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Bildquellen: Nationalpark Bayerischer Wald, luchs-bayern.de, wikimedia, Sybille u. Manfred Wölfl

Luchs - Pirschjäger auf Samtpfoten

../Luchs/l-np-2.jpgWie das nur kommt: Er ist ein Raubtier und hat trotzdem auf Anhieb unsere Sympathie - der Luchs.

Kaum einer von uns hat ihn jemals in freier Wildbahn gesehen. Dennoch mögen wir ihn auf den ersten Blick: seiner Pinselohren wegen, seiner Samtpfoten, seiner Stupsnase, seines weichen Fells. Fasziniert studieren wir das uns seltsam vertraute und doch so fremde Tier - eine Riesen-"Miezekatze" irgendwie auf halber Strecke zwischen Leopard und Stubentiger. Der Beute hinterher zu hetzen ist jedenfalls nicht sein Ding, wobei er einiges mit den "Haustigern" gemein hat. Er ist der perfekte Anpirschjäger. Abwarten und Tee trinken. Und im richtigen Moment losschlagen. Taktik ist alles.

Als vermeintlicher Nahrungskonkurrent vor 150 Jahren in Europa großräumig ausgerottet - das letzte heimische Tier wurde 1846 nahe Zwiesel geschossen - ist der Luchs heute wieder in das Gebiet des Bayerischen und Böhmerwaldes zurückgekehrt. Nach ersten Wiederansiedelungsprojekten zwischen Lusen und Falkenstein im Nationalpark Bayerischer Wald in den 1970er Jahren waren die Freilassungen in den 1980er Jahren auf der tschechischen Seite im Šumava dann erfolgreich. Der scheue Einzelgänger hat im Grenzgebirge wieder eine Adresse. Doch selbst mit Luchsaugen wird man ihm kaum "Hallo" sagen können. Unser neuer Freund will inkognito bleiben!






Steckbrief

Größe / Gewicht:

  • Etwa schäferhundgroß
  • Gewicht Weibchen (Katze) 14 bis 20 kg,
  • Männchen (Kuder) 20 bis 26 kg

    Lebenserwartung:

  • 5 bis 15 Jahre in freier Wildbahn, bis 25 Jahre im Gehege

    Fortpflanzung:

  • rund 70 Tage Tragzeit
  • 1 bis 3 Junge, selten 4
  • öffnen nach 2 Wochen die Augen
  • nach einem Jahr selbstständig
  • Weibchen (Katzen) nach ca. 2 Jahren geschlechtsreif, Männchen (Kuder) nach etwa 3 Jahren
  • Fortpflanzung jährlich

    Nahrung:

  • am liebsten Reh, aber auch Hasen, Mäuse, Füchse, kleinere Wildschweine sowie Rotwildkälber (selten erwachsenes Rotwild), Nahrungsbedarf etwa 1 - 1,5 kg Fleisch pro Tag.

    Lebensraum:

  • In Mitteleuropa Streifgebietsgrößen zwischen 80 und 500 km²



  • Verwandtschaft

    Weltweit gibt es vier Luchsarten, welche die gesamte nördliche Hemisphäre bewohnen.
    Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Größe und Fellfärbung.

    Eurasischer Luchs
    Lateinischer Name: Lynx lynx
    Gewicht: 14-28 kg
    Hauptbeute: mittelgroße Huftierarten (Reh, Gämse, Rentier,...)

    Pardelluchs
    Lat. Name: Lynx pardinus
    Gewicht: 8-15 kg,
    Hauptbeute: Kaninchen

    Systematik
    Klasse:Säugetiere (Mammalia)
    Ordnung:Raubtiere (Carnivora)
    Überfamilie:Katzenartige (Feloidea)
    Familie:Katzen (Felidae)
    Unterfamilie:Kleinkatzen (Felinae)
    Gattung:Luchse (Lynx)
    Art:Eurasischer Luchs
    (Lynx lynx)

    Rotluchs oder Bobcat
    Lat. Name: Lynx rufus, Gewicht: 7-10 kg
    Hauptbeute: Hasen und Nagetiere

    Kanadaluchs
    Lat. Name: Lynx canadensis
    Gewicht: 9-15 kg, Hauptbeute: Hasen

    ../Luchs/verbreitung-arten.jpg



    ../Luchs/verbreitung.jpgVerbreitung







    Während der Luchs früher in fast ganz Europa heimisch war, finden sich heute natürliche Luchsvorkommen nur noch in den nördlichen und östlichen Teilen des Kontinents.

