August 2012


Sie wollte Erfahrungen im Umweltbildungsbereich sammeln, Zeit in der Natur verbrinden und dabei von alten, naturnahen Wäldern umgeben sein. So führte der Weg, die junge Biologin Stefanie Weigl, als „Praktikantin für die Umwelt“ in den Bayerischen Wald. Nach den drei Monaten zieht sie nun Resümee über ihre Zeit im „Woid“. Vor allem die Projekttage mit Schülern der 1. bis 4. Klasse waren für Stefanie Weigl immer ganz besondere Tage. In Abstimmung mit dem Lehrplan durfte die Praktikantin die Kinder hinaus in die Natur entführen, zum gemeinsamen Entdecken, Erfahren und Erleben. Wie unterscheiden sich Insekten von Spinnentieren? Wie viele Stockwerke hat eine Hecke? Und wie können wir die Güte eines Gewässers bestimmen? Solche und andere Fragen wurden während der Vormittage mit den Kindern geklärt – ohne Stift und Heft, sondern mit Augen, Ohren und Händen. Turbulent waren auch die Tage mit den beiden 5. Klassen des Gymnasiums Zwiesel, die sich für die Naturparkhaus-Rallye angemeldet hatten. Zusammen machte man sich im Infozentrum des Naturparks der Natur auf die Spur. Die Antworten fanden die Kinder auf ihrer Rallye beim Fluss-Kicker, im Heckenversteck oder im Wiesen-Kino. Da Stefanie Weigl vor allem die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur am Herzen liegt, waren auch die Führungen durch das Naturparkgebiet zusammen mit ihrer Betreuerin Dr. Isabelle Auer eine schöne Erfahrung für sie. Zusammen mit Urlaubsgästen ging es die Rißlochfälle hinauf oder um den Großen Arbersee herum. Manchmal waren auch ganz andere als Naturkenntnisse gefragt – „Parlez-vous français?“ hieß es zum Beispiel beim Besuch einer französischen Schulklasse. Das war glücklicherweise kein Problem für die Vielgereiste, auch wenn „Biber“ oder „Naturwaldreservat“ bis dato nicht unbedingt zu ihrem Französisch Wortschatz gezählt hatten. Weniger erzählen, aber mehr zuhören musste Stefanie Weigl beim Auerhuhn-Projekt. Mit einer Umfrage unter den Besuchern der Chamer Hütte sollte geklärt werden, ob die Menschen die Schilder, die im Auerwildschutzgebiet aufgestellt sind tatsächlich wahrnehmen, was sie über den Lebensraum der Auerhühner, im dem sie sich befinden wissen und welche Einschränkungen sie für den Erhalt dieser Art in Kauf wären zu akzeptieren. Die Befragungen hat sie mittlerweile abgeschlossen. „Das Auswerten der Ergebnisse wird aber noch Zeit, über das Praktikum hinaus in Anspruch nehmen.“ sagt Stefanie Weigl. Spätestens Ende September sollte dem Naturpark und anderen Interessieren jedoch ihr Abschlussbericht zur Verfügung stehen. „Ich glaube fest daran, dass es einen Kompromiss zwischen Nutzen und Schützen gibt!“, resümiert sie über das Thema. Rückblickend vergingen die drei Monate natürlich wie im Flug. Für Stefanie Weigl war ihr ganz persönliches „Freiluftsemester“ ein voller Erfolg; sie ist sich jetzt ganz sicher, dass sie auch in Zukunft in der Umweltbildung tätig sein möchte. Allen Interessierten am Praktikum für die Umwelt rät sie, sich auf der Homepage des durch die Commerzbank und Europarc Deutschland unterstützen Projekts zu informieren (www.praktikum-fuer-die-umwelt.de) oder für all jene die wie sie in den ´Woid´ möchten sich direkt an den Naturpark Bayerischer Wald zu wenden (Telefon 09922/ 802480).


Das Arbergebiet ist sehr wasserreich: Bekannt sind vor allem der Große Arbersee, der Kleine Arbersee und die Rißlochfälle, die höchsten Wasserfälle des Bayerischen Waldes. Nur wenige wissen, dass es einst noch einen Dritten Arbersee gab, der heute jedoch verlandet ist. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und der Geologe Fritz Pfaffl vom Naturkundlichen Kreis laden am Sonntag, 12. August alle naturbegeisterte und naturkundlich – vor allem geologisch – interessierten Wanderer zu einer Exkursion zum Dritten Arbersee ein. Treffpunkt der ungefähr 4,5-stündigen Führung ist um 13:30 Uhr auf dem Wanderparkplatz Rißloch am Ende des Rißlochwegs in Bodenmais. Für diese Exkursion ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 10. August beim Naturpark unter Tel.: 09922 – 802480. Bitte denken Sie an festes Schuhwerk und ausreichend Getränke. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt.