2011


Weit über eine Million Menschen besuchen pro Jahr den Großen Arber. Sei es zum Skifahren im Winter oder zum Wandern und Radfahren im Sommer. Da vielen aber weniger bewusst ist, welche Naturbesonderheiten im Arbergebiet zu finden sind, bot Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald in der ersten Pfingstferienwoche unter dem Titel „Der NATUeRliche Arber: Frühling am Arbergipfel“ eine Exkursion für Natur- und Bergbegeisterte an. Elf Teilnehmer folgten der Einladung, mehr über das Gipfelplateau des Großen Arber zu lernen. Bei bestem Ausflugswetter erfuhren sie, dass neben dem Auerhuhn auch der Luchs im Arbergebiet unterwegs ist. Diese beiden, in der Region bereits ausgestorbenen und erst in den letzten Jahrzehnten wieder heimisch gewordenen Arten führten den Teilnehmern vor Augen, dass der Große Arber auch heute kein reiner „Freizeitberg“, sondern – ganz im Gegenteil - ein schützenswerter Lebensraum ist. Außerdem erklärte die Arbergebietsbetreuerin den Teilnehmern auch, weswegen bei etwa einer Million Besuchern pro Jahr Schutzmaßnahmen dringend notwendig sind: Mit einem Foto aus den 1970er Jahren veranschaulichte Dr. Isabelle Auer die Notwendigkeit der Besucherlenkung. Zu dieser Zeit war ein großes Netz aus Trampelpfaden entstanden, wodurch weite Teile des Gipfels kaum mehr bewachsen waren. Um das Gipfelplateau als Lebensraum für Flora und Fauna und als Erholungsgebiet für den Menschen dauerhaft zu erhalten, wurde im Jahr 2000 ein Wegegebot erlassen. Das Konzept sieht hierbei allerdings nicht vor mit Verbotsschildern das Verlassen der Wege zu verbieten, sondern durch Infotafeln Verständnis bei den Besuchern zu erzielen. Um die offiziellen Wege besser zu kennzeichnen, wurden außerdem Holzgeländer aufgestellt. Heute ist der Gipfelbereich des Großen Arber wieder üppig bewachsen und bietet zahlreichen, teils seltenen, Pflanzen und Tieren einen einzigartigen Lebensraum. So konnten die Exkursionsteilnehmer die größten außeralpinen Latschenkiefernbestände bestaunen und zahlreiche Exemplare des Ungarischen Enzians entdecken. Um diese Bestände zu erhalten, plant die Gebietsbetreuerin in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde, regelmäßig im August Landschaftspflegeaktionen im Rahmen der „Arberabenteuertage“ mit Kinder- und Jugendlichen durchzuführen. Dass solche Maßnahmen notwendig sind, konnte die Gruppe an Enzianpflanzen erkennen, welche zunehmend von Heidelbeersträuchern überwuchert werden. Nach etwa anderthalb Stunden endete der Rundgang mit der Sage der Arberhexe, welche sich seit jeher um die Probleme und Sorgen der Menschen der Region kümmert. So lernten die Teilnehmer neben dem Naturschutz und dem Erhalt als Freizeitraum eine weitere, mystische, schützenswerte Seite des „Königs des Bayerischen Waldes“ kennen.


Zum 30.06.2011 verlässt der letzte Zivildienstleistende den Naturpark Bayer. Wald e.V.. Damit geht eine Ära zu Ende. Zwei Jahrzehnte lang gab es bis zu drei Jugendliche pro Jahr, die die Stammbelegschaft unterstützten. Ab dem 01.07.2011 können nun Freiwillige im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes beim Naturpark Dienst tun. Der Bundesfreiwilligendienst steht Männern und Frauen und auch ausländischen Bewerbern offen. Ab Alter 16 kann man sich beim Naturpark bewerben. Zwischen Alter 16 und 27 ist nur ein Vollzeitdienst möglich, bei Älteren ist auch eine Teilzeittätigkeit zulässig. Der Dienstantritt ist ganzjährig möglich, mit dem Naturpark wird lediglich eine Vereinbarung unterhalb des Niveaus eines Arbeitsvertrages geschlossen. Für die Teilnehmer gibt es 330.- € Taschengeld und 206.-€ Verpflegungsaufwendung. Kindergeld wird in dieser Zeit grundsätzlich weiter bezahlt. Mit der Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst lassen sich manchmal Wartezeiten überbrücken, beispielsweise bis zum Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, man kann sich beruflich orientieren und neue Fachkenntnisse erlangen. Weitere und aktuelle Informationen gibt es auf den Internetseiten www.bafza.de, www.bundesfreiwilligendienst.de oder www.zivildienst.de. Der Naturpark sucht vor allem Freiwillige für die Betreuung des Nullenergiehauses in Zwiesel, aber auch für die Naturparkwerkstatt in Thereseinthal, in der Gegenstände für die Ausstattung von Wanderwegen vorgefertigt werden. Im Naturparkhaus geht es in erster Linie um die Betreuung der Infotheke und der Besucher und um das Infohausumfeld. In der Naturparkwerkstatt werden vorwiegend Bänke und Tische und Erholungseinrichtungen gefertigt und die logistische Unterstützung für die Wanderwegemarkierung bereitgestellt. Bewerbungen sind ab sofort in der Naturparkgeschäftsstelle Telefon 09922 80 24 80 möglich.


