liebeskummer befreit. Weiter ging die Führung zum Kleinen Seeriegel. Durch die aufreißende Nebeldecke konnten die Wanderer einen Blick auf die Chamer Hütte, das Schutzhaus des Skiclubs Bodenmais, sowie den Kleinen Arbersee erhaschen. Die als „schwimmende Inseln“ bezeichneten Schwingrasen im Kleinen und Großen Arbersee sind in Bayern einzigartig. Bei guter Sicht, so Auer, sind hier die acht Tausender der Kammwanderung, die bis hin zum Eck führt, zu sehen. Das vorherrschende raue und kalte Klima am Berg wird verstärkt durch den Böhmischen Wind, der aus der Tschechischen Republik herüberweht. Neben geografischen Besonderheiten um den Großen Arber erfuhren die Wanderer auch Wissenswertes über Flora und Fauna des Berges: Latschenkiefer und Borstgrasrasen, sowie die flächendeckenden Heidelbeersträucher, die den besonderen Ungarischen Enzian bedrängen, sind am Berg stark verbreitet. Heimische Tierarten, die in der Region um den Großen Arber vertreten sind, wie der aus der Tschechischen Republik wieder eingewanderte Luchs sowie das Auerhuhn und andere seltene Vogelarten, unterliegen strengstem Artenschutz. Die letzte Station führte die Wanderer zum Gipfelriegel mit seinem Gipfelkreuz, das mit 1456 m der höchstgelegene Punkt des bayerisch-böhmischen Grenzgebirges ist. Daher wird der Große Arber nicht umsonst der „König des Bayerischen Waldes“ genannt.


Am Sonntag, den 16. September werden in ganz Deutschland viele Veranstaltungen zum Tag des Geotops angeboten. Geotope sind steinalte Boten der Erdgeschichte, wie beispielsweise bizarre Felsen, geheimnisvolle Höhlen oder Fundstellen seltener Mineralien. Hier kann man gleichsam den „Pulsschlag der Erde“ fühlen. Im Naturpark Bayerscher Wald stehen dabei der Große Pfahl in Viechtach und der Bogenberg in Bogen im Mittelpunkt. Alle Interessierten sind herzlich zu den kostenlosen Wanderungen eingeladen. Das Quarzriff Großer Pfahl in Viechtach und der Donaurandbruch am Bogenberg sind in die Liste der einhundert schönsten erdgeschichtlichen Naturdenkmäler Bayerns aufgenommen. Treffpunkt in Bogen ist am Sonntag, den 16. September um 14:00 Uhr in der Naturpark-Infostelle im Bahnhof Bogen (1. Stock). Die An- und Abfahrtszeiten der Bahn werden berücksichtigt. „Natur und Kultur am Bogenberg“ lautet der Titel der geführten Wanderung zum „heiligen Berg Niederbayerns“. Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks, lädt zu einer ca. dreistündigen Wanderung am Naturlehrpfad für große und kleine Naturliebhaber ein. Der Bogenberg an der Donau ist Lebensraum für eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt. Das Naturschutzgebiet ist Heimat für wärmeliebende Tierarten wie Zauneidechse, Schlingnatter oder Schwalbenschwanz. Auf den steilen Felsstandorten finden sich kleine Trockenrasen mit magerheitsliebenden Pflanzen wie Felsenmauerpfeffer oder Sonnenröschen. Mit den besonderen Bruch- und Schiefergesteinen des Donaurandbruches gehört der Bogenberg zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Seine religiöse und kulturelle Bedeutung zeigt sich zum Beispiel an der Wallfahrtskirche und dem Kreisheimatmuseum. Treffpunkt in Viechtach ist am Sonntag, den 16. September um 14:00 Uhr am Parkplatz Großer Pfahl an der B85. Referentin Dorothea Haas, Diplom Geologin und Landschaftsarchitektin, lädt zu einer ca. zweistündigen, naturkundlichen Wanderung am „Großen Pfahl“ ein. Wissenswertes und Interessantes zur Erdgeschichte, Tier- und Pflanzenwelt oder der fast 100-jährigen Abbaugeschichte im ehemaligen Quarzbruch