2005


Herbert Pöhnl fotografiert seit 1972 im Bayerischen Wald und bald auch in den benachbarten Regionen Oberpfalz, Donauraum, westlicher Böhmer-wald und Mühlviertel. Im Mittelpunkt seiner fotografischen Arbeit steht die Realität und damit häufig der Gegensatz von Klischee, Tradition und Alltag, die Unterschiedlichkeit von Landschaften, Räumen, Menschen und Dör-fern, die oftmalige Widersprüchlichkeit und das zugleich bedingte Gemein-same von Alt und Neu, die Dokumentation des als „schön“ empfundenen und interpretierten und dessen, oft nur scheinbarenen, Gegenteils. Die Schwerpunkte seiner fotografischen Arbeit sind die Kultur und die Natur in ihren verschiedenartigsten Erscheinung von Nutzung bis Zerstörung, von Wildnis bis Dekorum, von Meditation bis Grafik. Die jeweilige Zuordnung läßt oft schon erhebliche und damit interessante Unklarheiten, Miss-verständnisse und Spannungen erkennen. So umfasst die aktuelle Ausstel-lung neben den anfangs überwiegend grafischen Arbeiten („GeoGrafik“) zunehmenden die erzählenden Bilder (aus „HinterBayern“ und „Heimat, bitte lächeln“). Seine Motive sind die gegenwärtige, also die genutzte, veränderte, gestal-tete, romantisierte Umwelt, ist das Alltägliche, nicht das Sensationelle, ist das Beunruhigende, Grafische, Melancholische, Skurille, Unspektakuläre, oft in seiner Gleichzeitigkeit. Die Fotografie versteht er überwiegend als ein Mittel der Bestandsaufnahme. Dazu bedient er sich neben der traditionellen Dunkelkammer- zunehmend der Computertechnik. Mit diesem neuen Möglichkeiten und Arbeitsweisen können bisherige technische Beschrän-kungen überwunden werden und es ist besser möglich, auf die Motive ein-zugehen und deren Geschichten und Stimmungen intensiver darzustellen. Bei den Arbeiten ist auch ein Heimat kritisierender und damit suchender und liebender Blick dominant erkennbar. Und ein Heimat in verschiedenen Va-riationen findender, in den Symboliken des Tourismus bis hin zu den Natur ersetzenden Wohlfühl-Installationen der Pflanzen-Arangements über die kargen und doch oft lyrischen, melancholischen, viel erzählenden Motive des Alltags bis zu den Motiven aus den beiden Nationalparks. Heimat als Ort der Auseinandersetzung, Symbolik und Zugehörigkeit. Pöhnl hinterfragt und beschreibt so die äussere Erscheinung der Region, damit deren Inneres, die verschiedenen Identitäten, Schönheiten, Zerstö-rungen und Veränderungen und somit auch die Form unseres Umgangs mit ihr. Dabei erschließen sich die Geschichten in den Fotografien oft erst beim zweiten Blick, wenn der Betrachter in die Falle des Realen tappt. Jetzt könnte ein Gedanke beginnen, eine Neugierde, ein Gespräch über Traditi-on, Natur und Alltag, ein Grübeln, ein Interesse, ein Engagement, vielleicht ein Lächeln. seit 1987 Mitarbeiter der ostbay. Kulturzeitschrift und des Verlages "lichtung" diverse Veröffentlichungen 1993 bis 1998 Dia-Schau „Servus Hoamad“ seit 2000 „Wo bitte liegt HinterBayern?“ ein „Heimatabend“ mit Lesung und Bildern und Musik mit der OrginalWaldlerBuamShowBänd 1998 bis 2001 CDRom-Projekt „Zwischen Donau und Moldau“ der Arbeitsgemeinschaft „Waldwildnis“ seit 1990 Verschiedene Illustrationen und Texte für andere Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und Fernsehsendungen 1996 „HinterBayern“, Fotoband mit Texten von Bernhard Setzwein und Karl Krieg seit 1978 über 100 Austellungen 1993 bis 1996 „Grenzfälle“, Wander-Fotoausstellung mit Mooser, Hanke, Kuklik durch den Bayerischen Wald und den Böhmerwald seit 2003 „www.hinterbayern.de“, ein heimatliches InternetProjekt 2004 „Blickkontakt“, Ausstellung mit Anna Kocourkova Stadtgalerie Deggendorf 2004 Fotoband „Heimat, bitte lächeln“ mit Texten von Bernhard Setzwein 2005 Ausstellung „Heimat, bitte lächeln“ im Grenzbahnhof Bayer.Eisenstein des Naturparks Bayerischer Wald Geboren 1948 in Furth im Wald, Bankkaufmann, Studium der Pädagogik und Betriebswirtschaftlehre Mitarbeiter im Verlag lichtung in Viechtach Kontakt: Herbert Pöhnl, Steinäcker 38, 94234 Viechtach, tel.: 09942-3356, poehnl@t-online.de www.hinterbayern.de


