2012


Stimmungsvoll zeigt sich der Bayerische Wald in der herbstlichen Wanderzeit. Im „Goldener Oktober“ ist in den weiten Wäldern ein farbenprächtiges Blätterkunstwerk zu sehen. Naturparkexkursionen im Vorderen Bayerischen Wald luden zum Erleben und Erkunden der Bayerwaldnatur ein. „Wilde Felsen und weite Wälder“ – nach diesem Motto führte eine herbstliche Wanderung von Englmar zum 1048 Meter hohen Pröllergipfel. Nur 500 Meter vom Wanderparkplatz trafen die Wanderer auf den Gipfel des „Saustein“. Zerklüftete Felsen mit uralten Graniten und Gneisen säumten hier den Weg. „Diese Gesteine stammen aus dem Erdaltertum und sind mehr als 300 Millionen Jahre alt“, berichtete Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher, der die Wanderung anführte. „Im Erdaltertum war der Bayerische Wald ein Hochgebirge und stellenweise um mehr als vier Kilometer höher.“ Je mehr sich die Wandergruppe dem Gipfel näherte, umso lichter und offener zeigten sich die Wälder. Kleine Waldlichtungen und –wiesen waren im sonnendurchfluteten Waldmeer eingestreut. „Die Hochlagen des Vorderen Bayerischen Waldes sind nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch Lebensraum für seltenste Tierarten wie Luchs oder Auerhuhn.“ Felsige Zwergstrauchheiden und Brostgrasrasen fanden die Naturfreunde aus Nah und Fern beim Pröllergipfel. Am Gipfelplateau und in einer nahe gelegenen Waldlichtung bot sich eine beeindruckende Aussicht zu den höchsten Bergen des Bayerischen Waldes – vom Kaitersberg, Osser, Arber bis hin zum Rachel, Lusen und Dreisessel. Die Wanderer genossen lange bei strahlendem Sonnenschein das einladende Panorama, um dann auf kurzem Wege wieder nach Englmar zurückzukehren. „Moore und Wälder um Wiesenfelden“ – diese herbstliche Naturpark-Wanderung begann am Beckenweiher in Wiesenfelden. Ein barrierefreier Rundweg – geeignet auch für Rollstuhlfahrer und Kinderwägen – lädt zum Erholen und Erkunden in einer wildromantischen Weiherlandschaft ein. Mit vielen Sprachinformationen können an diesem besonderen Naturlehrpfad auch Sehbehinderte und Blinde die Natur erleben. Im Naturschutzgebiet „Weiherlandschaft bei Wiesenfelden“ sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Am Weihergrund findet sich die bayernweit stark gefährdete Große Teichmuschel oder der sehr selten gewordene Schlammpeitzger-Fisch. Das zu den Rosengewächsen zählende Sumpfblutauge kommt in den Erlenbruchwäldern oder Seggenriedern vor. Im Spätsommer zeigt sich der lila blühende Teufelsabbiss auf den feuchten Wiesenstandorten. Vom Beckenweiher aus wanderten die Exkursionsteilnehmer zum „Neuweiher“ – einem Naturbadeweiher. Im angrenzenden Naturschutzgebiet waren Nass- und Feuchtwiesen neben Flachmooren und Sumpfwäldern vom Wegrand aus zu entdecken. Weiter wanderten die Naturfreunde durch die herbstlichen Wälder um den Viechtberg nach Heilbrunn – einem alten Marienwallfahrtsort. Am Magdalenenplatz besichtigte man die Wallfahrtskirche, die Gnadenkapelle und die Heilquelle „Brünnl“. Die Wanderfreunde rasteten bei einer kurzen Einkehr im Gasthaus „Steudl“, das mit dem Qualitätssiegel „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet ist. Von Heilbrunn aus wanderte die Gruppe vorbei an den Wallfahrtsstationen „Sieben-Schmerzen-Mariens“ zurück nach Wiesenfelden. Zum Abschluss waren die Teilnehmer von der Vielfalt von Natur- und Kulturschätzen auf der Wiesenfeldener Hochebene im Vorderen Bayerischen Wald besonders beeindruckt.


