Mai 2013


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einer Vogelexkursion nach Deggendorf eingeladen. Geschäftsführer Hartwig Löfflmann begrüßte den Referenten Frater Ludwig Schwingenschlögl von der Abtei Niederalteich. Er war damals vor zwanzig Jahren einer der Ersten, die im neu geschaffenen Natur- und Landschaftsführerkurs im Bayerischen Wald ausgebildet wurden. Mit großer Begeisterung vermittelte Frater Ludwig den Teilnehmern die Vogelwelt der gemischten Wälder am Geiersberg. Mehr als fünfzehn Laub- und Nadelbaumarten bilden einen vielfältigen Lebensraum unmittelbar am Stadtrand. Etwa dreißig Vogelarten konnte man in den Morgenstunden an ihrem Gesang erkennen oder mit dem Fernglas erspähen. Ein absoluter Höhepunkt war gleich zu Beginn der Wanderfalke, der völlig ungewöhnlich am Turm der Mariahilf-Kirche vorkommt. Normalerweise hätte man dort eher den Turmfalken vermutet. Für die Exkursionsteilnehmer war es völlig ungewohnt hier auf den schnellsten gefiederten Flieger der Erde zu stoßen. Zum Abschluss des etwa zwei ein halb stündigen Rundganges hörte man im Bereich des Heldenhains einen Grünspecht und zur Verabschiedung gab, wie bestellt, ein Eichhörnchen noch eine Kurzvorstellung.


Die Umweltstation Viechtach bietet eine Fortbildung für Vermieter, Touristiker und alle interessierten Naturliebhaber über den Pfahl und die umgebenden Kulturlandschaft an. „Großer Pfahl und Kulturlandschaft – der grüne Mantel des weißen Quarzriffs“ lautet der Titel der Exkursion, die vom Naturpark Bayerischer Wald in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Viechtacher Land veranstaltet wird. Auf touristische Aspekte wie Wanderwege, Info-Materialien, Führungsangebote, Schaustände, Schutzgebote usw. wird dabei ebenso eingegangen. Die kostenlose Veranstaltung findet am Dienstag, den 7. Mai von 15:00 bis 17:00 Uhr statt. Treffpunkt ist am Parkplatz „Großer Pfahl“ an der B85. Referent ist Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher von der Umweltstation Viechtach. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Rückfragen unter 09942 – 90 48 64. Die Exkursion beginnt am einzigartigen Naturdenkmal „Großer Pfahl“ - Bayerns Geotop Nummer eins - mit seinen hoch aufragenden Quarzriffen und beweideten Pfahlheiden. Der ehemalige Quarzbruch mit der „Verladestation“ und „Alten Schmiede“ sind Zeugnisse der einhundertjährigen Abbaugeschichte des Pfahls in Viechtach. Am „Klopferplatz“ kann man sich auf die Suche nach Quarzen und Kristallen begeben. Am und im Umfeld des „Großen Pfahl“ liegt das Außengelände der Umweltstation Viechtach. Eine vielfältige und sanft gepflegte Kulturlandschaft findet sich im angrenzenden Riedbachtal mit seinen beschaulichen Bachwiesen und knorrigen Hangwäldern. Am „Erlebnislehrpfad Kulturlandschaft“ säumen heckenreiche Streuobstwiesen, ein Schaubienenstand und ein Naturweiher den Weg. Hier gibt es viele Angebote, um sich über die Natur zu informieren und die Natur zu erleben.


