2005


Eine kleine Gruppe ornithologisch interessierter war der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. und des Landesbund für Vogelschutz in Bayern, Kreisgruppe Freyung – Grafenau zu einer geführten Vogelstimmenwanderung an der Ilz gefolgt. Mit fachkundiger Unterstützung durch Beate Seidel vom Landesbund für Vogelschutz erfuhren die Teilnehmer viel über die Gesänge der verschiedenen Vögel. Interessant war, dass der Buchfink, kurz bevor es zu regnen beginnt, mit einem ganz eigenen Ruflaut singt, was ihm im Volksmund den Namen „Giaßvogel“, abgeleitet von gießen, einbrachte. Ebenso wurde den Teilnehmern anhand einer Vogeluhr gezeigt, welche Vögel zu den Frühaufstehern um 4 Uhr morgens gehören oder als Langschläfer erst später anfangen zu singen. Zu beobachten waren Gebirgsstelze, Rotkehlchen, Eichelhäher, Enten und Gänsesäger. Die Lebensgewohnheiten von Eisvogel und Wasseramsel wurden den Teilnehmern ebenso erläutert, auch ohne diese zu Gesicht zu bekommen. Die durch ihren sehr hohen Ton wahrzunehmenden Goldhähnchen konnte man auch nur in den Baumkronen erahnen. Die Singdrossel mit ihrem typischen, sich mehrmals wiederholenden Gesang, konnte auf ganzer Strecke gehört werden. Über Nisthilfen in Gärten wurde den Teilnehmern auch fachkundiger Rat gegeben. Nach zweieinhalb Stunden endete die Führung wieder an der Schrottenbaummühle, wo sich die Teilnehmer einig waren, dass ohne die Vielzahl der unterschiedlichsten Gesänge der Vögel im Wald, den Wanderer eine sehr unbehagliche Stille begleiten würde.


„Bedrohte Amphibien im Bayerischen Wald“ – der Naturpark Bayerischer Wald e.V. bietet diesen bebilderten Vortrag im Rahmen des Naturpark-Bildungsprogramms 2005 an. Referentin Yvonne Sommer, Diplom Ingenieurin Landschaftspflege (FH), berichtet dabei über Lebensweise, Lebensraum und Gefährdung der Frösche, Kröten, Unken und Molche. Amphibien, die auf deutsch die Tierfamilie der Lurche bezeichnen, leben sowohl zu Wasser als auch zu Lande. Im Frühjahr sind in vielen Teichen und Tümpeln beispielsweise Kaulquappen zu sehen, die sich im Lauf ihrer Entwicklung zu landlebenden Fröschen entwickeln. Amphibien benötigen auch deswegen spezielle Lebensräume wie kleine Stillgewässer oder feuchte Bachtäler, die in unserer Landschaft nicht mehr häufig anzutreffen sind. Amphibien atmen meist über ihre Haut und sind deswegen gegenüber Umweltverschmutzungen sehr anfällig. Der bebilderte Vortag in Form einer Power Point Präsentation findet am kommenden Freitag, den 8. April um 19.30 Uhr im „Alten Rathaus“ in der Pfahl-Infostelle am Viechtacher Stadtplatz statt. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die in der Pfahl-Infostelle befindliche Ausstellung „Der Pfahl im Bayerischen Wald“ ist ab 18.30 Uhr ebenfalls kostenlos zu besichtigen.