    Die freilebenden Luchse im Bayerischen Wald sind über das Gebiet des heutigen Nationalpark Šumava
    aus Tschechien eingewandert.
    Die Population dort ist auf ein Wiederansiedlungsprojekt von 1982 bis 1989 zurückzuführen.




    ../Luchs/100_5330_q1.jpgLebensraum

    Der Luchs bevorzugt als Lebensraum grundsätzlich große Waldareale mit dichtem Unterholz, nutzt aber auch offene Landschaften in der Nähe von menschlichen Siedlungen.

    Ideale Voraussetzungen für die Jagd bieten ihm Wälder mit einer stark kleinräumlichen Gliederung durch Altholzinseln, Lichtungen, felsige Hänge und morastige Zonen.

    Telemetrische Untersuchungen haben gezeigt, dass Luchse einen großen Teil ihrer Beute im Randbereich von Wäldern jagen und dabei auch landwirtschaftlich genutzte Flächen betreten. Tagsüber halten sie sich in ihren Verstecken auf und tolerieren dabei durchaus auch die Nähe zum Menschen.

    Die Reviergrößen variieren von 150 - 400 km² für Männchen und 80 - 200 km² für die Weibchen. Weibliche Luchse haben grundsätzlich kleinere Reviere als die männlichen Tiere, deren Revier oft doppelt so groß ist und sich mit den Revieren von bis zu zwei Weibchen überlappen kann. Die Reviergrenzen werden durch Harn markiert.

    Die großen Wohngebiete sind eine Folge ihrer Jagdtaktik. Hielte sich ein Luchs länger in einem Teil seines Reviers auf, stellen sich seine Beutetiere auf seine Anwesenheit ein und sind aufmerksamer. Um einen angemessenen Jagderfolg sicherzustellen, ist der Luchs daher darauf angewiesen, innerhalb seines Reviers immer wieder sein Jagdgebiet zu wechseln, um auf unvorsichtiges Wild zu treffen.




    ../Luchs/wiki1.jpgLebensweise

    Katzentypisch zieht der Luchs als Einzelgänger umher,
    außer es ist gerade Paarungszeit.

    Auch seine Jagdmethode ist die selbe wie die unserer Hauskatzen:
    Anschleichen, Anspringen und mit einem Biss töten.

    Luchse sind vor allem in der Dämmerung und während der Nacht aktiv und dank ihrer hervorragenden Tarnung für uns quasi unsichtbar.

    Jeder erwachsene Luchs durchstreift ein festes Revier.
    Die Gebiete der Männchen sind größer als die der Weibchen, was dazu führt, dass jedes Männchenrevier zumindest eines, manchmal auch zwei Weibchenreviere vollständig umschliesst.
    Luchse durchstreifen ihre Territorien regelmässig,
    haben jedoch Lieblingsgebiete, wo sie ruhige Tageslagerplätze finden und es nicht weit zu guten Jagdgebieten haben.

    Die Grösse der Reviere richtet sich vor allem nach der Beutetierdichte und ist aus diesem Grund von Gebiet zu Gebiet verschieden. (Quellen: wikipedia, big-cats.de)



    Sozialverhalten

    Obwohl überwiegend als Einzelgänger lebend, kennt auch der Luchs Regeln für den sozialen Umgang, die neben der Grundeinheit des Mutter-Jungen-Verbandes auch den zeitweisen Kontakt zwischen den Geschlechtern beinhalten.
    Die Paarungszeit des Luchses fällt normalerweise in die Monate Februar und März. Weibchen beteiligen sich gewöhnlich das erste Mal in ihrem zweiten Winter an der Ranz. Männliche Tiere suchen erst in ihrem dritten Winter nach einem Weibchen.
    Die Tiere markieren in dieser Zeit mit ihrem stark riechenden Urin ihre Reviere besonders intensiv - bevorzugt auf Nasenhöhe der Luchse an Wurzelstöcken oder Steinen.
    Auch die lauten Ranzrufe sind jetzt häufig zu hören.

    Hat ein Männchen eine paarungsbereite Luchsin gefunden, hält es sich in dieser Zeit mehrere Tage in ihrer Nähe auf. Nach erfolgreicher Paarung und einer Tragzeit von ca. 70 Tagen kommen im Mai oder Juni in einem sorgfältig ausgewähltem Versteck 1-3 Junge zur Welt.