kann man dabei erfahren. Im Naturschutzgebiet „Großer Pfahl“ bietet sich dem Wanderer ein Naturschauspiel von hoch aufragenden Felsenriffen, tiefen Quarzbrüchen, beweideten Pfahlheiden und licht durchfluteten Wäldern. Die Felsentürme aus Quarzgestein sind nicht nur landschaftlich sehr reizvoll, sondern beflügeln schon lange die Phantasie der Menschen. Nach alten Sagen sind die weißen Felsenzacken der oberirdische Kamm eines tief im Erdinneren ruhenden Drachens. Tatsächlich ist der Pfahl ein uralter Riss im Grundgebirge des Bayerischen Waldes. Gegen Ende des Erdaltertums drangen heiße wässrige Quarzlösungen in diese Spalten und Hohlräume ein und erstarrten in einer Tiefe von bis zu fünf Kilometern zum weißen Quarzgestein. Im Laufe der Jahrmillionen wurde das umliegende weichere Gestein verwittert und abgetragen. Der sehr harte Pfahlquarz widerstand bis heute dem Zahn der Zeit. Am „Klopferplatz“ kann man selbst Quarzkristalle suchen – nur hier ist die Mitnahme von Quarzkristallen im Naturschutzgebiet erlaubt.


Berge faszinieren. Manchmal haben sie etwas Unnahbares, etwas Unzähmbares. Viele Sagen ranken sich um die Berge, da manche Menschen sie noch heute – in unserer schnelllebigen, wissenschaftsgeprägten Zeit – als etwas Besonderes sehen. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald lädt am Samstag, 15. September alle Arberfans dazu ein, auf einem ungefähr zweistündigen Rundgang um den Großen Arbersee gemeinsam mit ihr die Sagenwelt des „Königs des Bayerischen Waldes“, das Reich von Arbergeist, Arberhexe und den Arbernixen, zu erleben. Treffpunkt der Führung ist um 18:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Bitte denken Sie an eine Taschenlampe, stabiles Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung findet bei jedem Wetter statt.


Das Arbergebiet bietet jedem Naturliebhaber etwas: Kürzere und längere Wanderungen aber auch Mountainbikestrecken durch meist unberührt erscheinende Natur. Dass der Arber aber auch ein „Familienberg“ ist, zeigte sich kürzlich bei einer Naturerlebniswanderung zum Arbergipfel, bei der Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer und die beiden Naturpark-Praktikantinnen Cora-Michel Graulich und Veronika Hofmann 39 Teilnehmer, darunter hauptsächlich Familien, am Brennes begrüßen konnten. Bereits zu Beginn zeigte die Gebietsbetreuerin, wie spannend es sein kann, hin und wieder einzelne Sinne bewusst „auszuschalten“: Geht man beispielsweise in einer „blinden Raupe“, also in einer Polonaise und mit geschlossenen Augen durch den Wald, so werden nicht nur der Waldboden, sondern vor allem Geräusche bewusster wahrgenommen, gleichzeitig wird aber auch das Vertrauen in die Mitspieler gestärkt. Auch beim Spiel „Baumfreund“, bei dem ein „sehender“ Wanderer seinen „blinden“ Mitspieler zu einem Baum führt, dessen Besonderheiten der „Blinde“ ertasten muss, um ihn später wiederzufinden, konnten sich die Teilnehmer die unterschiedlichen Baumarten durch Betasten der Baumrinde quasi „erfühlen“. Den nötigen Schwung für den letzten Teil der ungefähr vierhundert Höhenmeter holten sich die jüngsten Teilnehmer beim Fichtenzapfenschießen, bei dem sie nicht nur spielerisch die Unterschiede zwischen Fichten- und Tannenzapfen kennenlernten, sondern auch erfuhren, wie schwer „Zapfenbowling“ ist, bei dem ein in den Boden gesteckter Fichtenzapfen mit Hilfe von geworfenen Zapfen umgestoßen werden muss. Nach ungefähr drei – für Jung und Alt – sehr kurzweiligen Stunden erreichte die Gruppe das Gipfelkreuz.


