2008


Das Auerhuhn ist deutschlandweit vom Aussterben bedroht. Seit Ende des Jahres 2006 kümmert sich der Naturpark Bayerischer Wald e.V. intensiv um die Erhaltung des größten flugfähigen Waldvogels Europas. Auf einer etwa dreistündigen Führung am Sonntag, den 6. Juli wird Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer den Lebensraum des Auerhuhns vorstellen. Außerdem werden die Teilnehmer sowohl viel Wissenswertes über die Lebensweise dieses Waldbewohners als auch über seinen Schutz erfahren. Mit etwas Glück wird die Gruppe auch Auerhuhnspuren finden. Der Treffpunkt ist um 8.30 Uhr am Parkplatz vor dem Gasthaus Schareben (Gemeindebereich Drachselsried). Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Anmeldung ist nicht notwendig.


Die beiden Arbergebietsbetreuerinnen Caroline Stautner (Naturpark Oberer Bayerischer Wald) und Isabelle Auer (Naturpark Bayerischer Wald) hatten am vergangenen Samstag zu einer gemeinsamen stimmungsvollen und sagenreichen Abendwanderung vom Parkplatz Schareben zu den Schachten und „Platzln“ im Arbergebiet eingeladen. Hier zeugen heute noch alte Flurnamen von der vergangenen Waldweide auf den Schachten, den „Inseln im Waldmeer“: Waldwiese, Hüttenwiese, Grasfleck, Reischfleck, Nürschen und Enzianried reihen sich aneinander. Nach einem steilen Anstieg entlang des Kammes und einem herrlichen Blick zum Osser und Kaitersberg erreichten die über 30 Exkursionsteilnehmer ihr Ziel, eine Waldwiese bei Heugstatt. Dort war bei der schwülen Witterung erst mal „verschnaufen“ angesagt. Diese Gelegenheit nutzte der als „Geist“ herumwandelnde „Erfinder der Bayerwaldschachten“ Bauer Lorenz Ayden, um etwas über die Entstehung der Schachten bzw. Waldwiesen zu erzählen. Die hofnahen Flächen im Tal wurden für das Winterfutter und für Getreide benötigt. Daher trieb man Jungrinder und Stiere (gemeint waren damit eigentlich Ochsen) im Sommer in die nahegelegenen Wälder. Mittags und abends versammelten die Waldhirten die Tiere auf den waldfreien Schachten und Plätzen. Daher hat auch das bekannte Mittagsplatzl hoch über dem Großen Arbersee seinen Namen. So hatte man die Herde, die tagsüber im Wald verstreut war, über nacht besser unter Kontrolle. Manchmal jedoch waren die Mücken und Bremsen so lästig, dass die Tiere durchgingen und vom Hirten nicht mehr aufzuhalten waren. Dass das Leben der Hirten nur äußerst selten romantisch war, zeigte eine kleine Spielszene in der sich die Hirten Franz, Fritz und Sepp bei der Brotzeit über ihre oft beschwerliche Arbeit und das karge Leben unterhielten. Hausen mussten die Waldhirten nämlich den ganzen Sommer über in mit Rindenstücken abgedichteten Waldhütten, die kaum groß genug zum Stehen waren. Die Tür, Lücken im Dach und die Ritzen in den Wänden bildeten die Kaminöffnungen. Spärliche Verpflegung kam durch die Milch der mitgeführten Ziegen, Waldfrüchten und dem Brot, dass die Bauern stellen mussten. Die Waldhirten aus der Spielszene und die Teilnehmer der Wanderung hatten es da besser getroffen: Eine gemeinsame Brotzeit mit Bauernbrot, Salami, Schnaps und Heidelbeersaft rundete diesen Teil der Exkursion ab. Caroline Stautner und Isabelle Auer wiesen zum Schluss auch auf die Bedeutung der Schachten in unserer Zeit hin. Neben dem kulturhistorischen Wert erweisen sich die Schachten auch als wertvoller Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Gestärkt von der Waldhirten-Brotzeit und beeindruckt von der untergehenden Sonne machte man sich dann auf den Rückweg nach Schareben.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2008 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine naturkundliche Exkursion an der Wolfsteiner Ohe an. Treffpunkt ist am Sonntag, 29.06.2008 um 14:00 Uhr an der Messerschmidtmühle, im Gemeindegebiet von Perlesreut. Gebietsbetreuer Stefan Poost wird die Veranstaltung leiten. Von dort geht es zu Fuß die Wolfsteiner Ohe aufwärts. Erläutert werden der Lebensraum des Bibers seine Lebens- und Verhaltensweisen sowie allgemein naturkundliche Fragen. Die Veranstaltung dauert etwa zwei bis drei Stunden und findet bei jedem Wetter statt. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Alle Interessierten v.a. auch Kinder sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos.


