August 2019


Langdorf. In vielen heimischen Gärten findet man heute Zierpflanzen, die in unseren Breitengraden ursprünglich nicht beheimatet waren. Ein Beispiel dafür, dass dies durchaus negative Folgen haben kann, ist das Drüsige Springkraut. Es bereitet unter Arten- und Biotopschutz-Aspekten oftmals große Probleme. Aktuell im Naturschutzgebiet „Stockauwiesen“, wo jetzt auch die Naturpark-Ranger mit anpackten.
Im Laufe der Evolution haben sich Pflanzen und Tiere bestens an ihren Lebensraum angepasst. Das ist der Grund, warum Pflanzen normalerweise an ihrem Ursprungsort am besten wachsen. Bei den sogenannten Neophyten trifft das nicht mehr zu. Obwohl sie beispielsweise von einem anderen Kontinent stammen, kommen sie an ihrem neuen Standort bestens zurecht und verdrängen heimische Arten aus ihrer ökologischen Nische.
Das Springkraut hat als invasive Pflanze Potenzial, heimische Pflanzenarten zu verdrängen. Ursprünglich stammt es aus dem westlichen Himalaya, weswegen auch der Name Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera) geläufig ist. Wer öfters in der Natur unterwegs ist, kennt den Schleudermechanismus der Pflanze, mit dem die Samen bereits bei kleinsten Berührungen aus der reifen Kapsel springen. Reißt man die Pflanze aus und erwischt die Wurzel nicht, treibt sie nur umso stärker wieder aus. Die unzähligen Samen werden dann oft durch Tiere, Menschen und Fahrzeuge weiter verteilt, wodurch die Pflanze neue Lebensräume erschließen kann.
Auf einem dieser Wege muss das Indische Springkraut auch in die Stockauwiesen gelangt sein, ein wertvolles Moorgebiet bei Innenried. Hier wachsen seltene Pflanzenarten wie der Sonnentau, Knabenkraut-Orchideen oder der Fieberklee. Um den Erhalt dieser Arten sicherzustellen, bedarf es einer sorgfältigen Pflege der Fläche, die seit Jahren im Auftrag des Landkreises durch den Maschinenring unter Koordination des Naturparks erfolgt.
Neben der Springkrautbekämpfung muss auch die natürliche Sukzession, also die Wiederbewaldung, verhindert werden. Um das Schutzgebiet als Lebensraum für die speziell angepassten Pflanzen- und Tierarten zu erhalten, mussten die Naturpark-Ranger Lea Stier und Martin Graf neben dem Springkraut auch gleich noch den am Rande gelegenen Strauchweidengebüschen mit Astschere und Motorsäge zu Leibe rücken. Das angefallene Astmateial wurde am Waldrand als Unterschlupf für Reptilien wie etwa die Kreuzotter deponiert.
Die jährliche Biotop-Pflege in den Stockauwiesen soll auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden, damit dieses Moor und seine typischen Arten noch lange erhalten bleiben.