Das Thema Holzvergasung stand im Mittelpunkt einer Lehrfahrt, die gemeinsam vom Arbeitskreis Energie des Landkreises Regen und vom Holzgaserstammtisch Hinhart in Regen durchgeführt wurde. Fossile Energieträger wie Erdöl und Erdgas gehen allmählich zur Neige, Grund genug sich nach nachwachsenden Rohstoffen umzusehen. Holz als regenerativer Brennstoff ist zum bloßen Verheizen viel zu kostbar. Da durch die Holzvergasung in Verbindung mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) gleichzeitig Strom und Wärme aus Holz erzeugt werden könnte, kommt der Holzgastechnologie sicherlich eine große Bedeutung zu. Besichtigt wurde zunächst die Fachhochschule Amberg, an der Christoph Pfeffer aus dem Landkreis Regen derzeit seine Diplomarbeit zum Thema Holzvergasung schreibt. Er übernahm die Führung durch das Labor und erläuterte den technischen Aufbau eines Ferges- Holzvergasers anhand aller eigens für diese Exkursion zerlegten Komponenten des Gaserzeugers. Der Laborbesichtigung vorgeschaltet waren zwei Kurzreferate von Dipl. Ing. Stefanie Mitterbauer und Raphael Lechner zum Thema Gasgewinnung und motorischer Nutzung von Holzgas im Zündstrahl-BHKW. Während Erdgas zu 100 % aus Methan ( CH4 ), Biogas zu 60 % aus Methan und 40 % Kohlendioxid besteht sind im Holzgas wesentlich mehr Komponenten enthalten. Mit 19 % Kohlenmonoxid, 14,5 % Wasserstoff, 1,5 % Methan, 44,5 % Stickstoff und 10,5 % Kohlendioxid zählt Holzgas zu den Schwachgasen. Das heißt man braucht eine sehr viel größere Menge, um im Vergleich zu Erdgas die gleiche Ausbeute zu erhalten. Während der Heizwert beim Erdgas bei etwa 11 kWh pro m³, beim Biogas bei 6,5 kWh pro m³ liegt, erreicht Holzgas nur 1,25 kWh pro m³. Durch die Nutzung im Verbrennungsmotor können mit 1 kg Holz etwa 0,8 Kilowattstunden elektrischer Energie bereitgestellt werden. Die Einspeisevergütung für Strom aus Holzgas beträgt derzeit 21,33 Cent pro kWh. Bei land- und forstwirtschaftlicher Produktion zeigt sich immer wieder die gleiche Problematik. Der Rohstoff, hier beispielweise Holz, ist relativ wenig Wert. Die Wertschöpfung entsteht erst durch die Veredelung, sprich durch das Erzeugen und Verkaufen von Strom. Holzvergaser waren bereits vor dem zweiten Weltkrieg bekannt. Das Hauptproblem besteht darin, eine hohe Gasreinheit zu erreichen, denn die Motoren werden immer hochtechnisierter und verlangen mehr und mehr genormten Brennstoff. Außerdem sind die Motorabgase und Immissionen bereits ein limitierender Faktor bei der Anlagengenehmigung. Der FH- Motor liegt in einem Leistungsbereich von knapp 20 kWh elektrisch bei etwa 26 bis 28 kWh Leistung an thermischer Energie. Der Zündstrahl Motor wird mit 1,8 Liter Rapsöl pro Stunde und etwa 18 kg Hackschnitzel pro Stunde gefahren. Die Anlage wurde in Rahmen einer Diplomarbeit aufgebaut und die Messreihen im Rahmen weiterer Arbeiten begleitet. Ein weiterer Exkursionspunkt war die Stadt Waldmünchen. Dort wird derzeit gerade das bisherige Gasblockheizkraftweck, das die Bäderlandschaft „Aqua Fit“ mit Strom und Wärme versorgt auf Holzgas - Betrieb mit Hackschnitzeln umgestellt. Der stellvertretende Leiter der Stadtwerke Waldmünchen Herr Nachtmann erläuterte den Aufbau der Pilotanlage, die künftig alljährlich etwa 7.500 m³ Holzhackschnitzel verbrauchen und etwa 6.000 m³ Erdgas pro Monat ersetzen soll. Ein Ferges - Holzvergaser wird dort einen Deutz KHD Gasmotor antreiben, Strom erzeugen und mit der Abwärme das Bad beheizen. Es kommt somit ausschließlich heimisches Waldhackgut zur Versorgung des Erlebnisbades zum Einsatz. Bürgermeister und Stadträte stehen voll hinter diesem Vorzeige - Objekt. In nächster Zukunft soll in Waldmünchen ein regionales Netzwerk entstehen, das vorrangig die Nutzung heimischer regenerativer Energiequellen und somit die regionale Wirtschaft fördert. Am Schluss der Lehrfahrt bedankte sich Herman Kraus aus Regen bei allen Teilnehmern und den Referenten und sprach die Hoffnung aus, dass man mit neuer Anlagentechnik im Holzvergasungsbereich künftig saubere Energie in großen Umfang erzeugen kann und dabei die Wertschöpfung in einer der waldreichsten Regionen der Bundesrepublik deutlich erhöhen kann.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Vogel - Exkursion in Niederalteich im Landkreis Deggendorf an. Treffpunkt ist am Samstag, 30.04.2005 um 08:00 Uhr am Eingang zur Basilika. Der Natur – und Landschaftsführer Frater Ludwig Schwingenschlögl von der Abtei Niederalteich wird die Exkursion leiten. Im Rahmen der kleinen Wanderung wird man entlang der Donau und ihren Altwässern Vögel beobachten und Wissenwertes darüber erfahren. Bitte Fernglas mitbringen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt und dauert etwa zwei bis drei Stunden. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. einen Tag der Natur- und Landschaftsführer im Ilztal unter dem Motto „ Auf dem Triftsteig“ an. Treffpunkt ist am Samstag, 23.04.2005 um 9:30 Uhr am Torturm von Schloss Fürsteneck. Nach einer Begrüßung durch Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. führt der Schlossherr Dr. Adrian Forster durch Schloss und Kirche. Ab 10:00 Uhr geht es dann zu einer Exkursion auf den Triftsteig mit dem Ilz – Gebietsbetreuer Stefan Poost. Um etwa 12:00 ist ein Mittagessen an der Schrottenbaummühle eingeplant, anschließend erfolgt mit Dr. Linhard eine Botanische Wanderung der Ilz entlang zurück nach Fürsteneck, wo man sich ab ca. 15:30 Uhr zum einem Erfahrungsaustausch der Natur – und Landschaftsführer und zu einer gemütlichen Einkehr in der Schlossgaststätte Fürsteneck einfindet. Offizielles Ende wird gegen 16:30 Uhr sein. Anmeldung bitte bis 22.04.05 an 09922 80 24 80 (Naturparkgeschäftsstelle) oder 08555 4072 986 (Stefan Poost). Festes Schuhwerk und regenfeste Kleidung sind erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenlos. Die Ilz ist eine der letzten Wildfluss – Landschaften der Bundesrepublik Deutschland und schlängelt sich vom Rachelgebiet bis zur Mündung in die Donau nach Passau quer durch den Bayerischen Wald. Seit März 2004 kümmert sich nun der Gebietsbetreuer Stefan Poost um die Belange des Ilztales, ist in Kontakt mit den Gemeinden und den Schulen, aber auch Ansprechpartner für Multiplikatoren, wie die Natur- und Landschaftsführer.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 findet in der Naturpark-Infostelle Würzingerhaus in Außernzell ein bebildeter Vortrag mit dem Thema „Beweidungsprojekt Bayerischer Wald, eine Pilotstudie“, statt. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 22.04.2005 um 19:30 Uhr im Dachgeschoss des Würzingerhauses. Referenten sind Ernst Obermeier und Robert Rossa vom Planungsbüro FNL in München. Das schwierige Ziel, den Bayerischen Wald als typische Kulturlandschaft zu erhalten, steht im Mittelpunkt. Zahlreiche Biotope sind auf das Mähen hin angepasst. Teilweise unklar war bisher, wie diese Flächen auf Beweidungen reagieren. Seit einigen Jahren wurden verschiedenste Standorte auf unterschiedliche Art und Weise beweidet und eine entsprechende Erfolgskontrolle über die verschiedenen Beweidungsmanagementtypen vorgenommen. Interessante Ergebnisse lassen sich daraus ableiten. Dieses einmalige Pilotprojekt wird im Rahmen dieser Abendveranstaltung vorgestellt.