    Die Kätzin zieht ihre Jungen allein auf und betreut sie bis in den Spätwinter hinein. Im Alter von 9 bis 10 Monaten müssen die Halbwüchsigen das mütterliche Wohngebiet verlassen und sich ein eigenes Revier suchen.

    Die Jungensterblichkeit ist bei Luchsen sehr hoch:
    von vier geborenen Jungen überlebt nur eines bis zur Etablierung eines eigenen Revieres. Todesursachen sind Verhungern oder Krankheiten sowie Unfälle auf Straße, Schiene oder beim Beutemachen.




    Nahrung

    Das Beutespektrum des Luchses umfasst praktisch alle im jeweiligen Lebensraum vorhandenen kleinen und mittelgroßen Säuger und Vögel, unter anderem Rotfüchse, Marder, junge Wildschweine und Mäuse.
    Allerdings bevorzugt er mittelgroße Schalenwildarten, wie Reh, Gämse oder Rentier. Rehe machen häufig mehr als 70 Prozent des Beutespektrums aus.
    Im Bayerischen Wald spielen daneben Rothirschkälber und Feldhasen eine wichtige Rolle. Bei Wildschweinen sind es meist Jungtiere, die ihm zum Opfer fallen. Ausgewachsene Wildschweine sind zu wehrhaft, um als Beutetier für den Luchs in Frage zu kommen.

    Der Luchs ist ein Pirsch- oder Lauerjäger, der seine Beute überrascht, wenn sie gerade am Fressen oder Wiederkäuen sind. Unvorsichtige und unaufmerksame Tiere sind besonders in Gefahr. Die Jagd erfolgt nach Katzenart durch Auflauern oder Anschleichen mit anschließendem Anspringen, beziehungsweise einem kurzen Spurt.
    Das Beutetier wird durch einen gezielten Biss in die Kehle erstickt.

    Der Luchs verscharrt seine Beute oft unter Nadelstreu, Blättern oder Ästen und kehrt in der Regel mehrfach zum Riss zurück. Er frisst pro Nacht zwischen 1 und 2 Kilogramm Fleisch.

    Quelle: www.luchs-bayern.de

    Ausgewachsenes Rotwild wird nur selten vom Luchs überwältigt.
    Ausgewachsenes Rotwild wird nur selten vom Luchs überwältigt.
    Erwachsene Wildschweine sind offensichtlich zu wehrhaft, der Luchs hält sich an die Frischlinge.
    Erwachsene Wildschweine sind offensichtlich zu wehrhaft, der Luchs hält sich an die Frischlinge.
    Streunende Hauskatzen müssen sich vor dem Luchs in Acht nehmen.
    Streunende Hauskatzen müssen sich vor dem Luchs in Acht nehmen.




    Gefährdung

    ../Luchs/wiki2.jpgIn der letzten Fassung der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (BfN, 1998) wird der Luchs in der Kategorie 2, „stark gefährdet“, geführt. Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung stufen ihn als „besonders geschützte Art“ ein.
    Dennoch wird der Luchs bis heute als jagdbare Art im Bundesjagdgesetz geführt, hat aber eine ganzjährige Schonzeit.

    Nach EU-Recht (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG) gehört der Luchs zu den Arten (Anhang II), für die Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen, sowie zu den streng zu schützenden Arten von gemeinschaftlichem Interesse (Anhang IV), deren Lebensräume nicht beeinträchtigt werden dürfen.

    Die erfolgreiche Wiederansiedelung in Mittel- und Westeuropa kann noch nicht als völlig gesichert gelten, da sich erst erweisen muss, ob die etablierten Populationen langfristig überlebensfähig sind.



    ../Luchs/wiki-Luchs-01.jpgNatürliche Feinde


    Einen natürlichen Feind im Sinne eines Fressfeindes hat der Luchs nicht.

    Lediglich die Jungtiere müssen sich vorsehen, vor Wolf, Vielfrass, Adler und Braunbär, soweit vorhanden.

    Eine natürliche Regulation erfolgt beim Luchs - wie bei allen Tieren am Ende der Nahrungskette - durch das Beutetierangebot.


    Todesursachen sind neben dem Alterstod auch Verhungern, Erfrieren, Verletzungen und Krankheiten (vor allem Räude).

    Die größte Bedrohung geht definitiv direkt oder indirekt vom Menschen aus.