Die „Acht-Tausender-Tour“, die Wanderung über den Höhenkamm zwischen dem Eck und dem Großen Arber, gilt unter Bayerwaldkennern als eine der schönsten, aber auch eine der anspruchsvolleren Wanderungen im Bayerischen Wald: Zum einen, da die Route an wenigen Stellen, wie etwa am Schwarzeck, schon fast einen alpinen Charakter aufweist, zum anderen, da das häufige Bergauf und Bergab mehr Kondition erfordert, als bei den meisten Touren im Bayerischen Wald. Kürzlich folgten rund 50 berg- und naturbegeisterte Wanderer – sowohl Einheimische als auch Gäste aus ganz Deutschland - der Einladung der Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und Sepp Altmann von der Gemeinde Eschlkam, gemeinsam die naturkundlichen Besonderheiten dieses abwechslungs- und „aussichtsreichen“ Gebietes, eines Auerwildschutzgebiets, kennenzulernen. Ist das Gebiet zwischen dem Eck und dem Mühlriegel noch an vielen Stellen dicht bewaldet, so boten erste lichtere Stellen am Ödriegel den Wanderern herrliche Ausblicke auf den verhältnismäßig flacheren Lamer Winkel mit seinem weit über das Tal gespannten Hohe Bogen. In der Nähe des Reischflecksattels erhielten die Wanderer – unterstützt durch die Erklärungen von Sepp Altmann - jedoch Einblicke in das Zellertal und Fernblicke bis in die Donauebene. Dabei wurde deutlich, dass die – besonders für Einheimische – manchmal bedrückend wirkenden, vom Borkenkäfer verursachten - Totholzstämme nicht nur aus naturschutzfachlicher Sicht durchaus nützlich sind, sondern dass sie auch den Wanderern neue überraschende Ausblicke ermöglichen: „Diese nun freien Flächen,“ so Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, „ sind Ausdruck des „Kreislaufs der Natur“. Was wir jetzt sehen, ist nur eine Momentaufnahme. In nur wenigen Jahren wird alles wieder zugewachsen sein.“ Besonders zwischen Heugstatt, Enzian und Kleinem Arber sind diese ehemaligen Windwurfflächen ausgedehnter, was Dr. Isabelle Auer zum Anlass nahm, den Teilnehmern etwas über den bedrohten Wappenvogel des Bayerischen Waldes, das Auerhuhn, zu erzählen: „Die nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007 entstandenen winterlichen Tiefschneehänge könnten zwar den einen oder anderen Skitourengeher dazu verleiten, die Hauptroute zu verlassen. Da sich die Acht-Tausender-Route jedoch im Auerwildschutzgebiet befindet, sollte jeder naturbewusste Wanderer und Wintersportler vor allem im Winter und im Frühjahr die Wege nicht verlassen. Nur so kann man vermeiden, dass die Auerhühner, die sich im Winter von energiearmen Baumnadeln ernähren, beim Aufgeschreckt-Werden im Tiefschnee zu viel Energie verlieren und daran schlimmstenfalls sterben müssen oder dass durch eine Störung im Frühjahr eine Brut aufgegeben wird.“ Nach sieben Gipfeln und einer - mit vielen neuen interessanten Hintergrundinformationen gespickten – achtstündigen Wanderung erreichte die Gruppe die Chamer Hütte, wo sie übernachtete, um am darauffolgenden Tag noch zwei weitere Highlights des Arbergebiets, den Höhepunkt der Acht-Tausender – Tour, den Gipfel des Großen Arbers, und den Kleinen Arbersee zu erwandern. Beim nachmittäglichen Ausklang in einem Gasthof am Fuße des Ödriegels waren sich die Wanderer einig, dass man während der Zweitagestour nicht nur viel über das Arbergebiet, sondern durch das teils etwas anstrengende, teils fast meditativ wirkende Bergauf und Bergab auch viel über sich selbst gelernt hatte.