Die Umgebung von Bodenmais ist besonders reich an Naturschätzen. War es früher der Erzbergbau am Silberberg, so ist jetzt die Natur selbst, die im Naturschutzgebiet Riesloch noch in einem geradezu urwaldartigen – unberührten – Zustand zu sein scheint, der wohl größte Schatz. Der Naturpark Bayer. Wald lädt daher am Samstag, den 18.06.11 um 18:00 Uhr alle Arberbegeisterten dazu ein, auf einer 5-stündigen Wanderung vom Riesloch zum Silberberggipfel unter der Leitung von Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer und Martin Schreiner vom Silberberg-Besucherbergwerk mehr über diese „Bodenmaiser Schätze“ zu erfahren. Treffpunkt ist am Wanderparkplatz „Rissloch“ am Ende des Rißlochweges in Bodenmais. Bitte bringen Sie eine Taschenlampe mit und denken Sie an stabiles Schuhwerk. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Obwohl es vielen nicht bewusst ist, ist der „König des Bayerischen Waldes“ mehr als ein „Skiberg“: Selbst in unmittelbarer Nähe der meistbesuchten Teile des Arbergebiets - wie auf dem Arbergipfelplateau – finden Naturbegeisterte - Dank der Besucherlenkungsmaßnahmen – noch immer eine einzigartige Flora und Fauna. Auch die vielen Sagen und Geschichten, die sich um den „König des Bayerischen Waldes“ ranken, faszinieren die Menschen heute mehr denn je. Deshalb lädt der Naturpark Bayer. Wald am Mittwoch, den 15.06.11 um 11:00 Uhr zu einer 1,5-stündigen Führung auf dem Arbergipfelplateau unter der Leitung von Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer ein. Treffpunkt ist an der Arberkapelle am Arbergipfel (beim sogenannten Großen Seeriegel). Bitte denken Sie an stabiles Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Im Jahre 1906 machte sich der Tourist Burkard Steingräber mit seinem Automobil auf den Weg zum Großen Arbersee. Was zu jener Zeit noch eine Rarität darstellte, ist heute schon längst keine Seltenheit mehr. Der Große Arbersee zieht jährlich etwa 500.000 Besucher an und zählt damit zu einem der beliebtesten Ausflugsziele des Bayerischen Waldes. Für alle Arberbegeisterten, die den Blick auch auf die kleinen, faszinierenden Dinge am Wegesrand richten und mehr über den Großen Arbersee erfahren wollen, bot die Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer kürzlich einen abendlichen Rundgang rund um den eiszeitlichen Karsee an. Der Einladung folgten 52 Teilnehmer, welche sich auch von dem einsetzenden Nieselregen nicht abschrecken ließen. So erfuhren die Interessierten, dass im Großen Arbersee in den vergangenen Jahrzehnten eine Versauerung einsetzte und mit durchschnittlichen pH-Werten zwischen 4,6 und 5,1 keine Fische mehr darin leben. Der am Großen Arbersee lebende Biber macht sich jedoch nichts daraus, wodurch die Gruppe einen Blick auf seine Burg erhaschen und frische Biberfraßspuren bestaunen konnte. Die Gebietsbetreuerin nutzte die Gelegenheit, um an mitgebrachten Tierschädeln die Unterschiede zwischen Fischotter- und Bibergebiss zu erläutern. Besonders die für den pflanzenfressenden Biber typischen langen, stabilen und leicht gebogenen Nagezähne sorgten in der Gruppe für große Bewunderung. Der unter dem Motto „Ein Hauch von Urzeit“ stehende Rundgang führte die Teilnehmer weiter in Richtung „Arberseewand“. Am Fuße des 416 m hohen Felsen erläuterte Dr. Isabelle Auer, dass sich hier die wohl eindrucksvollsten Urwaldreste des Bayerischen Waldes befinden und mancher Baum gewiss an die 600 Jahre alt ist. Oft nehmen dies die Besucher jedoch nicht auf den ersten Blick wahr, denn neben großen und mächtigen Stämmen finden sich immer wieder schmächtig wirkende Bäume. Grund dafür ist das harte Leben auf felsigem Untergrund, denn ein geringer Baumumfang ist nicht automatisch ein Indiz für ein niedriges Alter. Um dies zu verdeutlichen, zeigte die Arbergebietsbetreuerin den Exkursionsteilnehmern zwei Baumscheiben, welche beide ein Alter von fünfzig Jahren aufwiesen, doch in ihrem