Beim Naturpark Bayerischer Wald e.V. gab es im Bayerisch – Böhmischen Informationszentrum für Natur - und Nationalparke im Grenzbahnhof Eisenstein Grund zum Feiern. Das Infozentrum wurde am 12.Oktober 2000 im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnet. Seit dem haben sich im Infozentrum jährlich etwa 40.000 – 50.000 Besucher aus verschiedenen Ländern eingestellt. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte das Projekt über die Europäische Union mittels dem Förderprogramm INTERREG und mit Hilfe des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert bekommen. Nun freuten sich der 1. Vorsitzende Heinrich Schmidt, Bürgermeister Thomas Müller, der gleichzeitig stellvertretender Naturpark – Vorsitzender ist, zusammen mit den tschechischen Kollegen von der Nationalparkverwaltung Sumava über den 200.000. Besucher im Infozentrum Grenzbahnhof. Aus diesem Grund wurde ein kleiner Empfang gegeben. Der Naturpark hatte ebenso wir der Nationalpark Sumava je ein Buch als Geschenk gestiftet und Bürgermeister Thomas Müller überreichte einen Gutschein für die Kuschelgondel bei der Arberbergbahn. Bei dem 200.000. Besucher handelte es sich um Irene Bauer, die mit ihrem Mann Josef aus Rupertsbuch bei Eichstätt angereist war. Beide verbringen gerade ihren einwöchigen Urlaub im Bayerischen Wald. Josef Bauer hatte als historisch Interessierter schon lange einmal den Bahnhof besuchen wollen, zuletzt motiviert von einem Fernsehbericht darüber. Für den Tourismus im Landkreis und speziel im Raum Zwieseler Winkel und Bayerisch Eisenstein ist der Grenzbahnhof ein touristischer Magnet. Das aus der K & K Zeit stammende, historische Bahnhofsgebäude mit dem historischen Grenzstein in der Mitte der Eingangshalle zieht all diejenigen an, die einmal mit ihren zwei Beinen in zwei verschiedenen Länder stehen wollen.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Veranstaltung zum Thema „Tier im Wasser“ an. Treffpunkt ist am Freitag, 12.08.2005 um 15:00 Uhr am Schloss in Fürsteneck. Im Rahmen einer naturkundlichen Familienwanderung erhält man Einblick in den Lebensraum Fluss mit seinen Tieren. Kinder können beispielsweise mit Becherlupen auch Gewässerkleintiere erforschen und kennenlernen. Referent ist der Ilzbetreuer Stefan Poost vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. Zur Veranstaltung sind alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis 11.08.05 bei der Ilz – Infostelle 08555 / 40 72 986 notwendig. Gutes Schuhwerk, am besten Gummistiefel und wetterfeste Kleidung sind erforderlich.


Das Bänkel, das in 1270 m Höhe zwischen den Gipfeln des Großen und Kleinen Arbers eine Jochhöhe bildet, war während der letzten Eiszeit Akkumulationsgebiet für zwei Gletscher. Nach Norden erstreckte sich das Kleine Arbersee-Kar, hier findet sich heute der Kleine Arbersee. Genau entgegengesetzt, nach Bodenmais zu, liegt im Talschluß des Schwellbachs ein weiterer deutlich ausgeprägter Karboden mit rechtseitiger steiler Seewand. Von dem ehemaligen 3. Arbersee ist heute nur mehr ein kleines Hochmoor geblieben. Dorthin führt am 14.08.05 eine Exkursion welche die beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald gemeinsam mit dem Naturkundlichen Kreis Bayerischer Wald veranstalten (3. Eiszeitkurs 2005). Die ca. 2 stündige Veranstaltung wird begleitet von Fritz Pfaffl, Fritz Reiter und Elke Ohland. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Parkplatz der Firma Joska im Ort Bodenmais (nicht Werk an der Umgehungsstraße). Von dort aus geht es mit Fahrgemeinschaften weiter. Eine Anmeldung ist bis Freitag 12.08.05 unter 09922/802480 erforderlich. Gummistiefel und Regenschutz sollten mitgebracht werden.


Eine Wanderung am niederbayerischen Pfahl wird im freizeitMAGAZIN des Bayerischen Fernsehens am kommenden Dienstag, 9. August um 19.00 Uhr vorgestellt. Der Pfahl ist ein uralter, mit Quarz oder Schiefergestein gefüllter Riss im Gebirgsgrund des Bayerischen Waldes, der sich heute mancherorts als hoch aufragendes Felsenriff zeigt. In einer von vielen Sagen wird dieser Felsenzug als der oberirdische Kamm eines im Erdinneren ruhenden Drachens verklärt. Max Schmidt, Moderator des freizeitMagazins, war zu Fuß entlang der landschaftlich schönsten Punkte des Pfahls in Moosbach, Viechtach, Regen, Ringelai und Freyung unterwegs. Die Wanderung führte vorbei an den weiß schimmernden Quarzriffen und Steinbrüchen um Viechtach zur Burgruine Weissenstein und weiter zu den dunklen Schieferfelsen in der Wildbachklamm „Buchberger Leite“. Max Schmidt begegnete dabei auch örtlichen Originalen, Künstlern oder Naturführern. Nach dem Motto „Land und Leute“ wurden diese Begegnungen bei den Dreharbeiten dargestellt. Interessantes zur Entstehung des Naturdenkmals Pfahl mit seiner besonderen Tier- und Pflanzenwelt lässt sich bei der Sendung ebenso erfahren. Matthias Rohrbacher, Pfahl - Gebietsbetreuer des Naturparks Bayerischer Wald e.V. und Isabelle Auer, Praktikantin beim Naturpark, begleiteten das Fernsehteam unter der Regie von Alexander Saran bei seinen viertägigen Dreharbeiten am niederbayerischen Pfahl.


Noch bis Ende Februar 2006 arbeitet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. zusammen mit den beiden Nationalpark und dem Landschaftsschutzgebiet Sumava am Aufbau einer grenzüberscheitenden Datenbank für das Internet. Ein erstes Faltblatt ist im Rahmen des Förderprojektes entstanden. Ebenso eine Reihe von Musterführungen für Zielgruppen aller Altersklassen. Vor allem Schulgruppen aus dem tschechischen Raum nutzen den Grenzbahnhof in Eisenstein sehr gerne, um sich dort Informationen über die Naturregion auf dem „Grünen Dach Europas“ entlang der Grenze zu hohlen. Zum wiederhohlten male bereits waren Schulklassen aus Prag zu gast. Ein erstes Faltblatt zum Bayerisch – Böhmischen Informationszentrum für Natur und Nationalparke war bereits im Vorjahr entstanden. Derzeit wird an einer zweisprachigen Broschüre gearbeitet. Die Internetdatenbank wird interessante Informationen über Natursehenswürdigkeiten und Tourenvorschlägen mit Bahn, Pkw dem Fahrrad oder zu Fuß enthalten, auch durch de benachbarten Böhmerwald. Wer vorab schon einmal die „ Baustelle besichtigen will“ kann auf der Internetseite des Naturpark Bayerischer Wald e.V. unter www.naturpark-bayer-wald.de/eisenstein sozusagen in die „Werkstatt“ schauen. Auch diese Datenbank mit möglichst viele Naturinformationen beiderseits der Grenze soll bis zum Februar 2006 noch dreisprachig d.h. in Tschechisch und Englisch erstellt werden. Der Grenzbahnhof Eisenstein mit seinem Informationszentrum des Naturparks Bayerischer Wald e.V. zum Thema Großschutzgebiete in unmittelbarer Nachbarschaft blickt im Oktober 2005 auf das fünfjährige Bestehen. Noch im August 2005 wird man den 200.000 Besucher in der Einrichtung erwarten. Eine sehr erfreuliche Bilanz für ein Informationszentrum das sich überwiegend der Naturinformation widmet. Dank der INTERREG – III Fördermittel der Europäischen Union kann hier wertvolle Informationsarbeit geleistet werden. Finanziell unterstützt wird der Naturpark Bayerischer Wald e.V. zum einen vom „Verein der Freunde des ersten deutschen Nationalparks“ in Grafenau und durch die personelle Unterstützung von Vladimir Mares, einem Mitarbeiter des Nationalparks und Landschaftsschutzgebiets Sumava.


