© Naturpark Bayerischer Wald, 2012
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Fledermaus - Flattermann mit Echolot

../Fledermaus/umgang_fldm01.jpgLebewesen mit Flughäuten zwischen den langen Fingern? Stammen die nicht aus ferner Saurier-Urzeit? Die Fledermaus fesselt uns wie nur wenige andere Tiere, scheint uns wundersam und geheimnisvoll, auch wenn wir heute über ihre angedichteten Vampirqualitäten nur müde lächeln. Gruselkino war gestern.

Der nächtliche Jäger gibt nicht viel von sich preis, allenfalls, dass er uns in der Dämmerung schemenhaft vor der Nase herumflattert. Dabei würden wir liebend gerne einmal die Fransen sehen von der Fransenfledermaus, den Bart von der Bartfledermaus, die Ohren vom Braunen Langohr und das Mopsgesicht von der Mopsfledermaus. Aber nein, per Ultraschallanlage technisch aufgepeppt, vermeidet es der Heimlichtuer peinlichst uns zu nahe zu kommen.

Eine ganze Menge unterschiedlicher Fledermausarten haben ihr Jagdrevier im Bayerischen und Böhmerwald - 18 verschiedene alleine im Nationalpark Bayerischer Wald!

Wer eine Spechthöhle in einem alten Baum findet, ist jede Wohnungssorge los. Auch alte Dachstühle und Mauern sowie Felsspalten sind sehr beliebt. Mit "sozial-ökologischem Fledermauswohnungsbau" wird zusätzlich nachgeholfen. Schon gesehen?

Sehr praktisch für uns: Der fliegende Säuger hält lästiges Insektenvolk fern. Denn wenn Flattermann erst einmal auf Achse ist, können sich Stechmücken, Nonnenspinner und Co. warm anziehen. Gewaltig, was der wegspachtelt! Täglich frisst er 28 bis 38 Prozent seines Körpergewichts und kriegt davon nicht einmal einen Bauch!




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Steckbrief

Größe/Gewicht:

der Arten im Bayerischen Wald:
  • 3 bis 8 cm (je nach Art)
  • 3 bis 40 g (je nach Art)

    Lebenserwartung:

  • 5 bis 6 Jahre (durchschnittlich),
    Einzeltiere auch über 20 Jahre
  • Kennzeichen/Merkmale:

  • einziger fliegender Säuger in Deutschland
  • Flughaut zwischen den Fingern und zwischen den Hinterbeinen
  • Daumen mit kräftiger Kralle zum Festhalten und Klettern
  • Beute wird im Flug geschnappt und gleich gefressen
  • akustische Orientierung erfolgt nach dem Echolot-Prinzip
  • hängt in Ruhestellung kopfabwärts, mit den Hinterzehen festgeklammert
  • hält Winterschlaf

    Nahrung:

  • überwiegend fliegende Insekten
  • trinkt im Flug



  • Verwandtschaft

    Weltweit gibt es etwa 1000 Fledermausarten, der Verbreitungsschwerpunkt der Fledermäuse liegt in den Tropen und Subtropen. Hier kommen neben vegetarischen und carnivoren auch drei Arten der "Vampirfledermäuse" vor, die sich von Vogel- und Säugerblut ernähren. Die größeren Verwandten, die Flughunde, haben ihre Verbreitung ebenfalls nur dort.

    Bei den mitteleuropäischen Arten dagegen handelt es sich ausschließlich um völlig harmlose Insektenjäger, deren Nahrungsspektrum von kleinsten Stechmücken bis hin zu großen Laufkäfern reicht.

    Systematik
    Klasse:Säugetiere (Mammalia)
    Unterklasse:Höhere Säugetiere (Eutheria)
    Überordnung:Laurasiatheria
    Ordnung:Fledertiere (Chiroptera)
    Unterordnung:Fledermäuse(Microchiroptera)

    Hufeisennasenfledermaus: Große HufeisennaseGlattnasenfledermaus: Großes MausohrBulldogfledermaus: Europäische Bulldogfledermaus
    Große Hufeisennase Großes Mausohr
    Europäische Bulldogfledermaus

    In der zoologischen Systematik werden die mitteleuropäischen Fledermäuse in drei Familien unterteilt: Hufeisennasenfledermäuse (Bild links), Glattnasenfledermäuse (Bild mitte), Bulldogfledermäuse (Bild rechts). Die weitere Bestimmung der Gattungen und der Arten erfolgt nach Merkmalen wie Größe, Ohrform, Ohrdeckelform, Fellfarbe etc.
    In Bayern kommen 21 verschiedene Fledermausarten vor. 18 dieser Arten wurden bis jetzt auch im Naturpark nachgewiesen. Das Vorkommen einer dieser Arten, der Kleinen Hufeisennase, ist bislang allerdings nur durch den Fund eines toten Einzeltieres belegt.


    Fledermäuse sind schon 30 mal länger auf der Erde als der Mensch.

    Der Ursprung der Fledermäuse beginnt mit den ersten, primitiven Säugern, den Ur-Insektenfressern. Die ersten dieser kleinen, baumbewohnenden Säugetiere lebten schon zu Zeiten der Saurier, vor etwa 100 Millionen Jahren. Die Verwandtschaft mit den Mäusen ist nur sehr weitläufig. Der nächste noch lebende Verwandte der Fledermäuse ist bei uns der Igel.
    ../Fledermaus/a01.jpg




    Verbreitung

    ../Fledermaus/world_map.gifFledermäuse sind nahezu weltweit verbreitet, sie kommen auf allen Kontinenten der Erde mit Ausnahme der Antarktis vor. Auch in anderen polaren Regionen sowie auf entlegenen Inseln fehlen sie.

    Auf manchen Inseln (zum Beispiel Neuseeland) waren sie bis zur Ankunft des Menschen die einzigen Säugetiere.

    Die Fledermausgattung der Mausohren (Myotis) ist die ohne menschlichen Einfluss am weitesten verbreitete Säugergattung überhaupt, ebenfalls sehr weit verbreitet sind die Bulldoggfledermäuse (Molossidae) und die Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae).



    Bergmischwald am Pfarrerberg bei HaibachLebensraum - Untermieter in Häusern, Wäldern und Höhlen

    Fledermäuse nutzen im Lauf eines Jahres verschiedene Lebensräume. Als Jagdreviere bevorzugen sie abwechslungsreiche, möglichst naturnahe Landschaften.

    Als Sommerquartiere dienen warme und trockene Plätze in Dachstühlen, unter Holzverkleidungen, in Mauerspalten oder Baumhöhlen.

    FransenfledermausDie Winterquartiere, in denen die Fledermäuse ihren Winterschlaf halten, müssen feucht und kühl, aber möglichst frostfrei sein. Hauptsächlich werden dazu Höhlen, Stollen, feuchte Keller und Baumhöhlen aufgesucht.

    Waldfledermäuse, wie die noch relativ Große Bartfledermaushäufige Fransenfledermaus, bewohnen naturnahe Mischwälder, Lichtungen und Waldränder. Als Wochenstuben und Tagesquartiere nehmen sie natürliche Baumhöhlen, ersatzweise auch Nistkästen an.

    Hausfledermäuse sind an den menschlichen Siedlungsraum und die offene Kulturlandschaft gebunden. Sie bevorzugen Unterschlupfmöglichkeiten in und an Gebäuden. Recht häufig sind im Bayerischen Wald und Donauraum Bartfledermäuse zu finden, die sich gerne hinter Holzverschalungen ansiedeln.




    Jahreskreis der Fledermaus




    Mausohr WochenstubeSozialverhalten

    In den Sommerquartieren verbringen Männchen und Weibchen getrennt voneinander die Frühjahrs- und Sommermonate. Die Weibchen schließen sich zu sogenannten Wochenstuben zusammen und ziehen gemeinsam ihre Jungen auf.

    Fledermausweibchen bekommen nur ein bis zwei Junge im Jahr, dafür werden sie aber sehr alt. Wenn die Umstände ungünstig sind, sterben über 80% der Jungtiere.
    Bechsteinfledermaus im Winterschlaf
    Weil viele Weibchen sich aus einem riesigen Einzugsgebiet in den Wochenstubenquartieren treffen und die Fledermäuse bei der Jungenaufzucht besonders empfindlich sind, müssen sie besonders geschützt werden. Oft werden Wochenstubenquartiere über Jahrzehnte hinweg besiedelt.

    Den Winter verschlafen die Fledermäuse. Während des Winterschlafs sind alle Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert und der Engergieverbrauch ist sehr gering. Normalerweise reichen die im Herbst angelegten Fettreserven als Energievorrat bis zum Aufwachen im nächsten Frühjahr aus. Mehrfache Störungen oder lange Frostperioden in den Winterquartieren können aber zum Tod der Tiere führen, denn jedes Aufwachen ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden.



    Jagdverhalten

    Die meisten Fledermäuse ernähren sich von Insekten und Spinnen. Alle deutschen und europäischen Fledermäuse fressen gerne kleine Insekten, wie Mücken, Fliegen, Nachtfalter, Käfer und auch verschiedene Spinnen. Manche fressen sogar Käfer, die auf dem Boden leben.