    Beeinträchtigung durch den Menschen

    ../Luchs/Luchs_IR1.jpgAnthropogen bedingte Gefährdungsursachen sind:

    » direkter Lebensraumverlust durch Entwaldung, Ausbreitung landwirtschaftlich genutzter Flächen, sowie des Siedlungsraumes

    » Lebensraumfragmentierung - Zerschneidung großräumiger Waldlandschaften und damit Isolierung einzelner Populationen

    » Tod durch Straßen- und Schienenverkehr

    » illegale Tötung

    » Umweltverschmutzung

    » z. T. Nahrungsknappheit durch Überbejagung der Beutepopulationen




    Man nimmt an, dass eine langfristig überlebensfähige Luchspopulation für Mitteleuropa aus mehreren hundert Tieren bestehen muss.
    Die Vernetzung von kleinen Teilpopulationen ist deshalb sehr wichtig!




    Nachweis

    ../Luchs/besenderung.jpg

    Der Luchs ist keineswegs eine scheue Tierart. Jedoch lebt er sehr heimlich und ist deshalb für uns Menschen praktisch unsichtbar. Denn meist ist die große Katze in der Dämmerung oder nachts unterwegs. Und auch tagsüber macht ihre ausgezeichnete Tarnung eine Beobachtung zum Glücksfall.

    Indirekte Nachweise, wie Risse, Fährten, Laute, Losung und Haare sind
    deshalb von großer Bedeutung, um doch etwas über die Anwesenheit und Lebensweise des Luchses zu erfahren.



    Spuren und Fährten

    ../Luchs/trittsiegel-luchs.jpg
    Die Trittsiegel von Luchsen entsprechen denen der Hauskatzen, nur sind sie deutlich größer (6-9 cm im Durchmesser).

    Durch die Fähigkeit, die Zehenballen je nach Untergrund weit zu spreizen, variiert die Spurgröße sogar von ein und demselben Luchs beträchtlich.

    Die Trittsiegel sind meist relativ rund, die Vorder-pfoten oft deutlich größer
    als die Hinterpfoten.

    Mehr zur Fährtenkunde erfahren Sie auf den Seiten von www.luchs-bayern.de.



    Laute

    In der Paarungszeit von Februar bis April stoßen beide Geschlechter weithin hörbare „Rufe“ aus, die einem Fuchsruf ähnlich sind und entfernt an den Klang von Eulenstimmen erinnern.

    Meistens rufen die Tiere während ihrer Aktivitätszeit, also in der Dämmerung und nachts.

    Die heiseren, rauhen Schreie lassen sich am besten mit einem langgezogenen „Aaaaoouuuuh“ beschreiben, das in gleichmäßigen Abständen mehrmals aufeinander folgt. Dieser monoton gleichmäßige Abstand der Laute ist typisch für den Ruf des Luchses.

    Hier können Sie Luchsrufe hören: luchs-bayern.de, pinselohren.de : junger Luchs | Ranzlaute.







    Losung


    Die typische Luchslosung ist etwa daumendick (2,5-3 cm) und besteht aus mehreren walzenförmigen Teilstücken. Meistens sind in der Losung Haare der Beutetiere zu erkennen.

    Bei reiner Fleischnahrung ohne Knochen und Fell ist jedoch auch die Luchslosung - ähnlich wie bei Hund und Wolf - breiig oder sogar dünnflüssig.

    Typisch sind die walzenförmigen Teilstücke.


    Scharrhaufen

    Luchse scharren ihre Losung oft nach Katzenart zu.
    So ist ein Blätterhaufen im Wald, unter dem dann eine Losung zum Vorschein kommt, ein sicheres Indiz für die Anwesenheit des Luchses.

    Mehr auf www.luchs-bayern.de

    Im Winter sieht man die Scharrspuren sehr deutlich.
    Im Winter sieht man die Scharrspuren sehr deutlich.

    Im Sommer dagegen braucht man für solche Scharrhaufen ein gutes Auge.
    Im Sommer dagegen braucht man für solche Scharrhaufen ein gutes Auge.



    Schutz

    Die Art als Ganze gilt nach der IUCN als "nicht gefährdet", der Luchs in Mitteleuropa allerdings wird als CR = "extrem bedroht" eingestuft. Die Jagd auf Luchse ist in den meisten Staaten so auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz entweder verboten oder streng reguliert. Internationalen Schutz bieten unter anderem die Berner Konvention, die Bonner Konvention, die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union und CITES. Größtes Problem für den Luchs in Mittel-Europa ist die illegale Tötung, die z.B. im Balkan zum dramatischen Rückgang der Luchspopulation geführt hat.