Die „8-Tausender Tour“: Unter Arberkennern gilt sie – besonders im Herbst, wenn sich in den tieferen Lagen des Bayerischen Waldes und über der Donauebene die Nebel länger halten, als Geheimtipp: Nirgendwo anders im Arbergebiet, als auf dem Gebirgskamm zwischen dem Eck oberhalb von Arnbruck und dem „König des Bayerischen Waldes“, kann man mit etwas Glück im Herbst so lange „über den Wolken“ wandern. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald, Gebietsbetreuerin Caroline Stautner vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald und Sepp Altmann von der Gemeinde Eschlkam bieten diesen Herbst daher am 28./29. September eine Zweitageswanderung über die Acht-Tausender-Kette mit Übernachtung auf der Chamer Hütte an. Treffpunkt zu dieser Exkursion, zu der eine verbindliche Anmeldung bis spätestens 15. September bei der Gemeinde Eschlkam unter Tel.: 09948 - 940815 erforderlich ist (hier gibt es auch weitere Informationen), ist am Freitag, 28. September um 11:30 Uhr am Eck. Auf dem Weg über den Höhenkamm werden die Teilnehmer viel über die Natur- und Tierwelt des Arbergebiets, speziell über das Auerhuhn erfahren. Nach einer Übernachtung auf der Chamer Hütte wird die Gruppe über den Kleinen Arbersee und die unteren Tallagen wieder zurück zum Eck wandern. Bitte denken Sie an eine Brotzeit, ausreichend Getränke, wetterangepasste Kleidung und gutes Schuhwerk.


Im kalten Stollen wird es still: Die Fledermausexpertin Susanne Morgenroth erzählt den rund 30 Teilnehmern der europäischen Fledermausnacht im Silberberg, einer Kooperationsveranstaltung des Naturparks Bayerischer Wald und der LBV-Kreisgruppe Regen, Spannendes aus der Welt der Fledermäuse. Diese kleinen Tiere bevölkerten schon vor ca. 60 Millionen Jahren, also kurz nach dem Aussterben der Dinosaurier, die Erde. Neben den Flughunden, die zu der gleichen Ordnung gehören, sind sie heute die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Durch die biegsamen Flughäute zwischen den Fingerknochen, die geschickt gefaltet werden können, um Luftwirbel zu bilden, fliegen sie sogar wendiger als Vögel. Dies macht Fledermäuse zu geschickten Insektenjägern. Neben den in Europa vorkommenden insektenfressenden Fledermäusen gibt es vegetarische, fleisch- und fischfressende und die bei machen Menschen verrufenen bluttrinkenden Vampirfledermäuse. Diese kommen allerdings nur in Lateinamerika vor. Besonders hob Susanne Morgenroth hervor, dass einzelne Fledermausarten 3000 km weit wandern können und bis zu 30 Jahre alt werden. Außerdem ging sie auf die Schutzmaßnahmen des LBV und des Naturparks Bayerischer Wald ein. Neben den interessanten Informationen über Fledermäuse erfuhren die Besucher von Martin Schreiner vom Silberbergbesucherbergwerk, dass der Silberberg 500 Jahre lang dem Erzabbau diente und mit ca. 35 km Stollengängen von oben bis unten durchlöchert ist. Nur 1 km dieser Gänge steht der Öffentlichkeit zur Verfügung, der Rest gehört den 15 Fledermausarten, die das Gebiet im und um den Berg ganzjährig unterschiedlich nutzen. Der Silberberg dient im Winter als Schlafquartier. Besonders hervorzuheben ist dabei die seltene Mopsfledermaus. In der Vegetationsperiode wird das Flora-Fauna-Habitat als Jagdgebiet und im Herbst als Jugendtreff und Balzquartier genutzt. Nach diesen einführenden Informationen durften sich die Interessierten selbst ein Bild von den Fledermäusen machen und begaben sich unter Anleitung von Diplom-Biologin Susanne Morgenroth zu der Gottesgabe, wo Fledermäuse im Flug beobachtet werden können. Leider konnten durch das schlechte Wetter nur fünf Tiere gesichtet werden, darunter das eindrucksvolle Große Mausohr, die größte Fledermausart in Bayern.