„Sagenhaft – magische Orte in Bayern“ lautet der Titel einer Sendereihe des Bayerischen Fernsehens, in der verschiedene Sagen an Originalschauplätzen nachgespielt und verfilmt werden. Die „Sage vom Drachenkamm“ wird am kommenden Dienstag, den 5. April um kurz nach 16.50 Uhr im Bayerischem Fernsehen gesendet. Die Sage von der Entstehung des Pfahls ist die erste niederbayerische „Volksmär“, die in dieser Sendereihe ausgestrahlt wird. Das weiße Quarzriff des Pfahls wird in der Sage als der oberirdische Kamm eines im Erdinnern ruhenden Drachens verklärt. Wie wird nun aus einer Eidechse ein Pfahldrache ? Der Volksmund erklärt sich die Entstehung des geheimnisvoll anmutenden Felsenriffes auf eine phantasievolle Art und Weise. Ritter, Kristallkönigin, glitzernde Paläste dürfen dabei nicht fehlen und fügen sich zu einer spannenden Geschichte zusammen. Bei den mehr als fünftägigen Drehtagen sind auch viele interessante Detailbilder und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen entstanden. Das weiße Quarzriff konnte dabei aus der Luft mit dem Hubschrauber oder auf einer Feuerwehrleiter in Abendstimmung gefilmt werden. Das Kamerateam wurde bei den Dreharbeiten in der freien Natur vom Gebietsbetreuer des Naturparks, Matthias Rohrbacher, betreut und unterstützt. Viele Akteure haben bei der Inszenierung der Sagengeschichte mitgewirkt: Laienschauspieler des Burgfestspielvereins Neunußberg, Reitpferde des Reit- und Fahrvereins Viechtach, Koordinator Rainer Klingl vom Kristallmuseum Viechtach, Natur- und Landschaftsführer Max Haas als Sagenerzähler. Familie Pittasch stellte ihre Gewölbekeller zur Verfügung. Die Feuerwehr Viechtach half mit Drehleiter und Notstromaggregat bei den Filmarbeiten. Gemeinsam konnte so die spannende Sage erstmalig nachgespielt und verfilmt werden.


Im Naturpark - Infozentrum Grenzbahnhof Eisenstein referierte Ing. Michael Valenta von der Nationalpark- und Landschaftsschutzgebietsverwaltung Šumava zum Thema „Ökologie von Wäldern“. In Rahmen eines zweisprachigen Diavortrages stellte der Forstmann und langjährige Mitarbeiter des Nationalparkverwaltung Šumava, typische Waldlandschaften des Böhmerwaldes vor. Sowohl Sommer- als auch Wintereindrücke hatte er in seinen Vortrag gepackt. Valenta, der sich schon als Kind viel im Wald aufgehalten hatte, konnte einen breiten Bilderbogen von plenterartigen Wäldern über gemischte Bestände bis hin zu den kälteliebenden Hochlagen - Fichtenwäldern spannen. Vielfach beziehen sich die Vorstellung des Menschen zum Wald nur auf wüchsige, viel Holzmasse erzeugende Waldbestände. Wälder sind aber weit mehr so Valenta. Sie bieten vielfältigste Formen, drücken Stimmungen und Gefühle aus und haben vielfältigste Lebensraum - Funktionen. Valentas Ausführungen reichten von den borealen Nadelwäldern angefangen bis hin zu Waldbeständen in Italien, den Pyrenäen auf Korsika oder hin zu alpinen Lagen an der Baumgrenze. Breiten Raum nahmen auch die Verjüngungs - Möglichkeiten von Wäldern auf Totholz oder auf Sonderstandorten ein. Mit eindrucksvollen Bildern aus dem Kubany - Urwald, den Böhmischen „Vorzeige - Juwel“ untermauerte Michael Valenta seine Thesen vom „Werden und Vegehen“. Gerade in Naturwäldern kann man lernen, dass vielfach Verjüngungs - Abläufe in natürlichen Wäldern über liegendes Totholz laufen. Über vierhundert stelzwurzelnde Fichten hat man im Kernbereich des Kubany - Urwaldes gezählt. Dies sind alles Zeugen dafür, dass das neue Leben auf dem vermodernden alten Untergrund entstanden sein muss.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die Kreisgruppe Regen des Landesbund für Vogelschutz präsentieren gemeinsam im Naturpark-Informationshaus eine Sonderausstellung zum Uhu, dem Vogel des Jahres 2005. Zur Eröffnungsveranstaltung hielt Uli Lanz von der LBV-Geschäftsstelle in Hilpoltstein einen bebilderten Vortrag. Die Sonderausstellung im Erdgeschoss des Naturpark-Informationshauses ist nun vier Wochen lang bis einschließlich Sonntag, 10. April 2005 während der üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen zu besichtigen. Es gibt speziell zum Uhu auch eine Broschüre für 2 Euro zu erwerben. Der Uhu gilt als größte Eulenart der Welt. Mit ihm will man die Öffentlichkeit begeistern, v.a. auch für Lebensräume. Eine Flügelspannweite von 1,80 m, eine Größe von bis zu 70 cm und ein Gewicht von bis zu 2 kg bei Männchen und 3 kg bei Weibchen kennzeichnet den Steckbrief des Standvogels. Der tagsüber schwer zu entdeckende, nächtliche Jäger hat keine natürlichen Feinde. Sein Nahrungsspektrum geht vom Igel über Fledermäuse bis hin zu Kaninchen, Hasen, Vögeln aber auch Fischen. Stark bedroht ist der Felsbrüter deswegen, weil sich etwa 50 % seiner Brutplätze in Steinbrüchen befinden. Alte Steinbruchkonzessionen beinhalten aber sehr häufig eine Wiederverfüllung, was zwangsläufig den Lebensraumverlust bedeutet. Nur in Ausnahmefällen, wenn keine Felspartien vorhanden sind, brütet der Uhu auch auf Bäumen. Sein Jagdgebiet umfasst ungefähr 40 km 2 . Problematisch wirkt sich in den letzten Jahren wahrscheinlich der Rückgang bei Beutetieren aus. Nach einer Zeit der Bestandsicherung in den 80er und 90er Jahren, deutet sich derzeit wieder ein Rückgang an, der nicht nur auf Nachstellungen und ein Ansteigen der Klettersports zurückzuführen ist, sondern wahrscheinlich auf geänderte Bedingungen in der Landnutzung mit einer entsprechenden Beeinträchtigung des Nahrungsspektrums. Im Jahr 2001 hat der LBV ein Artenshilfsprogramm mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz gestartet. Wegen Geldmangels wurden nur vier Schwerpunktbereiche bearbeitet. Ein Problem ist sicherlich auch der Stromtod bei stehenden Isolatoren an Mittelspannungstrassen. Negativ wirkt sich sicher auch die Aufforstung von Grenzertragsstandorten oder der zunehmende Mais- und Rapsanbau aus, weil dadurch die für die Nahrung wichtigen Kleinsäuger bei größerem Aufwuchs nicht mehr zu greifen sind. Es gibt jedoch sehr viele offene Fragen. Zu Hasen, Kaninchen, Rebhühnern aber beispielsweise auch zum Igel, einem ganz wichtigen Nahrungstier, gibt es überhaupt keine Untersuchungen in Bayern bisher. Hier wird das Artenhilfsprogramm in Zukunft tiefer nachfragen müssen. Denn was für viele unglaublich schien, herumliegende Igelhäute sind ein eindeutiger Hinweis auf das Vorkommen des Uhus. Ein kleiner Projektteil des Artenhilfsprogramms umfasst auch ein Radiotelemetrie – Projekt zur genaueren Erfassung von Lebensräumen und Verhaltensweisen beim Uhu.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 findet im neuen Naturpark- Informationshaus an der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3) eine Vortragsveranstaltung mit Ausstellungseröffnung statt. Naturpark und Landesbund für Vogelschutz laden gemeinsam ein. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 11.03.2005 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des neuen Nullenergiehauses. Referent ist Ulrich Lanz von der LBV – Geschäftsstelle in Hilpoltstein. Es wird wieder eine Ausstellung präsentiert und ein bebilderter Vortrag stattfinden. Es ist auch eine Broschüre erhältlich. Der Uhu ist einer der bekanntesten und größten nächtlichen Jäger, der extrem bedroht ist. Neben Biologie und Lebensweise werden auch Schutzmaßnahmen vorgestellt.