Breitenwachstum einen enormen Unterschied zeigten. Vorbei an Sumpfdotterblumen, Pestwurz, Alpen-Milchlattich und Siebenstern konnten die Interessierten viel Wissenswertes über die hiesige Flora erfahren. Begleitet vom Ruf des Wanderfalken erläuterte Dr. Isabelle Auer, dass die Arberseewand als Lebensraum für über vierzig Vogelarten von besonderer Bedeutung ist. Einige Anekdoten und Sagen über den mystischen Großen Arbersee rundeten die 2-stündige Wanderung ab. Am Ende der Wanderung stellten die Teilnehmer fest, dass es sich lohnt, immer das Gesamtsystem zu betrachten und dabei auch die kleinen Besonderheiten nicht aus dem Blick zu verlieren.


Eine abendliche Fledermausexkursion im Außengelände der Umweltstation Viechtach bieten der Landesbund für Vogelschutz und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. an. Die Wanderung am Großen Pfahl und im Riedbachtal wird von Susanne Morgenroth geführt. Die Fledermausexpertin und Biologin ist bestens mit den heimischen Fledermäusen und deren Lebensweise vertraut. Treffpunkt ist am Freitag, den 10. Juni um 21:00 Uhr am Parkplatz Großer Pfahl an der B 85. Alle großen und kleinen Naturliebhaber sind herzlich zu dieser kostenlosen, ca. zweistündigen Abendwanderung mit dem Titel „Kleine Schatten in der Nacht“ eingeladen. Bitte Taschenlampe mitbringen. Bei strömenden Regen entfällt die Veranstaltung. Rückfragen unter 09942 – 90 48 64. Fledermäuse werden überwiegend in der Dämmerung und Nacht aktiv und jagen im Fluge nach Insekten. Als Jagdrevier nutzen sie gerne kleine Weiher wie im Steinbruch am Großen Pfahl oder im Riedbachtal. Ähnlich einem Radar orientieren sie sich mit Echoortung und Ultraschall. Mit einem Fledermausdetektor, der auch bei dieser Wanderung zur Verfügung steht, kann man ihre normalerweise für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbare Rufe hören. Tagsüber verstecken sie sich in Höhlen alter Bäume oder in Felsritzen und Spalten wie am Quarzriff „Großer Pfahl“.


Ein Vortrag und eine Kräuterexkursion standen beim Seminar „Kräuterpädagogik und Naturschutz“ in der Umweltstation Viechtach auf dem Programm. Nahezu fünfzig Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung teil, die vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz angeboten wurde. Im einem Vortrag berichtete Dr. Willy Zahlheimer über „Quendel und Augentrost – Kräuterpädagogik und Naturschutz“. Der Diplom-Biologe von der Regierung von Niederbayern ging darauf ein, wie Kräuter und Naturschutz zusammenhängen und Kräuterpädagogen und Naturschützer voneinander profitieren können: „Mit dem Rückgang einst verbreiteter Pflanzenarten wird es nicht nur für Kräuterpädagoginnen schwieriger, mit der Verarmung der Flora im Umfeld unserer Siedlungen verlieren wir alle einen Teil unserer Lebensqualität.“ Referent Dr. Zahlheimer schilderte auch, wie man die heimischen Pflanzen wieder standortsgerecht ansäen kann. Dabei bieten sich sogenannte Naturgemische an: Mahdgut aus artenreichen Blumenwiesen wird nach der Samenreife auf die neu zu schaffende Wiese übertragen. Der keimende Samen bildet hier eine ähnliche Vegetation wie auf der Spenderfläche. Dazu müssen aber die Standortsverhältnisse wie Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt oder Licht vergleichbar sein. Gerade auf feuchteren Streuwiesen hat sich das Ausrechen des Streufilzes im Frühjahr bewährt. Mit dem moosreichen Rechengut können die schlummernden Samen auf die neu anzusäende Fläche ausgebracht werden. Referent Dr. Zahlheimer plädierte für eine „Dorfwiese“, bei der typische heimischen Arten wachsen oder angesät werden. Hier können die Menschen wieder leichter einen Bezug zur Natur vor der Haustüre finden. Die bei Kräuterwanderungen vermittelte Wertschätzung und Kenntnis über die heimische Pflanzenwelt können dazu ein wichtiger Beitrag sein. In der Streuobstwiese beim Schaubienenstand am Großen Pfahl fand am folgenden Tag eine