März 2018


Schwerpunkt der Naturpark-Einrichtung: Bahnreaktivierung und Wandern im Regental

Viechtach. „Natur erleben – Klima schützen – Bahn nutzen“ – nach diesem Motto präsentiert die Naturpark Umweltstation Viechtach ihr Programm. Neben Projektaktionen mit Schulklassen oder Führungen für Familien werden Vorträge, Seminare und Fortbildungen für Erwachsene angeboten. „Im Jahr 2017 wurde unser Angebot mit zirka 7200 Teilnehmern – davon zirka 4000 Ausstellungsbesuchern in der Pfahl-Infostelle im Alten Rathaus – gut angenommen“, freut sich Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt.

Die Naturpark Umweltstation Viechtach beteiligt sich auch in diesem Jahr mit einigen Veranstaltungen am Klimanetzwerk im Landkreis Regen. „Mit Positivbeispielen wollen wir neue Wege zu nachhaltigen Lebensstilen und mehr Klimaschutz im Alltag aufzeigen“, erklärt Schmidt, der auch Leiter der Umweltstation ist, das Kernanliegen der Umweltbildung.

Führungen und Fortbildungen im Regental – nachhaltig unterwegs: Ein besonderer Schwerpunkt wird im Jahr 2018 auf das Wandern im Regental gelegt, um den Betrieb der Bahnstrecke von Viechtach nach Gotteszell zu unterstützen. Das wildromantische Flusstal des Schwarzen Regens ist landschaftlich sehr reizvoll. Auch deswegen gilt die Bahnstrecke direkt am Fluss als eine der schönsten Bayerns.

„Der Natur auf der Spur“ ist man hier bei einer Vogelstimmenwanderung (20. April), einer Botanikexkursion (27. April), einer literarischen Abendwanderung (20. Juni), Streifzügen am Fluss (13. Juli) oder einer Fledermausnachtwanderung (10. August). Bei den kostenlosen Veranstaltungen erfährt man Wissenswertes und Interessantes über die Natur im Regental. Gerade Multiplikatoren wie Lehrer und Naturführer sind bei einigen Fortbildungen gezielt angesprochen. Eine Fortbildung für Lehrkräfte (17. Mai) zur Natur und Kultur im Regental wird gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt angeboten. Neben Schulklassen können sich Vereinsgruppen zu Führungen im Regental anmelden. Viele attraktive Wandertipps und -routen enthält der kostenlose Wanderflyer „Wandern mit der Bahn im Regen- und Teisnachtal“, der vom Naturpark konzipiert wurde.

„Ein umweltverträglicher öffentlicher Personennahverkehr ist nicht nur für unsere einheimische Bevölkerung von Vorteil, sondern kommt auch dem Naturtourismus entgegen. Deshalb werden wir auch in Zukunft den Regelbetrieb dieser Bahnlinie unterstützen“, sagt der Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt.

Exkursionen und Aktionen am Großen Pfahl – Natur erleben: Neben den Aktivitäten im Regental bietet die Umweltstation Viechtach viele Veranstaltungen in ihrem Außengelände am Pfahl an. „Mit Exkursionen, Fortbildungen und Projektaktionen sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Natur- und Umweltthemen sensibilisiert werden“, sagt Matthias Rohrbacher von der Umweltstation Viechtach. Das Außengelände der Umweltstation beim „Großen Pfahl“ mit dem angrenzenden Quarzbruch bietet dazu vielfältige Möglichkeiten. Hier kann man in den Streuobstwiesen, Beobachtungsständen und Naturweihern die Natur erkunden. Die vielfältigen Angebote wenden sich an Einheimische und Urlauber. Ab Mai stehen regelmäßig Führungen am Großen Pfahl oder am Schaubienenstand auf dem Programm. Für Schulklassen und Jugendgruppen werden Projektaktionen zu Themen wie Pfahl, Wiese, Hecke, Bach, Weiher oder Wunderwelt der Insekten angeboten. Für ältere Jahrgangsstufen sind Themen wie Imkerei, Ökologie der Gewässer, Klimaschutz und nachhaltige Lebensstile aktuell.

Eingebunden in die Programmgestaltung sind viele Institutionen, Vereine und Verbände: Der Imkereiverein Viechtach, der Landesbund für Vogelschutz, der Bund Naturschutz, der Kreisverband Regen für Gartenbau und Landespflege, der Tourismusverband Viechtacher Land, der Agenda 21 Arbeitskreis Energie und Verkehr, der Verein Go-Vit oder das Staatliche Schulamt Regen sind hier zusammen mit dem Naturpark tätig.