    Gefährdung

    Für Fledermäuse sind zahlreiche Gefährdungsursachen bekannt, die gravierendsten liegen beim Menschen!

    Zwar werden für den Rückgang einiger Arten auch klimatische Veränderungen in Erwägung gezogen, z.B. bei den beiden Arten der Hufeisennasen im mittleren und südlichen Teil Deutschlands und beim Großen Mausohr in Norddeutschland, doch haben auch hier menschliche Eingriffe immer zum Verschwinden der Restpopulationen am Rande ihres Verbreitungsgebietes beigetragen.

    Als sehr schwerwiegende Gründe für die Gefährdung der Fledermäuse gelten, neben den Quartierverlusten, sicher auch die Verringerung des Nahrungsangebotes infolge von Änderung und Intensivierung der Landnutzung und des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Außerdem stellt die Kontamination mit Umweltgiften eine Bedrohung dar.

    Halten einer Fledermaus in der Hand (links) und Untersuchung eines Flügels (rechts).




    Natürliche Feinde../Fledermaus/a24.jpg






    Natürliche Feinde der Fledermäuse sind vor allem tag- und nachtaktive Raubtiere, vor allem Katzen, Steinmarder, sowie Greifvögel und Eulen (Falke, Habicht, Sperber, Waldkauz und Schleiereule).

    Ektoparasiten leben im Fell und auf den Flughäuten: Wanzen, Flöhe, Zecken, Fledermausfliegen, Flughaut- und Räudemilben sind zwar "lästig", bedrohen aber nur das Leben kranker bzw. sehr geschwächter Fledermäuse.



    Beeinträchtigung durch den Menschen

    Fledertiere sind durch uns Menschen extrem gefährdet und dies, obwohl die wenigsten sie tatsächlich bewußt wahrnehmen. Dies sind die Ursachen für den Rückgang unserer Fledermäuse:

    Giftbelastung
    ihrer Nahrung
    In der Landwirtschaft versprühte Insektizide werden mit den überlebenden Insekten aufgenommen und führen durch Anreicherung im Fettgewebe zum langsamen Tod der Fledermäuse.
    Verringerung
    ihrer Nahrung
    Durch den Gifteinsatz in der Landwirtschaft und auch in Privatgärten, als auch durch die Zerstörung von Strukturelementen unserer Landschaften (Hecken, Feuchtgebiete etc.), hat sich die Insektenmenge stark verringert.
    Hautkontakt
    mit Giften
    Holzschutzmittel, die bei Renovierungen und Neubauten eingesetzt werden, können von Fledermäusen zum Teil über ihre Haut bzw. Schleimhäute aufgenommen werden. Dies kann zum Tod der Tiere führen.
    Zerstörung ihrer
    Sommer- und
    Winterquartiere
    Alte hohle Bäume werden gerodet, alte Türme und Dachstühle und andere Gebäude renoviert, abgerissen oder verschlossen, Stollen werden aus Sicherheitsgründen zugemauert - lebenswichtige Schutz- und Fortpflanzungsräume gehen so verloren.
    Bauten, Verkehr
    und Haustiere
    Aus Steigrohren, Kaminen, Hohlräumen in Brücken etc. können Fledermäuse auch kletternd nicht mehr entkommen; in kleineren Wassergefäßen können sie ertrinken. Häufig werden sie Opfer unseres Geschwindigkeitswahns, also des Auto- und Zugverkehrs. Hauskatzen sind die ärgsten Jäger, die der Mensch auf sie losläßt.
    Direkte Störung
    oder gar Tötung
    Versehentliche Störungen im Winterquartier oder in der Wochenstube können tödlich enden, und selbst vorsätzliche Tötung kommt vor: bei Renovierungsmaßnahmen, weil die Tiere als "Ungeziefer" eingestuft werden, und sogar aus Spaß am Töten, wenn die Tiere in ihren Höhlen aufgestöbert werden.

    Selbst gutgemeinte Handlungen des Menschen werden Fledermäusen gelegentlich zum Verhängnis: Vogelnistkästen aus Holzplatten sind für ihre gefiederten Bewohner relativ ungefährlich, weil diese mit einem kräftigen Sprung und Flügelschlag leicht das Flugloch erreichen. Fledermäuse hingegen scheitern an den zu glatten Innenwänden der Holzkästen: Einmal eingeflogen, versuchen sie bis zur Erschöpfung vergeblich, mit ihren Daumenkrallen Halt zu finden, und gehen schließlich erbärmlich zugrunde.
    (Quelle: www.fledermauskunde.de)




    Nachweis


    WochenstubeFledermäuse nutzen im Laufe des Jahres verschiedene Lebensräume und Quartiere.

    Im Sommer sind die Weibchen in den"Wochenstuben" anzutreffen.

    Im Herbst treffen sich Männchen und Weibchen zur Fortpflanzung in Balzquartieren.

    Den Winter verbringen die Fledermäuse im Winterschlaf in ihren Winterquartieren.

    Viele dieser Quartiere sind bekannt und werden besonders geschützt.

    Da man Fledermäuse nachts kaum oder gar nicht mit bloßem Auge sieht, muß man dem schwachen menschlichen Auge entweder mit einem Restlichtverstärker nachhelfen oder sich – ganz nach Fledermausart – mit dem Hörsinn behelfen.

    Da menschliche Ohren die Rufe der Fledermäuse kaum und ihre Echos überhaupt nicht hören, braucht der Forscher ein elektronisches "Hörgerät": einen Ultraschall-Empfänger, auch "Bat-Detektor" genannt. Ein solcher Detektor macht die im Ultraschall-Bereich ausgestoßenen Laute für uns Menschen hörbar und dient der Ortung ("Detektierung") von Fledermäusen.




    ../Fledermaus/baum.jpgSpuren und Fährten

    Wie alle Tiere hinterlassen auch Fledermäuse Spuren. Allerdings sind das natürlich keine Fußabdrücke im Schlamm oder Schnee, sondern indirekte Nachweise ihrer Anwesenheit.

    Unter der Ausflugsöffnung der Sommerquartiere (Wochenstuben) - also auf Fensterbänken, Balkonen und Dachstühlen - können kleine längliche Kotkrümel gefunden werden.

    ../Fledermaus/reste.jpg

    Typische Fressplätze sind oft erkennbar an abgebissenen Falterflügeln, die nicht verzehrt werden.

    Braunschwarze Verfärbungen an Dachbalken stammen vom Körperfett der dort hängenden Fledermäuse.

    Besetzte Höhlenbäume sind manchmal durch dunkle Spuren am Einflugloch erkennbar und an Scheunen ist das dunkel verwitterte Holz an manchen Stellen durch den Urin der Fledermäuse ausgeblichen.





    ../Fledermaus/echoortung.jpg Ultraschall & Echoortung

    Fledermäuse orientieren sich und jagen mit Hilfe ihres Echoortungssystems. Sie stoßen dabei durch Mund (Glattnasen) und Nase (Hufeisennasen) Ultraschall-Laute aus, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Einige Arten, wie zum Beispiel der Große Abendsegler, können dabei die Lautstärke eines Presslufthammers erreichen. Es gibt aber auch Flüsterer, Langohrfledermäuse zum Beispiel kann man kaum hören.

    Mit Hilfe eines speziellen Fledermausdetektors können die für uns nicht hörbaren Laute in hörbare Rufe umgewandelt werden. So kann man Fledermäuse finden und einige Arten beim Jagdflug bestimmen.

    Sozialrufe und die Kommunikation der Tiere untereinander findet im tieferen Frequenzbereich unter der Hörschwelle des Menschen von 18 kHz statt. Wir können diese Rufe also mit bloßem Ohr hören.

    Beispiele für Fledermausrufe

    Große Hufeisennase
    [Dateigrößen: zwischen 500 und 2800 kb !
    Quelle: Audio CD "Stimmen der Natur",
    erschienen bei Laar Media. ]
    Abendsegler
    Kleine Bartfledermaus
    Zweifarbfledermaus
    Mopsfledermaus



    Kot


    Bild rechts: So viel Fledermauskot unter dem Hangplatz einer Kolonie des Großen Mausohrs ist heutzutage fast nur noch auf alten Bildern zu sehen.

    Fledermauskot ist leicht von Mäusekot zu unterscheiden:
    Er ist trocken und krümelig und besteht ausschließlich aus unverdauten Insektenteilen.

    Fledermauskot auf Dachboden
    Die Kotkrümelchen sind selten länger als 1 cm, trocken und zerfallen sofort, wenn sie zwischen den Fingern zerrieben werden. Die glitzernden Teilchen im Kot sind Überreste der Chitinpanzer von verzehrten Insekten. Im Gegensatz dazu ist der Kot von Nagern (z.B. Mäusen) sehr hart und besteht vor allem aus Pflanzenteilen.