Kräuterexkursion statt. „Heimische Kräuter und deren Verwendung“ war der Titel der Wanderung. In den heckenreichen Hangwiesen im Riedbachtal sprießt eine bunte Vielfalt von Kräutern, die die Kräuterpädagogin und Bio-Bäuerin Agnes Marchl vorstellte. Neben Frauenmantel, Spitzwegerich oder Wiesenknopf waren auch Ehrenpreis, Günsel oder Mähesüß zu finden. „Das Zinnkraut ist ein altes Heilmittel beispielsweise bei Gelenkschmerzen. Johanniskrauttee wird u.a. bei seelischen Verstimmungen verwendet“, berichtete die Referentin über die gesundheitsfördernde Heilkraft mancher Kräuter. Frischen Löwenzahn, Giersch oder Gundermann kann man in einen Wildkräutersalat geben. Auch viele andere Kräuter wie Brennnessel oder Vogelmiere dienen als Würz- und Nahrungsmittel für die regionale Küche. Kleine Kostenproben wie ein frischer Kräuterquark sowie Rezepttipps für Wildkräutersalat und Unkrautcocktail rundeten die Kräuterwanderung ab.


Naturkundliche Exkursionen gab es beim Naturpark am vergangenen Wochenende. Das Wochenende stand bundesweit unter dem Motto „ Tag der Parke“. Mit dieser Aktion will man die Aufmerksamkeit auf Großschutzgebiete wie Naturparke und Nationalparke lenken. Beim Naturpark Bayrischer Wald standen gleich zwei Fachexkursionen auf dem Programm. Am Freitag ging es im Ortsteil Heilbrunn der Gemeinde Wiesenfelden um eine Wald- und Vogelkundige Exkursion in das Vilsmoos. Am Sonntag ging es in der Gemeinde Bernried zu Fuß im Rahmen einer Botanik-Exkursion von Leithen nach Faßlehen. Circa 25 Leute konnten Hartwig Löfflmann und Matthias Rohrbacher vom Naturpark zur wald- und vogelkundlichen Wanderung auf dem Magdalenenplatz in Heilbrunn begrüßen. Referent war Peter Zach von der Forstdienststelle Konzell. Der Vogelgesang beginnt im Januar und dauert dann bis etwa Juli. Er dient der Revierabgrenzung und dem Anlocken von Weibchen. In den frühen Morgenstunden etwa von 4.45 Uhr an ist er am stärksten. Dann wird es eher ruhig. Ein zweiter Höhepunkt liegt am Vormittag zwischen 8.00 Uhr und 10.00 Uhr. Auch am Abend kann man gut Vogelstimmen unterscheiden lernen. Etwa 30 verschiedene Arten sind im Vilsmoos zu erwarten. Auch relativ häufig vorkommende Arten wie beispielsweise der Zilpzalp wurden von Experten eingehender im Hinblick auf ihre Rückkehr aus dem Winterquartier beobachtet. Heute erscheinen diese Zugvögel etwa zehn Tage früher als noch vor etwa 50 Jahren. Dies ist ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf die Klimaerwärmung. Der Silberreiher war früher nur in Osteuropa zu beobachten, heute kommt er auch im Donautal vermehrt vor. Ein Problem mit der Klimaerwärmung haben auch Arten wie beispielsweise der Kuckuck. Er ist ein Langstreckenzieher, der südlich der Sahara überwintert. Seine Rückkehr ist im wesentlichen vom Tageslicht gesteuert. Seine Wirtsvögel, denen er Eier unterschiebt, kommen jedoch früher zurück, und brüten bereits. Manchmal sind sogar schon die Jungvögel geschlüpft. Damit hat er keine Möglichkeit mehr, diesen Arten sein Kuckucks-Ei zum ausbrüten unter zu schieben. Dies ist eine Erklärung für den verstärkten Rückgang in den letzten Jahren. Als Höhepunkt des Abends konnte man mehrmals eine Waldschnepfe beobachten. Ihre Balzzeit geht jahreszeitbedingt allmählich zu Ende. Erst im Dunkeln erreichte man wieder den Ausgangspunkt. Zur Botanikexkursion in Leithen, die der Naturpark gemeinsam mit den Ortsgruppen des Bund Naturschutzes und des LBV durchführte, waren etwa 20 Teilnehmer gekommen. Der Referent Gerhard Nagl aus Deggendorf versuchte den Teilnehmern die botanische Vielfalt von extensiver genutzten Wiesen näher zu bringen. Zahlreiche Raritäten, darunter verschiedene Orchideenarten, konnte der Referent im Laufe des Nachmittags hervorzaubern. Bei vielen der Teilnehmer wurde die Begeisterung geweckt, künftig vermehrt mit offenen Augen durch die Natur zu gehen und nach botanischen Raritäten Ausschau zu halten.