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2012 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Baustellenbesichtigung für die Öffentlichkeit im Grenzbahnhof Eisenstein an. Treffpunkt ist am Freitag, 12.10.2012 um 15:00 Uhr auf der Gleisseite des Grenzbahnhofes beim Fahrkartenautomaten. Die Ankunft des Zuges um 15:15 wird noch abgewartet. Referent ist Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayer. Wald e.V.. Im Rahmen der Führung wird der Sanierungsablauf in diesem „national bedeutsamen Baudenkmal“ näher vorgestellt. Der Naturpark engagiert sich seit Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Grenzbahnhof im Hinblick auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit der benachbarten Schutzgebiete und Völkerverständigung. Die Sanierungsmaßnahme im höchst gelegenen Grenzbahnhof der Bundesrepublik Deutschland soll bis Mitte 2013 abgeschlossen sein. Beim etwa 1,5 stündigen Rundgang wird auch ein Schwerpunkt auch auf die energetische Sanierung des Baudenkmals gelegt. Der Naturpark hat sehr viel Engagement darauf verwendet nach der Sanierung möglichst wenig Energie im laufenden Betrieb zu verbrauchen. Die Anreise zur Veranstaltung ist aus Richtung Plattling bequem mit der Waldbahn möglich (Ankunft: 15:15 Uhr). Auch die Rückfahrt mit der Waldbahn ist gut möglich. Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auch zusammen mit dem Arbeitskreis Energie und Verkehr statt.


„Weiher und Wälder um Wiesenfelden“ - eine herbstliche Wanderung in Wiesenfelden bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Landkreis Straubing-Bogen an. Treffpunkt ist am Mittwoch, den 3. Oktober um 13:30 Uhr vor dem Rathaus in Wiesenfelden. Die ca. 6 km lange, dreistündige Wanderung verläuft vom Naturschutzgebiet am Beckenweiher und den Neuweiher über den Viechtberg nach Heilbrunn. Am Magdalenenplatz in Heilbrunn kann die Wallfahrtskirche, die Gnadenkapelle und die Heilquelle „Brünnl“ besichtigt werden. Nach einer kurzen Einkehrmöglichkeit wandert man weiter nach Wiesenfelden. Große und kleine Naturfreunde sind herzlich zu dieser kostenlosen Wanderung eingeladen. Dabei kann man Wissenswertes und Interessantes zur Tier- und Pflanzenwelt in der einmaligen Weiher- und Moorlandschaft um Wiesenfelden erfahren. Referent ist Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks.


Die Rißlochfälle und der Hochfall, die beiden höchsten Wasserfälle des Bayerischen Waldes, stehen bereits seit mehreren Jahren im Mittelpunkt der letzten Naturparkführung im Rahmen des Arber-Jahresprogramms. Am Sonntag, 07. Oktober zeigt Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer allen naturbegeisterten Arberfans auf einer etwa fünfstündigen Wanderung vom Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat Rißloch über die Schweiklruhe zum Naturdenkmal Hochfall bei Bodenmais die besonders wilde, rauschende Seite des „Königs des Bayerischen Waldes“. Dabei wird die Gebietsbetreuerin nicht nur viel Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt erzählen, sondern auch auf die formende „Kraft des Wassers“ eingehen. Darüber hinaus werden die Teilnehmer Einblicke in die besonders spannende Naturschutzarbeit im Arbergebiet erhalten. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr am Rißlochparkplatz am Ende des Rißlochwegs in Bodenmais. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Bringen Sie bitte, da unterwegs keine Einkehrmöglichkeit besteht, eine Brotzeit mit. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


„Wilde Felsen und weite Wälder“ – eine herbstliche Wanderung zum Pröllergipfel bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Landkreis Straubing-Bogen an. Treffpunkt ist am Sonntag, den 30.September um 15:00 Uhr am Wanderparkplatz an der Staatsstrasse gegenüber dem Hotel Predigtstuhl. Die ca. dreistündige Wanderung führt auf den 1095 m hohen Pröllergipfel. Hier bietet sich eine beeindruckende Aussicht in den Bayerischen Wald. Bizarre Felsengebilde oder Blockschuttfelder zeigen den Vorderen Bayerischen Wald von seiner wilden Seite. Lichte Zwergstrauchheiden und weite Wälder säumen den Weg. Interessante Informationen zu seltenen Tieren wie Luchs oder Auerhuhn stehen auf dem Programm. Referent ist Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks. Alle Interessierten sind zu der kostenlosen Wanderung herzlich eingeladen, die auch für Familien mit Kindern gut geeignet ist. Bitte festes Schuhwerk mitnehmen.