Am Sonntag, den 31.07.05 laden die beiden Naturparke Bayerischer Wald e.V. und Oberer Bayerischer Wald e.V. zu einer kulturhistorisch, archäologischen Wanderung im Arbergebiet ein. Unweit von Bodenmais wurden unter Regie des Landesamtes für Denkmalpflege über mehrere Jahre hinweg Grabungen an einer historischen Vitriolölhütte durchgeführt. Dorthin führt die ca. 2 stündige Wanderung unter Leitung von Cornelia Schink und Elke Ohland. Cornelia Schink, Archäologin und Kreisheimatpflegerin, hat die Ausgrabungen geleitet und wird vor Ort sowohl die Grabungsstelle als auch die Ergebnisse ausführlich vorstellen. Treffpunkt für die Veranstaltung ist um 13:30 Uhr am PP Schönebene (an der Straße von Bodenmais zum Gr. Arbersee). Information/ Anmeldung bis Freitag, 12:00 Uhr unter 09922 / 80 24 80.


Zu einer naturkundlichen Exkursion rund um den Kleinen Arbersee laden die Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald am Sonntag, den 24. Juli ein. Fischotter und Biber sind, nach dem sie lange Zeit verschwunden waren, im Arbergebiet wieder heimisch geworden. Ihr Element ist das Wasser, sei es in Bergbächen, in Seen oder Teichen. Während der Biber mittlerweile wieder sehr häufig vorkommt, ist der Fischotter immer noch ein seltener Gast. Lebensweise, Aussehen und Verbreitung dieser beiden Tiere stehen im Mittelpunkt der Exkursion unter der Leitung von Dr. Heidi Mau und Gebietsbetreuerin Caroline Stautner. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Mooshütte. Anmeldungen sind bis Freitag, den 22. Juli, 12 Uhr unter 09922/802480 möglich.


Eine „etwas andere“ Arberwanderung veranstalteten die beiden Naturparke gemeinsam mit dem Kulturreferat Cham. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung standen (wahre und weniger wahre) Sagen und Geschichten rund ums Arbergebiet. Knapp 30 Teilnehmer ließen sich von den beiden Schutzgebietsbetreuerinnen Elke Ohland und Caroline Stautner sowie von Günther Bauernfeind mit in die Vergangenheit nehmen. Nach einer Einführung zur Geschichte des Grenzgebietes und zur Herkunft des Namens „Arber“, machte sich die Gruppe auf den Weg hinauf zum Sonnenfels. Unterwegs begegneten sie dem „ Professor der Baukunst Bernhard Grueber“, der schon 1851 einen Bericht über den Arber „von den Eingebornen Arwa genannt“, verfasst hatte. Er erzählt von seinen Erlebnissen und gab folgenden Rat an die Hundebesitzer:“ Denjenigen , welche den Arber besteigen , möchte anzurathen sein, keinen Hund mitzunehmen, denn das Waldvieh ist diesem Thiere gram und geht erboßt auf es los, wodurch auch der Herr in Gefahr kommen kann.“ Nächste Station war die Bergwachthütte am Sonnenfels, wo die „Druden“ im Mittelpunkt standen. Wer wird eine Drud, wie kann man sie erkennen und wie machen sie sich bemerkbar? Diese Fragen wurden von Günther Bauernfeind aus seinem eigenen Erfahrungsschatz zum Amüsement der Teilnehmer beantwortet. Die Abzweigung zum sogenannten Schmugglerweg war dann willkommene Gelegenheit, das Thema Schmuggler und Schmuggler G`schichtn aufzugreifen. Ein leibhaftiger „Schwiazer“ auf der Flucht vor den „Grenzern“ begegnete der Gruppe dann auf dem Schmugglerweg, hoch über dem Kleinen Arbersee. Da ihn die Wanderer vor seinen Verfolgern versteckten, teilte er seinen Blutwurz mit ihnen und erzählte ihnen die wahre Geschichte vom „Fischer am Arbersee“. Die Märchenwiese war dann Schauplatz für das herzerweichende Märchen von der „Nixe im Arbersee“ mit seinem ach so tragischen Ausgang. Auch die Teilnehmer der Wanderung mussten ihren Teil zum Sagenabend beisteuern, und durften gemeinsam das Gedicht „Der Arber“ vortragen. Auf dem Gipfel angelangt kam der Arber zum Abschluss selber zu Wort mit dem Gedicht „Wenn der grouß Arber schmatzn kannt“ von Liesl Bauernfeind.


Am Mittwoch, den 13.07.05 laden die beiden Naturparke Bayerischer Wald e.V. und Oberer Bayerischer Wald e.V. zu einer weiteren Sonderveranstaltung im Arbergebiet ein. Im Verlauf einer ca. 1 stündigen Wanderung informiert Schutzgebietsbetreuerin Elke Ohland über Flora, Fauna, Geschichte und Geschichten rund um den Arbergipfel. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr bei der Arberkapelle. Die Veranstaltung ist kostenlos, es ist keine Anmeldung erforderlich.