Flüsse sind die Lebensader einer Landschaft. Viele Tiere, wie z.B. der Fischotter sind auf möglichst naturnahe, reine Bäche und Flüsse angewiesen, um zu überleben. Aber auch die Menschen nutzen seit Alters her Flüsse als Verkehrswege und gründeten ihre Siedlungen an ihren Ufern. Über Flüsse lässt sich deshalb viel Spannendes erzählen: Daher stand der Große Regen kürzlich im Mittelpunkt einer Führung mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald. Bereits zu Beginn der vierstündigen Flusswanderung zwischen Bayerisch Eisenstein und Ludwigsthal konnten die 17 Teilnehmer am Grenzbahnhof eine besonders weitläufige „Biberlandschaft“ bewundern. Am Beispiel eines Bibergebissabdrucks verdeutlichte die Gebietsbetreuerin, wie der Körperbau und die Lebensweise der Tiere zusammenhängen: An den platten – backenzahnähnlichen Zähnen – der Biber erkennt man beispielsweise, dass es sich bei diesem Wasserbewohner um einen reinen Vegetarier handelt. Anders als der Biber handelt es sich beim Fischotter, einem anderen Bewohner des Großen Regens, um einen sehr scheuen Gesellen, den man nur mit sehr viel Glück in der freien Natur entdecken kann: Ehrenamtliche Fischotterschützer nutzen daher die Gewohnheit des Wassermarders, Brücken zu markieren, aus: Fischotterlosungen und –fährten geben ihnen Hinweise darauf, ob der jeweilige Flussabschnitt zu einem „Fischotterrevier“ gehört und vom Fischotter regelmäßig aufgesucht wird. Aber auch der Mensch nutzte und nutzt das Wasser des Regenflusses: Bekannt ist vor allem die Holztrift, die bis Anfang der 1960er Jahre stattfand. Steinmauern an den Ufern, der Fällerrechen oberhalb von Zwiesel, aber auch die Schwimmenden Inseln der beiden Arberseen sind Zeugen dieser Vergangenheit. Sind die Regenflüsse heute in erster Linie Natursportlern – wie Radfahrern, Wanderern und Kanufahrer ein Begriff, so nutzten sie die Bewohner vor hundert Jahren noch zum Baden, wie z.B. auch in der historischen „Eisensteiner Kaltwasserbadeanstalt“. Darüber hinaus nutzten und nutzen Sägewerke und kleine E-Werke noch heute – wie beispielsweise in der Seebachschleife – die umweltfreundliche erneuerbare Wasserkraft. Und so waren sich die Teilnehmer am Ende der Führung einig, dass Flüsse und die Natur insgesamt immer spannender werden, je mehr und intensiver man sich mit ihnen beschäftigt, da man nur so beginnt, Zusammenhänge zu erkennen. – Eine Erfahrung, die letztendlich auch Kraft gibt für den Alltag.


Der Große Arbersee zählt neben dem Arbergipfelplateau zu den bekanntesten Ausflugszielen des Bayerischen Waldes: Etwa eine halbe Million Erholungssuchende – Einheimische und Touristen – besuchen jährlich den in der letzten Eiszeit entstandenen Karsee. Doch nur die wenigsten wissen, welche Naturschätze man links und rechts des Seerundwegs entdecken kann, welche Sagen, Geschichten und Anekdoten sich um den See ranken. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald bietet daher für alle, die mehr über den Großen Arbersee wissen und gleichzeitig seine Schönheit genießen wollen, am Samstag, 28. Mai eine abendliche Führung rund um den Großen Arbersee an. Treffpunkt der etwa 2-stündigen Führung ist um 18:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee.