September 2019


Viechtach/Bogen. Am Sonntag, 15. September, ist der Tag des Geotops. Aus diesem Anlass finden an diesem Tag zwei Wanderungen in der Region statt. Alle Interessierten sind herzlich zu den kostenlosen Wanderungen eingeladen.
Vom Parkplatz Großer Pfahl an der B 85 geht es am Sonntag, 15. September, um 14 Uhr in Viechtach los. Wer mit der Bahn anreist, kann ab Bahnhof Viechtach auf dem rund zweieinhalb Kilometer langen Pfahlsteig zum Treffpunkt wandern. Geologin und Landschaftsarchitektin Dorothea Haas von der Naturpark Umweltstation Viechtach lädt zu der zweistündigen Wanderung am „Großen Pfahl“ ein. Dabei kann man Wissenswertes und Interessantes zur Erdgeschichte, Tier- und Pflanzenwelt oder der fast 100-jährigen Abbaugeschichte im ehemaligen Quarzbruch erfahren.
Im Naturschutzgebiet „Großer Pfahl“ bietet sich dem Wanderer ein Naturschauspiel von hoch aufragenden Felsenriffen, tiefen Quarzbrüchen, und lichten Pfahlheiden. Die Felsentürme aus Quarzgestein sind nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern beflügeln schon lange die Fantasie der Menschen.
Alten Sagen zufolge sind die weißen Felsenzacken der oberirdische Kamm eines im Erdinneren ruhenden Drachens. Tatsächlich ist der Pfahl ein uralter Riss im Grundgebirge des Bayerischen Waldes. Gegen Ende des Erdaltertums drangen heiße wässrige Quarzlösungen in diese Spalten und Hohlräume ein und erstarrten in einer Tiefe von bis zu fünf Kilometern zum weißen Quarzgestein. Mit der Zeit wurde das umliegende weichere Gestein verwittert und abgetragen. Der harte Pfahlquarz widersteht bis heute dem Zahn der Zeit. Am „Klopferplatz“ kann man selbst Quarzkristalle suchen – nur hier ist die Mitnahme von Quarzkristallen im Naturschutzgebiet erlaubt. Das Quarzriff Großer Pfahl in Viechtach ist in die Liste der 100 schönsten erdgeschichtlichen Naturdenkmäler Bayerns gelistet.
Die Wanderung zum Bogenberg startet am Sonntag, 15. September, um 14 Uhr in der Naturpark-Infostelle im Bahnhof Bogen (1. Stock). Die An- und Abfahrtszeiten der Bahn werden berücksichtigt. „Der Bogenberg – Naturschutzgebiet, Geotop und Heiliger Berg“ lautet der Titel der Veranstaltung. Matthias Rohrbacher vom Naturpark Bayerischer Wald lädt zu einer rund zweieinhalbstündigen Wanderung am Naturlehrpfad Bogenberg ein. Bitte festes Schuhwerk mitnehmen. Mit den besonderen Bruch- und Schiefergesteinen des Donaurandbruches gehört der Bogenberg zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Seine religiöse und kulturelle Bedeutung zeigt sich zum Beispiel an der Wallfahrtskirche und dem Kreisheimatmuseum. − ro


Bodenmais. Am Wanderparkplatz Rißlochfälle fanden sich kürzlich 38 Wanderfreunde ein, um an einer naturthematischen Exkursion durch die Rißlochschlucht über die Steigenfelskapelle zum Hochfall teilzunehmen.
Der Arbergebietsbetreuer Johannes Matt vom Naturpark wurde von zwei Freiwilligen unterstützt, die ein freiwilliges ökologisches Jahr bzw. Bundesfreiwilligendienst beim Naturpark absolvieren. Während der Wanderung konnten die Teilnehmer viel Interessantes zur Natur und Geschichte des Gebietes erfahren. So wurden die Wanderer auf der Suche nach Leuchtmoos an den Rißlochfällen fündig. Dieses Moos wächst in dunklen Spalten, kommt mit sehr wenig Sonnenlicht aus und reflektiert außerdem das Licht noch sehr gut, so dass es in den dunklen Spalten aussieht, als ob das Moos leuchten würde.
Weiter ging es vorbei an schönen Aussichtspunkten durch einen Wald, in dem es immer wieder viel zu entdecken gab. Neben den naturwissenschaftlichen Details konnte man auch viel über die Arbeit des Gebietsbetreuers erfahren. Das Spektrum reicht von der Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Besucherlenkung und -information, Arten- und Biotopschutz hin zur Vernetzung und Beratung.
Bevor es zum Hochfall ging, wurden während einer Rast an der Steigenfelskapelle von Johannes Matt einige Geschichten und Anekdoten aus dem Leben der Bevölkerung des Bayerischen Waldes vorgetragen. An einem letzten Aussichtspunkt oberhalb von Bodenmais wurde diese sehr informative Veranstaltung beendet.− bb


Gr. Arber. Die Lupine, genauer die Vielblättrige Lupine oder wissenschaftlich Lupinus polyphyllus genannt, wächst nicht nur in Hausgärten und an Straßenböschungen, sondern kommt auch auf 1456 Metern am Großen Arber vor.
Da die Lupine ursprünglich nur in Nordamerika verbreitet war und erst 1826 nach England und 1890 nach Bayern eingeführt wurde, zählt sie zu den neophytischen, also gebietsfremden Pflanzen. Die Lupine besiedelt Rohböden und kann durch ihre Knöllchenbakterien an den Wurzeln besonders viel Luftstickstoff binden. Die Wuchsstandorte der Lupine werden somit langfristig mit viel Stickstoff und Nährstoffen angereichert.
Auf dem Großen Arber jedoch gibt es großflächig naturschutzfachlich wertvolle Magerrasen, die sich gerade durch einen sehr geringen Nährstoffanteil auszeichnen. In den Pflanzengesellschaften wie den Borstgrasmagerrasen und den Zwergstrauchheiden am Arberplateau ist die düngende Wirkung der Lupine nicht erwünscht. Aus diesem Grund haben die Bergwacht Zwiesel und der Naturpark Bayerischer Wald auch dieses Jahr die Lupine entfernt. Nach einer kurzen Erläuterung durch den Gebietsbetreuer für die Arberregion, Johannes Matt, legten die Mitglieder der Bergwacht mit vollem Tatendrang los.
Heuer wurde der Bereich beginnend vom Kleinen Seeriegel entlang der Fahrstraße hinunter bearbeitet. Vom Erfolg des Einsatzes im vergangenen Jahr konnte man sich auch überzeugen, da Arten des Magerrasens – wie Ungarischer Enzian und Arnika – von dem Einsatz profitieren. Gemeinsam ließ man den Abend in der Schmugglerhütte ausklingen und auch künftig will man die Zusammenarbeit weiter gedeihen lassen.− bbz