    Schutzmaßnahmen

    Co-Existenz ?!Da Anfang der 80er Jahre über Verbreitung und Vorkommen der Fledermäuse im Bayerischen Wald kaum etwas bekannt war, stand in den ersten Jahren die Bestandserfassung im Vordergrund. Um den sehr guten Fledermausbestand zu sichern, kamen im Lauf der Zeit immer mehr Schutzmaßnahmen dazu.

    Neben der Sicherung von Winter- und Sommerquartieren, der Beratung von Quartierbesitzern und der Aufhängung von Fledermauskästen, wurde ein ehrenamtlicher Betreuerkreis ins Leben gerufen. Die Betreuer kümmern sich um die Fledermausquartiere in ihrer Umgebung.

    Zusätzlich wurde eine Pflegestation errichtet, die schon seit fast 20 Jahren die Aufnahme und Pflege von pflegebedürftigen Tieren gewährleistet.

    Auch die Öffentlchkeitsarbeit ist ein wichtiges Instrument um alte Ängste und Aberglauben abzubauen und den Fledermäusen ein Miteinander mit dem Menschen zu ermöglichen.




    Betreuersystem

    Wenn Sie selbst gerne Fledermausbetreuer/in werden wollen, dann wenden sie sich bitte an den Naturpark Bayerischer Wald e.V. oder an die Fledermaus-Hotline.

    Durch die im Laufe der Jahre zunehmende Anzahl an wichtigen und schützenswerten Fledermausquartieren und dem wachsenden öffentlichen Interesse konnte das gesamte Schutzkonzept in den fünf Landkreisen nicht mehr von einer Person alleine bewältigt werden. Vor allem um die Fledermausbestände langfristig zu sichern, wurde ab 1994 ein ehrenamtliches Fledermausbetreuersystem eingeführt.

    Was tun Fledermausbetreuer?

    Fledermausbetreuer sind die ersten Ansprechpartner in der Region. Sie arbeiten ehrenamtlich, Auslagen und Fahrtkosten werden Ihnen erstattet. Wir suchen nach weiteren Fledermausbetreuern, die Spaß daran haben, sich für den Schutz dieser faszinierenden Tiere einzusetzen. Die Aufgaben eines Fledermausbetreuers sind:

    • Susanne Morgenroth bei der Winterquartierkontrolle im BöhmerwaldBetreuung einer oder mehrerer Gemeinden im Umkreis vom Wohnort
    • Nachkontrolle bekannter Quartiere
    • Erste Kontaktaufnahme bei neuen Quartieren und Beratung
    • Erstkontakt für den Notfall und Erstaufnahme verletzter Fledermäuse
    • Evtl. Suche nach neuen Quartieren
    • Evtl. Durchführen von Verbesserungsmaßnahmen und Infoveranstaltungen



    Schutz und Hilfe

    Die einheimischen Fledermäuse stehen seit 1936 unter Naturschutz. Aber der gesetzliche Schutz allein reicht nicht aus. Ein effektiver Schutz derart gefährdeter Tiergruppen ist nur über die Erhaltung ihrer Lebensräume und Quartiere möglich. Fledermausschutz heißt in erster Linie Biotopschutz!

    Zum Schutz der Fledermäuse sollten aber auch Renovierungsarbeiten an Gebäuden mit Fledermausvorkommen nur in den Herbst- und Wintermonaten durchgeführt werden. Ebenso sollte - auch im eigenen Interesse - auf den Einsatz giftiger Holzschutzmittel in und an Gebäuden verzichtet und Versteckmöglichkeiten (z.B. auf Dachböden oder unter Holzver-schalungen) erhalten werden.
    Neue oder bislang unbekannte Fledermaus-vorkommen zu erkennen ist wichtig!

    Weitere Informationen zum Fledermausschutz an Gebäuden:

    PDF: » Anbringen von Fledermauskästen
    PDF: » Leitfaden Gebäudesanierung
    PDF: » Quartiere an Scheunen
    PDF: » Merkblatt Kirchensanierung
    PDF: » Anbringen von Fledermauskästen

    Fledermausschutz im Wohnbereich Fledermausschutz im Wohnbereich:
    (1) Blumenwiesen statt Rasen anlegen
    (2) Alte Obstbäume erhalten und neue nachpflanzen
    (3) Unterschlupfmöglichkeiten unter Holzverschalungen, in Mauerritzen, im Dachboden und in Kellergewölben erhalten bzw. neu schaffen
    (4) Dachboden nicht mit giftigen Imprägniermitteln behandeln
    (5) Künstliche Quartiere schaffen (Anbringen von speziellen Fledermauskästen)

    Ansprechpartner:
    Naturpark Bayerischer Wald e.V.
    Info-Zentrum 3, 94227 Zwiesel
    Tel.: 09922/802480