Heute sind Flüsse vor allem als relativ kostengünstige Transportwege bekannt. Im Zusammenhang mit den Diskussionen zur Energiewende werden sie häufig als Energiequelle angesehen. Vor allem sind Flüsse aber auch die Lebensadern der Natur: Sie sind Heimat vieler faszinierender Tiere und speziell an den Lebensraum angepasster Pflanzen. Der Große Regen, den manche als „Kind des Arbergebiets“ bezeichnen, steht daher im Mittelpunkt einer Flusswanderung mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald. Treffpunkt der etwa 4-stündigen Wanderung zwischen Bayerisch Eisenstein und Ludwigsthal, bei der Interessierte viel über Fischotter, Biber, Wasseramsel und Co, über die Pflanzenwelt, aber auch über die wirtschaftliche – historische - Nutzung des Großen Regens erfahren können, ist am Sonntag, 12. Mai. um 10:30 Uhr im Naturpark-Infozentrum Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein. Die Anreise mit der Waldbahn wird empfohlen. Bitte denken Sie an eine kleine Brotzeit und an festes Schuhwerk. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Zur Auftaktveranstaltung im Rahmen der Woche der Sonne hatte der Naturpark Bayerischer Wald e.V. zusammen mit der Umweltstation Viechtach und dem Arbeitskreis Energie und Verkehr den Architekten des Naturparkhauses Georg Dasch zu einem Vortrag eingeladen. Dieser ging zunächst auf die Ursprünge der Sonnenhausidee zu Zeiten von Sokrates ein und gelangte dann zu den Sonnenhäusern, die seit Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts konzipiert werden. Zunächst betrachtete er allgemein Energiebilanzen und stellte ernüchternd fest, dass der Sonnenhausbau, genauer gesagt die effektive Nutzung der Solarthermie seit fünf Jahren stagniert. Alles diskutiert über den Strom, der im Jahr 2010 in Deutschland einen Primärenergieaufwand von 38,8 % erforderte. Der größte Teil unseres Energieverbrauchs geht aber in die Bereitstellung von Heizung, Warmwasser und sonstiger Prozesswärme. Während man bei der Speicherung des Stroms am Anfang steht, lässt sich thermische Energie leichter speichern. Beim Strom würden alle Pumpspeicher Deutschlands nur eine Stromspeicherung für etwa eine halbe Stunde zulassen. Für das Winterhalbjahr wären aber wenigstens zwei Monate notwendig. Dasch ging anschließend ausführlich auf die Sonnenhäuser ein. Die Kennzeichen dieser sind steile Sonnenkollektoren mit Neigungen zwischen 40 und 80 Grad, um die Wintersonne optimal nutzen zu können. Mit einem Pufferspeicher, der zwischen 5.000 und 10.000 Liter, manchmal sogar mehr fasst, werden sonnenlose Zeiten überbrückt. Wichtig ist als erstes eine effiziente Dämmung der Gebäude und dann die Nutzung dieser stehenden Speicher mit stabiler Wasserschichtung. Ideal ist es, wenn Großpufferspeicher mit regenerativen Heizquellen, d.h. mit Holz oder Pellets nachgeheizt werden. Wärmepumpen, die nicht mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden, sind nicht besser als Kohleöfen, wenn man die Primärenergieseite betrachtet. Der meiste Strom wird immer noch über Kohlekraftwerke bereit gestellt. Elektrische Wärmepumpen, die keinen Ökostrom nutzen, schneiden daher im Hinblick auf die CO2 –Einsparung sehr schlecht ab. Auch die in letzter Zeit kursierende Idee, überschüssigen PV-Strom vom Dach mittels Heizstab für die Gebäudeheizung zu nutzen, entspricht einem Ölpreis von etwa 1,40 €. „Wärmepumpen, so Georg Dasch, die PV-Strom zum Einspeisen nutzen, können nicht mehr als ein Fenster“. Das Ziel müssen Saisonspeicher sein, diese gibt es bisher nur bei der Wärmeenergie. Zum Schluss appellierte Dasch nochmals dafür, die große Aufgabe der Solarthermienutzung entschlossen anzugehen, denn derzeit sind wir noch weit von unseren Klimazielen entfernt. Die Sonderausstellung des Sonnenhausinstituts ist noch bis zum Sonntag, 05.05.2013 im Foyer des Naturparkhauses während der Öffnungszeiten von 9:30 bis 16:30 Uhr zu besichtigen.


Die historischen Zeugen aus Granit stehen noch mancherorts im Fließgewässersystem der Ilz, so auch kurz vor Passau, im Naturschutzgebiet „Halser Ilzschleifen“. Als Brücke über die Ilz dient heute der ehemalige Triftrechen. Auch der Trifttunnel unter dem Reschenstein macht die Wanderung im Naturschutzgebiet abwechslungsreich und spannend. Neben der historischen Nutzung der Ilz als Transportweg für Holz werden auch Flora und Fauna in der „Halser Ilzschleifen“ den Teilnehmern nähergebracht. Veranstalter ist die Stadt Passau und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. mit dem Gebietsbetreuer Stefan Poost. Die Wanderung findet am Sonntag, den 05.05.3013 statt. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr am Parkplatz beim Hofbauerngut in Hals.