Juni 2008


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit LBV und BN im Landkreis Deggendorf zu einer gemeinsamen Exkursion nach Flintsbach eingeladen. Referent der botanischen Wanderung war Gerhard Nagl aus Deggendorf. Während der Bayerische Wald überwiegend aus Gneisen und Graniten aufgebaut ist, gibt es in Flintsbach bei Winzer eine etwa dreißig Hektar große „Kalkscholle“, die einer ganz anderen Vegetation Lebensraum bietet. Kräuter und Pflanzen aber auch die Waldbestände sind an das basische Ausgangsgestein angepasst. Früher wurde hier Kalk abgebaut und das Material mit Pferdefuhrwerken heraustransportiert. Es wurde auch Kalk gebrannt und das Material teilweise auf der Donau verschifft. Erst im Jahr 1968 wurden die Tätigkeiten eingestellt. Die damals abtransportierten Abraumhalden sind heute wieder bewaldet. Wer nichts von der Geschichte weiß, ahnt nicht, wie intensiv hier der Mensch bereits eingegriffen und genutzt hat. Gerhard Nagl erläuterte einige Dutzend Pflanzenarten, die entlang von Wegrändern und Ackerrändern und in den Wiesen vorkommen. Darunter eine Reihe sehr seltener Pflanzen, die sich teilweise auch auf den „Roten Listen“ wiederfinden. Vor allem die Magerrasen an den Hängen mit ihrer seltenen Pflanzenzusammensetzung sind am verschwinden. Was nicht Wald geworden ist durch Aufforstung wird, soweit es möglich ist, als Acker genutzt. Die Magerwiesen, die früher häufig beweidet worden oder extensiv genutzt worden waren, gibt es nur noch sehr selten. Ob Kartäusernelke, Milde Fetthenne oder Kammschmiele und Zittergras, sie alle bilden diese Magerrasen. Danach beschäftigte man sich mit diesen „Waldgersten – Buchenwäldern“. Normalerweise kommen am Donaurand die Eichen- Hainbuchenwälder mit Winterlinde vor. Hier hat man aber aufgrund der Kalkstandorte eine etwas andere Ausprägung. Gerhard Nagl stellte einige typische Arten dieser Buchenwälder vor und lieferte in einem Zahlenspiel noch einige Daten zu einer alten Buche. Passend zum Thema Klimaschutz, das in dieser Klimawoche besonders hervorgestellt wird informierte er, dass eine 80 - jährige Buche ca. 80.000 Blätter hat. Auf etwa 1.600 m² Blattoberfläche können pro Stunde bis zu 2 Liter reiner Sauerstoff produziert werden. Auch einige interessante Tierarten wie Pflanzenwanzen und die Gerandete Jagdspinne, konnte man entdecken. Zum Schluss verabschiedete Bildungsreferent Hartwig Löfflmann die Teilnehmer und dankte dem Referenten für seine engagiert Führung.