„G´scheit Essen in Niederbayern - mit Genuss und Verantwortung“ ist das diesjährige Motto einer Kampagne der Dachmarke Umweltbildung in Bayern. Zu diesem Projekt, das vom Bayerischen Umweltministerium gefördert wird, haben sich sechs Einrichtungen der Umweltbildung in Niederbayern zusammengeschlossen. Das ganze Jahr über finden dazu Schulklassenaktionen, Exkursionen, Fortbildungen und Vorträge statt. Heinrich Schmidt, Vorsitzender des Naturparks Bayerischer Wald und Leiter der Umweltstation Viechtach, konnte Vertreter von den Partnerinstitutionen zu einer Ausstellungseröffnung in der Umweltstation im Viechtacher Alten Rathaus begrüßen. Die Ausstellung „Nachhaltige Ernährung: Essen für die Zukunft“ vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium hat das Ziel über einen nachhaltigen Konsum zu informieren und Denkanstöße für ein verantwortungsvolles und bewusstes Genießen zu geben. Dabei wird beispielsweise über „Klimaschutz zum Frühstück“ oder „Natur zum Anbeißen“ informiert. Neben den Infoplakaten können kreativ gestaltete Plakate der niederbayerischen Umweltbildner besichtigt werden. In Viechtach hat eine berufsvorbereitende Klasse der Hotelberufsschule ein humorvolles Fotoplakat zu diesem Thema gestaltet. Die Ausstellung kann bis 10. Oktober kostenlos besichtigt werden.


In der Umweltstation beim Großen Pfahl fand eine Pilzexkursion zu den Hangwäldern ins Riedbachtal statt. Matthias Rohrbacher von der Umweltstation Viechtach konnte bei sonnigem Herbstwetter rund dreißig Pilzfreunde aus Nah und Fern begrüßen. Referent Alois Zechmann, Naturpädagoge und Pilzexperte, erzählte zum Einstieg über drei Typen von Pilzen: Pilze als „Pflanzenfreunde“, die mit dem Feinwurzelsystem der Pflanzen verbunden sind, so dass diese leichter an Wasser und Nährsalze kommen. Pilze als Zersetzer, die den „Abfall“ der Natur wie Blätter und Totholz aufarbeiten und damit den Kreislauf der Nährstoffe in Gang halten. Ein weitere Gruppe von Pilzen - wie die Rotfäule - an Fichten befallen lebende Bäume und zersetzten deren Holz. Zum Beginn der Wanderung zeigte Alois Zechmann den sogenannte Zunderschwamm, der auf gesunden Bäumen wächst: Dieser im Bayerwald als „Hodersau“ bezeichnete Holzpilz wurde bereits in der Jungsteinzeit zum Feuer machen verwendet. Wie das funktioniert, demonstrierte er als steinzeitlicher Ötzi verkleidet mit Feuersteinen und Pulver aus Zunderschwamm. Die von den Teilnehmern gesammelten Pilze wurden im Anschluss gemeinsam bestimmt. Der Referent erzählte über Besonderheiten der waldbewohnenden Köstlichkeiten: Die Milchlinge werden an der austretenden Milch im Pilzhut erkannt. Täublinge lassen sich z.B. an den absplitterbaren Lamellen unter dem Pilzhut erkennen. In der großen Gruppe der Röhrlinge finden sich viele sehr gute Speisepilze wie Steinpilze, Birken- oder Butter-Röhrlinge. Nur wenige in dieser Gruppe sind ungenießbar oder sogar giftig wie z.B. Gallen- oder Satans-Röhrlinge. Die bei uns häufig vorkommenden Maronen sind nach wie vor stark mit verstrahlten Celsium aus der Tschernobyl – Atomkatastrophe belastet. Etwa 90 % des Celsiums befindet sich in der Huthaut. Zieht man diese ab, ist ein Großteil der Belastung weg. Zum Schluss nannte Alois Zechmann noch Möglichkeiten die Pilze zuzubereiten. Er empfahl eine einfache Variante, mit Salz, Pfeffer etwas Zitronensaft, Gartenkräutern und Weißbrot, so dass der jeweilige Eigengeschmack des Pilzes gut zu erkennen ist.