Die Kapelle auf dem Falkensteingipfel wurde vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Jahr 1987 errichtet. Der damalige Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann kam persönlich zur Einweihungsfeier. Der damalige 1. Vorsitzende Emil Rimpler und der Kassenverwalter Eduard Gistl waren beide Motor in Sachen Errichtung einer Kapelle auf dem Falkensteingipfel. Ihnen zu Ehren wurden im Frühjahr 2006 zwei Gedenkbretter an der Kapelle angebracht. Heuer begeht man das 25jährige Jubiläum. Alljährlich am 1. Sonntag im September wird die Falkenstein-Kirchweih begangen. Die Kapelle ist dem Hl. Franziskus geweiht. Er gilt als Patron für Natur und Schöpfung. Zum Gottesdienst am Sonntag, 02.09.2012, um 11:30 Uhr an der Falkensteinkapelle (Neben dem Schutzhaus) ergeht daher herzliche Einladung. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Männergesangverein Frauenau. Die Messe zelebriert Kaplan Michael Weny aus Zwiesel. Für eine anschließende Bewirtung ist gesorgt. Herzliche Einladung ergeht an die Bevölkerung zu einer Wanderung zur Falkensteinkirchweih. Um 09:00 Uhr und um 10:00 Uhr wird jeweils ein Bus von Zwieselerwaldhaus ab Parkplatz Schillerstraßl bis zur Ruckowitz-Kreuzung verkehren, am Nachmittag gibt es um 16:00 Uhr eine Rückfahrmöglichkeit.


Naturschutz ist mehr als Naturwissenschaft. Naturschutz zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass man sich aktiv für die Tiere und Pflanzen eines Gebietes einsetzt. Unter fachkundiger Anleitung und wenn z.B. die Landschaftspflegeaktion noch von Naturerlebnisspielen ergänzt wird, können das meistens schon Kinder tun. Kürzlich luden Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, ihre Naturpark-„Praktikantin für die Umwelt“ (alle Infos unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de) Cora-Michal Graulich, Gebietsbetreuerin Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald, der ehrenamtliche Arberranger Willi Weinberger und die ArberBergBahn-Ranger daher zu einem Arberabenteuertag auf dem Arbergipfelplateau ein. Bereits auf dem Aufstieg vom Brennes zum Gipfel erfuhren die Teilnehmer, dass man manchmal bewusst einzelne Sinne ausschalten muss, um die Natur intensiver wahrzunehmen: Geht man z.B. in einer sogenannten „Blinden Raupe“ mit geschlossenen Augen durch den Wald, spürt man, wie unterschiedlich sich der Waldboden anfühlen kann. Mit Hilfe eines Taschenspiegels, den man auf dem Nasenrücken hält, sieht man den Wald plötzlich aus einer anderen Perspektive. Nicht nur Bäume, sondern auch kleinere Pflanzen – Sträucher und Blumen – werden bewusster wahrgenommen. Wie man eine ganz besondere Pflanze – den Ungarischen Enzian – schützen kann, erfuhren die Teilnehmer am Arbergipfel: Um zu gewährleisten, dass der Ungarische Enzian aussamen kann, müssen hin und wieder unter naturschutzfachlicher Aufsicht und wegen des auf dem Arbergipfel genauso wie in den Naturschutzgebieten herrschenden Wegegebots mit Sondergenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde Heidelbeersträucher zurückgeschnitten werden. Dass diese Arbeit – nicht nur, da man sie sich hin und wieder durch Heidelbeeren versüßen kann – Spaß macht, wurde vor allem an der Menge des „Schnittguts“ deutlich: Nach einer Stunde Arbeit hatte die 15köpfige Gruppe insgesamt sieben große Säcke voller Heidelbeersträucher gefüllt. Als Dankeschön für diesen Naturschutzeinsatz verlieh Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, wie es seit ein paar Jahren bereits Tradition ist, allen Teilnehmern und Helfern die Arberverdienstmedaille.