Im Gebiet des Naturparks Bayerischer Wald kommen allein 18 von 22 bayerischen Fledermausarten vor, damit ist der Bayerische Wald ein besonders wichtiges Rückzugsgebiet für die bedrohten und sehr nützlichen Insektenfresser. Zur Zeit bekommen die Weibchen in Gruppen, so genannten Wochenstuben, ihr einziges Junges. In dieser Zeit sind die Tiere besonders empfindlich und sollten nicht gestört werden. Aber auch die „Schafskälte“ wie sie zur Zeit herrscht, kann zu vielen Todesfällen bei den kälteempfindlichen Jungtieren führen. Typisch für den Bayerischen Wald sind bayernweit sehr seltene Arten, wie zum Beispiel die Nordfledermaus, oder die Zweifarbfledermaus. Die Zweifarbfledermaus wandert sogar tausende Kilometer aus den fernen sibirischen Wäldern zu uns und findet zielsicher ihr Quartier. Wie diese kleinen Flatterer eine solche Navigationsleistung schaffen, weiß bisher noch niemand. Nirgendwo sonst sind jedenfalls so viele Kolonien dieser beiden seltenen Arten zu finden wie hier. Auch andere, eher ortstreue Fledermausarten tummeln sich in den ostbayerischen Wäldern und Orten. Ihre Vorkommen sind von internationaler, europaweiter Bedeutung. Der Naturpark hat eine Internetseite geschaltet, auf der sich jeder Interessierte umfangreich über das Fledermausschutzprojekt des Naturparks und über Fledermäuse informieren kann: www.fledermaus-bayern.de. Der Naturpark bittet wie jedes Jahr die Bevölkerung um Hilfe, wer ein Fledermausquartier kennt, der möge bitte den Naturpark Bayerischer Wald Telefon 09922-80 24 80 oder seine zuständige Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt informieren.


Die Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald laden am kommenden Wochenende gleich zweimal ein zu Führungen mit den Arbergebietsbetreuerinnen Isabelle Auer und Caroline Stautner. Los geht es mit einer stimmungsvollen und sagenreichen Abendwanderung am Samstag, den 21. Juni zu den Schachten und „Platzl“ im Arbergebiet. Das gesamte Arbergebiete war schon immer ein geheimnisvoller Ort, der die Fantasie der Menschen beschäftigt hat. Besonders eindrucksvolle Plätze sind auch heute noch die ehemaligen Schachtenwiesen. Dort hüteten in der Vergangenheit Waldhirten die Jungrinder aus den Dörfern. Geschichten, Sagen und Berichte erzählen von den Schachten und dem kargen Leben der Waldhirten. Diese „G´schichten, wahre und weniger wahre, stehen im Mittelpunkt der Naturparkwanderung mit Schutzgebietsbetreuerin Caroline Stautner und Isabelle Auer. Treffpunkt der Teilnehmer dieser Sagenwanderung ist um 19.30 Uhr Parkplatz Gasthaus Schareben. Wegen des anspruchsvollen Weges bitte unbedingt an festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und Taschenlampe denken. Anmeldung zu dieser Wanderung bis Freitag, den 20. Juni um 12 Uhr beim Naturpark (09971/78394 oder 09922/802480), da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Am darauffolgenden Sonntag, den 22. Juni laden die Naturparke mit ihren beiden Arbergebietsbetreuerinnen zu einer etwa dreistündigen Führung ins Naturschutzgebiet Riesloch bei Bodenmais ein. Besonders auffallend in diesem Gebiet ist die Konzentration vieler Moosarten auf engstem Raum. Unter dem Motto „Ohne Moos nichts los“ wird der Botaniker und Moosspezialist Dr. Oliver Dürhammer von der spannenden „Moosforschung“ erzählen, sowie die typische, aber auch die besondere Moosflora im Arbergebiet vorstellen. Treffpunkt zu dieser „Mooswanderung“ ist am Sonntag um 9 Uhr am Wanderparkplatz Riesloch am Rundwanderweg Nr. 2 in Bodenmais. Alle Interessierten sind zu beiden Wanderungen herzlich eingeladen!