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Sonntag den 23.09.2012 zu einer geführten Herbstwanderung im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ ein. Treffpunkt ist der Parkplatz am Bahnhof in Fürsteneck. Mit der Ilztalbahn, Abfahrt Passau 9:42 Uhr und Ankunft 10:17 Uhr in Fürsteneck ist die Anreise ebenfalls möglich. Der anschließende Rundgang durch das Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ mit dem Gebietsbetreuer Stefan Poost führt zur mittäglichen Einkehr in die Schrottenbaummühle. Der Rückmarsch erfolgt über Schloss Fürsteneck mit Besuch der Ilz-Infostelle des Naturparks Bayerischer Wald. Die Rückfahrt nach Passau erfolgt um 16:08 Uhr ab Bahnhof Fürsteneck. Bitte Abfahrtzeiten vor Ort nochmals überprüfen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Festes Schuhwerk und der Witterung entsprechende Kleidung wird empfohlen.


Sagen faszinieren. Sie sind aber auch ein wichtiger Teil unserer Kultur. Wer versucht, den „wahren Hintergrund“ der oftmals Jahrhunderte alten Geschichten herauszufinden, wird schnell merken, dass die Lehren, die uns die Sagen vermitteln wollen, noch heute aktuell sind. Dass Sagen – besonders, wenn sie in einer stimmungsvollen Umgebung erzählt werden – auch Erwachsene berühren, zeigte kürzlich eine abendliche Sagenwanderung rund um den Großen Arbersee mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald: Gleich zu Beginn erfuhren die 34 Teilnehmer, dass das Wegegebot und Badeverbot im Naturschutzgebiet Großer Arbersee zwar in erster Linie dazu dienen soll, dass die bereits bestehenden Trampelpfade am Ufer sich zurückentwickeln können und dass besonders geschützte Pflanzen, wie die Gelbe Teichrose, nicht zerstört werden. Sagen, wie die des Liebespaares, das im Arbersee ertrinkt, zeigen jedoch, dass der dunkle See, auf dessen Grund die Arbernixen der Sage nach den Arberriesen gefangen halten, in der Vergangenheit vielen Menschen nicht geheuer war. Mehrere Geschichten, wie das Gedicht vom „Fischer vom Arbersee“, das einige Teilnehmer in verteilten Rollen vorlasen oder die Sage vom Bergknappen Oswald aus Bodenmais, dem einst – verführt durch den „Gruben-Veitl“ - seine Gier nach den silbernen Fischen des Arbersees mit ihren goldenen Flossen und ihren Augen aus Edelstein zum Verhängnis wurde, erinnern noch heute daran, dass damals der Glaube vorherrschte, dass Habgier nur Unglück bringen würde und dass die Naturgewalten unkontrollierte Gewinnsucht zu verhindern wussten. „Sagen“, so Dr. Auer, „erklären uns also nicht nur Naturphänomene auf eher kindlich-naive Weise, sondern sie erzählen uns auch viel über uns Menschen. Sie zeigen uns unsere „arteigene“, durch die Hektik des Alltags oder auch durch unsere Erziehung manchmal verschüttete Haltung gegenüber der Natur, speziell dem Wald und den noch heute manchmal unbezwingbar erscheinenden Bergen.“