Juli 2008


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2008 veranstaltete der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Biberexkursion entlang der Wolfsteiner Ohe im Gemeindebereich Perlesreut. Naturpark - Gebietsbetreuer Stefan Poost erläuterte den rund 15 Teilnehmern die Rückkehr der Biber, die im Zeitraum von 1866 bis 1967 in Bayern ausgestorben waren. Auch die Biologie und Lebensweisen des Wasserbewohners wurden erklärt. Dabei wurden die Probleme im Umgang mit den Bibern nicht ausgegrenzt, mögliche Schäden an land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen und auch Abwehrmöglichkeiten dargestellt. Anhand einer beachtlichen Biberburg und auch eines kleineren Staudammes konnten sich die Teilnehmern ein Bild von der Tätigkeit des geschickten Wasserbaumeisters machen. „Durch das viele Holz im Umgriff der Burg und der Staudämme entwickeln sich wieder Rückzugsgebiete und Verstecke für kleine Fische und Fischbrut, denen der Biber als reiner Pflanzenfresser nicht nachstellt,“ so der Gebietsbetreuer. Nach zwei Stunden endete die Wanderung wieder für die Naturinteressierten Teilnehmer an der Messerschmidmühle.


Der Verkehrspolitische Sprecher der Grünen im deutschen Bundestag, Dr. Anton Hofreiter, besuchte im Rahmen einer Informationsreise den Grenzbahnhof Bayrisch Eisenstein. Dort holte er sich allgemeine Informationen zur Verkehrsanbindung zum Nachbarland Tschechien im Rahmen des ÖPNV. Bildungsreferent und Geschäftsführer Hartwig Löfflmann erläuterte ihm die Besonderheiten im Bayerisch-Böhmischen Informationszentrum für Natur- und Nationalparke des Naturparks Bayrischer Wald e.V.. Neben Informationen zur Historie des Grenzbahnhofes Eisenstein ging es dann auch um die Zukunftspläne des Naturparks bei der Sanierung des deutschen Bahnhofsteiles. Das denkmalgeschützte Gebäude soll energietechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Ein sinnvolles Nutzungskonzept für die ca. 2.500 m² Nutzfläche im Grenzbahnhof war eben so Gesprächsthema, wie die bevorstehende Beschaffung von Fördermitteln. Der Naturpark bat dabei auch bei Dr. Hofreiter um Unterstützung jeglicher Art durch die Bundesrepublik Deutschland. Der Grenzbahnhof Eisenstein aus dem Jahr 1872 ist als höchst gelegener Grenzbahnhof der Bundesrepublik und mit seinem 120 m langen Granitstein - Baukörper einmalig. Eine hohe Frequenz von Besuchern das Jahr hindurch beweist dies.


Acht Klassen der Grundschule Viechtach nahmen an den „Natur-Projekttagen“ der Umweltstation Viechtach teil. Themen wie Wiese, Hecke, Wildbienen oder Pfahl standen auf dem Programm. Die Schulkinder waren mit Begeisterung beim „Unterricht im Freien“ dabei und freuten sich über die Vielzahl von spielerischen Aktivitäten: Mit Lupen Tiere beobachten, beim Pflanzenrennen Blumen bestimmen oder „Tierlaute hören“ fanden großen Anklang. Neben dem Naturerleben kam auch die Naturinformation nicht zu kurz. Bei den einzelnen Tieren und Pflanzen erfuhren die Kinder Wissenswertes und Interessantes: Die heilende Wirkung von Holunderbeeren, welche Wiesenkräuter als Salat zu genießen sind, das spannende Leben von Wald- und Wiesenameisen und vieles mehr wurde dabei besprochen. Die Projekttage werden von der Umweltstation Viechtach angeboten, die vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. getragen wird. Rückfragen dazu werden unter der Telefonnummer 09942 – 90 48 64 gerne beantwortet. Die Veranstaltungen orientieren sich auch an den Lehrplaninhalten der Schulen. Dazu Katharina Wenig, Rektorin der Grundschule Viechtach: „Die Kinder lassen sich gerade in diesem Alter für das Thema Umwelt sensibilisieren. Hier wird der Grundstein für die Wertschätzung der Natur gelegt.“ Die gute Resonanz freut auch besonders Heinrich Schmidt, 1. Vorsitzender des Naturparks Bayerischer Wald: „Was man als Kind selbst kennen und schätzen gelernt hat, das ist einem auch schützens- und erhaltenswert. Dies ist ein wichtiger Leitsatz der Umweltbildung!“ Den Schulkindern haben diese Projekttage jedenfalls gut gefallen. Die Schüler waren so begeistert, dass einige am Nachmittag mit den Eltern noch einmal an die Sporer-Quetsch zurückgekehrt sind.


An der Burgruine Weißenstein ca. zwei Kilometer oberhalb der Kreisstadt Regen schimmert bereits von weitem ein eigentümlich anmutendes, weißes Felsenriff. Hier erscheint der Pfahl als ein hoch aufragender Quarzfelsenzug. Mit mehr als 750 m Meereshöhe erreicht der nahezu 150 km lange Pfahl bei den Burgmauern seinen höchsten Punkt. Nicht nur die mittelalterlichen Burgherren wussten den weitreichenden Ausblick auf dem Burgturm zu schätzen. Noch heute bietet sich von hier aus ein einmaliger Rundblick auf die Gebirgszüge des Bayer- und Böhmerwaldes. Am Sonntag, den 13. Juli findet eine Führung mit dem Titel „Von Pfahldrachen, Pfahlburgen und Pfahlheide“ im Naturschutzgebiet bei der Burgruine Weißenstein statt. Um 13:15 Uhr wird eine geführte Wanderung vom Bahnhof Regen nach Weißenstein angeboten. In Weißenstein ist der Treffpunkt um 14:30 Uhr vor dem Kiosk unterhalb des Burgturms. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt Sie herzlich zu dieser naturkundlichen Führung für Groß und Klein ein. Dabei kann man Wissenswertes und Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt am Pfahl, Pfahlsage und –entstehung, Burggeschichte und den ehemals im Burgturm wohnenden Schriftsteller Siegfried von Vegesack erfahren. Die kostenlose Veranstaltung endet um ca. 17:00 Uhr wieder am Bahnhof Regen. Natur- und Landschaftsführer Herbert Mundl und Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher führen die Wandergruppe. Die An- und Abfahrtszeiten des Schienenersatzverkehrs – wegen Reparaturarbeiten ersetzen Busse die Waldbahn - werden bei der Veranstaltung berücksichtigt.