Unter dem Motto „Bayerns UrEinwohner“ fand kürzlich eine Gemeinschaftsveranstaltung des Naturparks Oberer Bayerischer und des Naturparks Bayerischer Wald im Rahmen der Aktion der bayerischen Landschaftspflegeverbände statt. „Bayerns UrEinwohner“ sind Tier- und Pflanzenarten, die seit langem in Bayern heimisch sind, oft aber nur regional verbreitet oder auch gefährdet sind. Mit dieser Veranstaltung soll den Menschen besonders die heimische Artenvielfalt und die verschiedenen Lebensräume näher gebracht werden. Dass der Arber mit seinen Eiszeit-Reliktarten ein Refugium für solche „echte Bayern“ ist, konnten die beiden Gebietsbetreuerinnen Caroline Stautner und Isabelle Auer bei der Führung deutlich machen. Schon bei der Wanderung hinauf zum Gipfel konnten die Teilnehmer einige Arten entdecken, die eine Besonderheit im Bayerischen Wald darstellen. Der Alpenlattich (Homogyne alpina) und die Bergtroddelblume (Soldanella montana), die in Bayern sonst nur in den Alpen vorkommen, blühen zur Zeit im Arbergebiet. In den Erdspalten und kleinen Höhlen am Wegesrand konnten die Wanderer auch das Leuchtmoos entdecken. Über die Bodenmaiser Mulde ging es nach dem Streifzug durch die Arberwälder vorbei an der sagenhaften „Alten vom Arber“ hinauf zum Gipfelplateau. In den von Natur aus waldfreien Flächen am Gipfel des Arbers v.a. in den Felsenmassiven finden sich, so die Gebietsbetreuerinnen, sogenannte Eiszeitrelikte. Sie sind meist „Extremisten“, die sowohl kurzfristige Hitze als auch große Kälte und kurze Vegetationszeit ertragen können. Sehr leicht ist die Gamsbartbinse (Juncus triffidus) zu entdecken, die ihren Namen mit ihrem gamsbartähnlichen Wuchs auch zu Recht trägt. Sie kommt außerhalb der Alpen in Bayern nur am Arber und Osser vor. Auch der Krause Rollfarn, den man in ganz Bayern nur im Arbergebiet und am Kaitersberg findet, gehört zu diesen Eiszeitrelikten, sowie die nur noch am Arber vorkommende zwittrige Krähenbeere. Für den Schutz dieser Arten tragen die Landkreise Cham und Regen daher eine besondere Verantwortung. Nach dem Rundgang über das Gipfelplateau beschloss man die informative und unterhaltsame Wanderung am Gipfelfelsen noch mit einem musikalischen Genuss, dem Arberlied vorgetragen von Rudi Simeth.


Am Mittwoch, den 11. 06. 08 bietet die Arber-Gebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald eine naturthematische Wanderung rund um den Großen Arbersee an. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Im Mittelpunkt der ca. 1,5-stündigen Führung steht besonders die Entstehung des Sees. Außerdem wird Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt erläutert werden. Aber auch die „sagenhafte Seite“ des Sees wird nicht zu kurz kommen.


Die „Buchberger Leite“ gehört zu den beeindruckendsten Schluchtlandschaften im Bayerischen Wald. Die steilen Felsriegel des Pfahls zwingen die geröllreiche „Wolfsteiner Ohe“ in ihr tief eingeschnürtes Bett. Urwaldreste überdauern in moos- und farnreichen Schluchtwälder. Alte Triftmauern oder oberirdische Kanäle, bei denen das Wasser scheinbar bergauf fließt, zeugen vom Jahrhunderte langen menschlichen Wirken. Ein acht Kilometer langer Themenwanderweg führt durch diese Wildbachklamm. Im Rahmen des Bildungsprogramms 2008 bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. eine Führung von Freyung nach Ringelai an. Alle Naturliebhaber sind herzlich eingeladen. Auch Touristiker, Vermieter, Natur- und Landschaftsführer oder Lehrer können sich dabei über unsere heimischen Naturdenkmäler fortbilden. Treffpunkt ist am Sonntag, den 15. Juni um 13:30 Uhr am Parkplatz neben dem Sportplatz beim „Landhotel Koller“ in Ringelai. Mit dem Bus fahren die Teilnehmer nach Freyung, um anschließend mit dem Gebietsbetreuer des Naturparks, Matthias Rohrbacher, zurück nach Ringelai zu wandern. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Veranstaltung ist bis auf die Busfahrt kostenlos, findet auch bei schlechtem Wetter statt und dauert ca. 3,5 Stunden. Eine Anmeldung ist unter der Telefonnummer 09942 – 90 48 64 erforderlich.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit LBV und BN im Landkreis Deggendorf zu einer gemeinsamen Exkursion nach Flintsbach eingeladen. Referent der botanischen Wanderung war Gerhard Nagl aus Deggendorf. Während der Bayerische Wald überwiegend aus Gneisen und Graniten aufgebaut ist, gibt es in Flintsbach bei Winzer eine etwa dreißig Hektar große „Kalkscholle“, die einer ganz anderen Vegetation Lebensraum bietet. Kräuter und Pflanzen aber auch die Waldbestände sind an das basische Ausgangsgestein angepasst. Früher wurde hier Kalk abgebaut und das Material mit Pferdefuhrwerken heraustransportiert. Es wurde auch Kalk gebrannt und das Material teilweise auf der Donau verschifft. Erst im Jahr 1968 wurden die Tätigkeiten eingestellt. Die damals abtransportierten Abraumhalden sind heute wieder bewaldet. Wer nichts von der Geschichte weiß, ahnt nicht, wie intensiv hier der Mensch bereits eingegriffen und genutzt hat. Gerhard Nagl erläuterte einige Dutzend Pflanzenarten, die entlang von Wegrändern und Ackerrändern und in den Wiesen vorkommen. Darunter eine Reihe sehr seltener Pflanzen, die sich teilweise auch auf den „Roten Listen“ wiederfinden. Vor allem die Magerrasen an den Hängen mit ihrer seltenen Pflanzenzusammensetzung sind am verschwinden. Was nicht Wald geworden ist durch Aufforstung wird, soweit es möglich ist, als Acker genutzt. Die Magerwiesen, die früher häufig beweidet worden oder extensiv genutzt worden waren, gibt es nur noch sehr selten. Ob Kartäusernelke, Milde Fetthenne oder Kammschmiele und Zittergras, sie alle bilden diese Magerrasen. Danach beschäftigte man sich mit diesen „Waldgersten – Buchenwäldern“. Normalerweise kommen am Donaurand die Eichen- Hainbuchenwälder mit Winterlinde vor. Hier hat man aber aufgrund der Kalkstandorte eine etwas andere Ausprägung. Gerhard Nagl stellte einige typische Arten dieser Buchenwälder vor und lieferte in einem Zahlenspiel noch einige Daten zu einer alten Buche. Passend zum Thema Klimaschutz, das in dieser Klimawoche besonders hervorgestellt wird informierte er, dass eine 80 - jährige Buche ca. 80.000 Blätter hat. Auf etwa 1.600 m² Blattoberfläche können pro Stunde bis zu 2 Liter reiner Sauerstoff produziert werden. Auch einige interessante Tierarten wie Pflanzenwanzen und die Gerandete Jagdspinne, konnte man entdecken. Zum Schluss verabschiedete Bildungsreferent Hartwig Löfflmann die Teilnehmer und dankte dem Referenten für seine engagiert Führung.


Am Mittwoch, den 04.06.08 um 11:00 Uhr gibt es eine etwa einstündige Führung rund um den Arbergipfel unter der Leitung der beiden Gebietsbetreuerinnen Caroline Stautner. und Isabelle Auer. Es werden naturkundliche Besonderheiten und Wissenswertes zum Gipfelmassiv erläutert. Die Führung ist Teil der bayernweiten Kampagne der Landschaftspflegeverbände zu „Bayerns UrEinwohnern“. Deshalb werden besonders die „Ureinwohner“ auf dem Arber, wie z.B. die Gamsbartbinse im Mittelpunkt des Rundgangs stehen. Treffpunkt ist an der Arberkapelle am Arbergipfel (beim sogenannten Großen Seeriegel). Da die Bergbahnen vom 02. 06. 08 bis einschließlich 06. 06. 08 in Revision sind, besteht die Möglichkeit, mit den Arbergebietsbetreuerinnen zum Gipfel zu wandern. Treffpunkt hierfür ist bereits um 9:30 Uhr am Brennesparkplatz. Die Führung ist kostenlos. Bitte an wetterfeste Kleidung und stabiles Schuhwerk denken. Diese Führung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der beiden Naturparke Bayerischer Wald e.V. (Geschäftstelle Zwiesel) und Oberer Bayerischer Wald e.V. (Geschäftstelle Cham).