    Die Klassifizierung gemäß IUCN ../Luchs/Status_iucn.jpg

    Least Concern (LC or LR/lc) geringes Risiko
    Near Threatened (NT or LR/nt) gering gefährdet
    Vulnerable (VU) Verletzlich, Risiko in freier Wildbahn auszusterben
    Endangered (EN) gefärdet, sehr hohes Risiko in freier Wildbahn auszusterben
    Critically Endangered (CR) extrem bedroht, extrem hohes Risiko in freier Wildbahn auszusterben
    Extinct in the Wild (EW) in freier Wildbahn ausgestorben, letzte Exemplare überleben in Gefangenschaft
    Extinct (EX) ausgestorben.




    Betreuersystem - Netzwerk Große Beutegreifer

    Der Luchs-Managementplan von 2008 sieht den Aufbau regionaler Begutachtungsstrukturen in Form des so genannten "Netzwerks Große Beutegreifer" vor. Im Rahmen des Aufbaus des Netzwerks wurden in bisher sechs Schulungen rund 140 Personen ausgebildet.

    Das Netzwerk soll - wie vorher das Luchsberater-Netzwerk - eine fundierte Begutachtung von Nutz- und Wildtierrissen gewährleisten. Die bisherigen Schulungen sind vom Bayerischen Umweltministerium und der Akademie für Natur und Landschaft ausgerichtet worden.

    Die Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer fungieren als regionale Ansprechpartner in Sachen Luchs, Wolf und Bär. Es gibt sie im bayerischen Alpenraum von Oberstdorf bis Berchtesgaden, im nordostbayerischen Raum von Passau bis zum Frankenwald, außerdem im Spessart und in der Rhön.
    Mehr dazu auf luchs-bayern.de

    Die Vorgeschichte

    Die Wiederansiedlung des Luchses im Bayerischen Wald erfolgte Anfang der siebziger Jahre.
    Das Forstamt Zwiesel und der Nationalpark Bayerischer Wald sammelten Einzelbeobachtungen.

    In den achtziger Jahren fährteten auch Mitarbeiter der Universität Düsseldorf im Forstamtsbereich Zwiesel einzelne Luchse.

    Seit 1989 dokumentiert die “Arbeitsgemeinschaft Fischotter/ Luchs“ Meldungen über Luchsvorkommen.

    Seit 1992 bzw. 1994 führen die Nationalparke Šumava und Bayerischer Wald systematische Abspuraktionen auf ihrer Fläche durch.

    Im Jahr 1996 nimmt sich die Regierung von Niederbayern der Luchsthematik an.

    Seit 1998 werden vom Luchsprojekt-Bayern auch weitere Gebiete wie der Landkreis Passau und die Oberpfalz bearbeitet.

    Von 1998 bis 2008 führt der Naturpark Bayerischer Wald e.V. diese Arbeiten federführend weiter.
    Die Projektergebnisse werden in jährlichen Berichten zusammengefasst.

    2009 beauftragt die Regierung von Niederbayern und das Bayerische Landesamt für Umwelt die Arbeiten vor Ort; der Naturpark bleibt wichtiger regionaler Partner.

    Ab 2010 übernehmen Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und die Wildland-Stiftung Bayern die Projektträgerschaft. » www.luchs-bayern.de





    Schutzkonzept - Managementplan Luchs



    Der Managementplan "Luchse in Bayern" wurde im Frühjahr 2008 durch das Bayerische Umweltministerium veröffentlicht und bildet den Rahmen für den Umgang mit dem Luchs in Bayern.

    Bei der Erarbeitung des Managementplans wirkten zahlreiche Institutionen, Verbände und Behörden mit.

    In der so genannten Arbeitsgruppe "Wildtiermanagement/Große Beutegreifer" wurde der Plan interessensübergreifend diskutiert und abgestimmt, so dass ihm breite Unterstützung gewiss ist.

    Er steckt die wichtigsten Arbeitsfelder ab und skizziert die Maßnahmen, die zukünftig im Rahmen des Projekts zur Umsetzung des Luchs-Managemenplans bearbeitet werden.


    Luchs-Managementplan ansehen