Der Große und der Kleine Arbersee gehören mit mehreren hunderttausend Besuchern jährlich zu den bekanntesten Ausflugszielen des Bayerischen Waldes. Nur wenige Arberkenner wissen, dass es im Arbergebiet einst einen Dritten Karsee gab, der jedoch wegen seiner auch ursprünglich geringen Tiefe von nur drei Metern längst verschwunden ist. Kürzlich führten Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und der Geologe Fritz Pfaffl vom Naturkundlichen Kreis rund 50 naturkundlich interessierte Wanderer zum verlandeten Dritten Arbersee in der Nähe von Bodenmais. Bereits zu Beginn des Rundgangs um den einstigen See betonte Fritz Pfaffl, dass die Entdeckung des heute gut im Wald versteckte Hochmoors eigentlich einem Zufall zu verdanken ist: Im Jahr 1926 bewanderte der sächsische Geografielehrer Alfred Ludwig Rathsburg mit seinen Schülern das Arbergebiet. Als er vom Gipfelplateau ins Tal blickte, bemerkte er, dass sich zwischen dem Kleinen Arber und Bodenmais eine Waldlichtung befand, deren Form und vor allem deren begrenzende steile Rückwand ihn deutlich an die Form des Kleinen und des Großen Arbersees erinnerte: Das Bänkel, das in 1270 m Höhe zwischen den Gipfeln des Großen und Kleinen Arbers eine Jochhöhe bildet, war während der letzten Eiszeit Akkumulationsgebiet für zwei Gletscher. Nach Norden erstreckte sich das Kleine Arbersee-Kar, hier findet sich heute der Kleine Arbersee. Genau entgegengesetzt, nach Bodenmais zu, liegt im Talschluss des Schwellbachs ein weiterer deutlich ausgeprägter Karboden mit rechtseitiger steiler Seewand. Da diese Gletscherzunge nach Süden exponiert war, das Eis zusätzlich auf sehr hartes Gestein traf, hatte diese Arbergletscherzunge - anders als etwa auf der böhmischen Seite des Grenzmassivs, wo das Gestein weicher ist - nur geringe Schürfkraft. Auf die geomorphologischen Spuren dieser eiszeitlichen Vergangenheit konnte Pfaffl die Teilnehmer immer wieder während des einstündigen Rundgangs um den verlandeten Arbersee hinweisen, etwa auf die sogenannten „Kritzer“, kleine vom Eis ausgeschürften Ritzen im harten Fels der Seewand. Heute erscheint das Seeareal fast unberührt. Dass jedoch auch der Dritte Arbersee einst wirtschaftlich genutzt wurde, zeigte Fritz Pfaffl am Ende des Rundgangs: Wie im Bayerischen Wald noch bis weit in das 20. Jahrhundert üblich, wurde auch der Schwellbach für die Holztrift angestaut. Ein heute mit Heidelbeeren überdeckter Erdwall am unteren Ende des einstigen Dritten Arbersees zeugt noch heute davon, dass der See im 19. Jahrhundert revitalisiert wurde. Mit Ende der Holztrift wurde der künstliche Damm wieder durchbrochen. Der Dritte Arbersee wurde wieder zu dem, was er auch immer bleiben soll: Ein – vergessenes - Kleinod im Arbergebiet.