Wanderflyer und Jahresprogramm: Der Wanderflyer „Wandern mit der Bahn im Regen- und Teisnachtal“ und der Flyer zum neu erstellten Jahresprogramm können bei der Umweltstation Viechtach, Stadtplatz 1 in der Pfahl-Infostelle im Alten Rathaus abgeholt oder als Download angefordert werden. Die kostenlosen Veranstaltungen werden aus dem Förderprogramm „Umweltstationen“ des Bayerischen Umweltministeriums mitfinanziert. Mehr Information auch unter www.umweltstation-viechtach.de oder unter  09942/904864.vbb 


Auftakt zum Naturparkprojekt „Lichtverschmutzung

Zwiesel. Zur Auftaktveranstaltung zum neuen Naturpark-Projekt „Lichtverschmutzung“ haben der Naturpark Bayerischer Wald gemeinsam mit der Bayerwald Sternwarte in das Informationshaus in Zwiesel eingeladen.

Heinrich Schmidt, 1. Vorsitzender des Naturparks, begrüßte die interessierten Gäste. Anschließend stellte Johannes Matt, der neben seiner Tätigkeit als Gebietsbetreuer für die Arberregion, nun für die Projektkoordination zuständig ist, das neue Projekt vor. 
Neben einem grenzüberschreitenden Netzwerk an Institutionen, die sich mit der Thematik beschäftigen, werden die Auswirkungen des künstlichen Lichts in der Nacht ins Bewusstsein gerückt.

„Jeder weiß was unter gesunder Ernährung oder umweltschonender Mobilität gemeint ist, jedoch die wenigsten machen sich Gedanken was richtige und gesunde Beleuchtung ist“, sagte Johannes Matt. Er präsentierte Studien, die zeigen, dass zu intensive Beleuchtung oder Beleuchtung mit hohem Blaulichtanteil sich schädlich auf den menschlichen Organismus auswirkt. Hoher Blaulichtanteil unterdrückt demnach den natürlicherweise nächtlich ansteigenden Melatoninspiegel. Der Mensch finde folglich in der Nacht keinen ausreichenden Schlaf, dies könne zu einem erhöhten Risiko für Diabetes II, Prostata- oder Brustkrebs führen, so Matt.

Peter Postler von der Gerhard-Franz-Sternwarte Tirschenreuth, der sich bereits seit Jahren mit der Problematik des Lichtsmogs beschäftigt, führte die interessierten Zuhzörer in die Thematik ein. Eine falsche Lichtfarbe oder Bauweise von Lampen könne zum Insektensterben sowie zur Ablenkung von Vogelschwärmen beitragen. Leuchtstärke, Farbtemperatur, sowie Abschirmung hätten direkte Auswirkungen auf die Tierwelt. Eine angepasste Beleuchtung, die mit Energieeinsparung und Verminderung des Lichtsmogs einhergehe, sollte das Ziel bei der Umrüstung von Straßenbeleuchtungen sein.

Josef Bastl von der Bayerwald Sternwarte erläuterte die Bedeutung eines klaren Sternenhimmels zur Beobachtung und Vermessung von Asteroiden, die die Umlaufbahn der Erde kreuzen. Unter lichtverschmutztem Himmel seien solche Beobachtungen nicht mehr möglich. Darüber hinaus ging Josef Bastl auf die lokale Situation der Lichtverschmutzung im Bayerischen Wald ein. Auch hier im ländlichen Raum seien gute astronomische Beobachtungen nur mehr an wenigen abgelegenen Orten möglich. Am Veranstaltungsabend war, trotz aufgebautem Teleskop, beispielsweise die Milchstraße über Zwiesel nur sehr schwach zu sehen. Dies lag zum einem an dem gerade hell scheinenden Vollmond, aber auch an der zu erkennenden Lichtverschmutzung vor Ort.

Als Fazit der Veranstaltung wurde festgehalten, dass Lichtverschmutzung nicht nur negative Auswirkungen auf die Tierwelt und schlechtere astronomische Beobachtungsmöglichkeiten verursacht, sondern auch ganz konkrete Folgen auf die menschliche Gesundheit hat. Im Rahmen des Interreg-Projektes „Lichtverschmutzung – gemeinsames Verfahren“ in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Leadpartner „Aktivity pro“ erfolgt nun eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Begleitend dazu werden Aus-stellungen erarbeitet. Gleichzei-tig wird die Internetseite: http://www.naturpark-bayer-wald.de/lichtverschmutzung.html weiter ausgebaut. Heinrich Schmidt kündigte zudem an, auf ein Förderprogramm für Kommunen zur Umrüstung auf energiesparende und umweltgerechte Beleuchtung hin zuarbeiten. bbz