August 2017


Nationalpark-Leiter Hubený zu Gast beim Naturpark Bayerischer Wald

Gr. Arber. Der Leiter des Nationalparks Šumava, Pavel Hubený, ist jüngst der Einladung des Arber-Gebietsbetreuers Johannes Matt gefolgt, die Naturbesonderheiten des Arbers kennen zu lernen.

Zusammen mit einer Gruppe der Forschungsabteilung des Nationalparks Šumava besuchte er den Großen Arber. Nach einer allgemeinen Einführung durch Hartwig Löfflmann, den Geschäftsführer des Naturparks Bayerischer Wald, stellte Johannes Matt das Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Seewand“ und nachfolgend das Gipfelplateau des Großen Arbers den tschechischen Gästen vor.

Schwerpunktmäßig wurden botanische und faunistische Besonderheiten präsentiert und somit die hohe ökologische Wertigkeit der Arberregion für den gesamten grenzenlosen Naturraum des Bayerischen Waldes und Böhmerwaldes hervorgehoben. Dass sich im Arbergebiet viele seltene Pflanzen oder auch ein Auerhuhn-Vorkommen erhalten haben, während zu gleicher Zeit von touristischer Seite der Erholungsdruck hoch ist, hinterließ bei Pavel Hubený Eindruck. Die Themen Besucherinformation und Besuchermanagement, die in enger Zusammenarbeit mit dem Haus Hohenzollern und den Bayerischen Staatsforsten behandelt werden, wurden daher näher erläutert. Beispielsweise sollen zukünftig die Informationstafeln zweisprachig in Deutsch und Tschechisch ausgearbeitet werden. Zudem wurden Ergebnisse verschiedener Monitoringprojekte diskutiert und ausgetauscht.

Daneben wurden das Auerwildschutzgebiet und die Beweidung der Bodenmaiser Schachten erläutert. Auch über die breit gefächerten Aufgabenbereiche des Gebietsbetreuers informierte sich Hubený ausführlich. Dabei sind für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit die Tschechisch-Kenntnisse von Johannes Matt von großem Vorteil.

Die Zusammenarbeit von Naturpark Bayerischer Wald und Nationalpark Šumava zu vertiefen, ist erklärtes Ziel beider Seiten. Spontan lud Pavel Hubený die Mitarbeiter des Naturparks zu einem Gegenbesuch im Herbst in den Nationalpark Šumava ein. Bei einem Rundgang durch die NaturparkWelten im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein klang der gemeinsame Termin bei sehr guter Atmosphäre aus.löf 


Großer Pfahl bei Viechtach erneut als „Nationales Geotop“ in Deutschland ausgezeichnet – Bayerischer Spitzenreiter

Andrea Neumeier 

Viechtach. Groß und weiß ragt der Quarzfelsen aus dem Boden, entstanden vor rund 275 Millionen Jahren aus riesigen Gesteinsschollen. Der Große Pfahl bei Viechtach, eines von insgesamt 3500 Geotopen in Deutschland, gehört seit 2002 zu den schönsten bayerischen Geotopen. Jetzt wurde der Große Pfahl wie schon 2006 erneut mit dem Prädikat „Nationales Geotop“ Nr. 1 in Bayern ausgezeichnet.

Vom Bayerischen Umweltministerium und der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien wurde er unter den 77 prämierten deutschen Geotopen zum Schönsten in ganz Bayern gekürt und trägt nun das Prädikat „Nationales Geotop“.
Insgesamt wurden 14 bayerische Geotope ausgezeichnet. „Die Geotope sind allesamt Unikate und zeugen von der reichen Erdgeschichte Bayerns. Geotope sind zu Stein gewordene Geschichtsbücher“, sagte Umweltministerin Ulrike Scharf anlässlich der Urkundenverleihung.

Die Akademie hat bereits 2006 über einen Wettbewerb die schönsten Geo-Wunder Deutschlands gesucht. Als Ergebnis wurde an 77 Geotope in Deutschland die Auszeichnung „Nationales Geotop“ verliehen. Jetzt erfolgte die Rezertifizierung.

Vorher wurden die Geotope vom Geologischen Dienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt untersucht. „Die Auszeichnung ist eine ideale Ergänzung unseres Gütesiegels Bayerns schönstes Geotop“, sagte Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes.

Der Große Pfahl bei Viechtach ist die größte Erhebung des Bayerischen Pfahls, der sich auf einer Länge von 150 Kilometern von Passau bis nach Nabburg in der Oberpfalz erstreckt. Vorher musste der Pfahl erst freigelegt werden, damit er hinter Bäumen und Sträuchern überhaupt sichtbar wurde. Geotope sind erdgeschichtliche Formationen, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und des Lebens vermitteln. Sie umfassen Gesteine, Böden, Mineralien, Fossilien und Landschaftsteile. Alle der 14 bayerischen „Nationalen Geotope“ wurden außerdem mit dem Gütesiegel „Bayerns schönstes Geotop“ prämiert.

Ziel ist es, die Geotope zu pflegen, in ein Rad- und Wanderwegenetz einzubinden und die Besucher darüber zu informieren.

„Das ist natürlich eine großartige Auszeichnung und wir freuen uns sehr darüber“, sagte Heinrich Schmidt, Vorsitzender des Naturparks. Er hält die Urkunde bereits in Händen. Demnächst soll auch die alte Informationstafel mit der Auszeichnung durch eine neue ersetzt werden.

Zu den „Nationalen Geotopen“ gehören unter anderem auch der Silberberg bei Bodenmais, das Altmühltal, der Quellkalktuff, auch „Wachsender Felsen“ genannt, von Usterling im Landkreis Dingolfing-Landau und die Steinerne Agnes im Lattengebirge im Berchtesgadener Land.


Böbrach. Noch bis 25. August findet im Foyer des Rathauses Böbrach eine Fledermausausstellung statt. Die zwölf Rollups stellen anschaulich alles Wissenswerte über die „kleinen Schatten in der Nacht“ dar. Zu den Rathaus-Öffnungszeiten kann man die Leihgabe des „Naturparks Bayerischer Wald“ studieren. Dazu liegt weiteres Info-Material aus, teilt Uschi Major von der Tourist-Info Böbrach mit.vbb 


Kirchberg. Der Naturpark bietet eine Veranstaltung zum Thema „Besuch bei den Freilandschweinen“ an. Treffpunkt ist am Freitag, 4. August, um 15 Uhr in Höllmansried 41 bei Kirchberg auf dem Biohof Scherm. Ludwig Scherm, Natur- und Landschaftsführer und -pfleger, erläutert die biologische Schweinehaltung, eine Welt, die die Tiere nicht als „Massentierhaltungsobjekt“ abstempelt. Scherm ist auch im Bereich der Landschaftspflege mit Tieren unterwegs. Die Veranstaltung dauert etwa zwei Stunden und findet bei jedem Wetter statt. bb