Die "schwimmenden Inseln" in den Arberseen

Insgesamt 8 Eiszeitseen existieren noch im Bayer- bzw. Böhmerwald. Aber nur im Kleinen und Großen Arbersee gibt es die als „schwimmende Inseln“ bezeichneten Schwingrasen.

Seit der Eiszeit erobern hier Pflanzen die freie Wasserfläche, indem sie ihre Sprosse in den See vorantreiben und somit Siedlungsfläche für Torfmoose und Seggen bilden. Im Laufe der Jahrtausende haben diese Moorflächen, die überwiegend aus Torf (abgestorbene Pflanzen) bestehen, eine Dicke von 1 bis 3 Metern erreicht. Als man die Arberseen für die Holztrift um mehr als einen halben Meter anstaute, verloren diese Verlandungsflächen ihre Verbindung zum Untergrund und „schwimmen“ seitdem auf der Wasseroberfläche.

Im Kleinen Arbersee verändern die Inseln je nach Windrichtung Ihre Position. Die Schwingrasen im Großen Arbersee schieben sich am Westrand des Großen Arbersees auf ca. 2 ha vom Ufer aus über die Wasserfläche und haben an den flachen Ufern Kontakt zum Festland.

Die Moore der Schwingrasen bilden auf ihrer Oberfläche ein Relief aus seichten Vertiefungen ("Schlenken“) und flachen Erhebungen („Bulte“) aus. In den Schlenken wächst die Schlammseggen-Gesellschaft, charakterisiert durch Schlammsegge, die seltene arktische Rieselsegge, Blumenbinse und Sumpfbärlapp. Die Hochmoor-Bultgesellschaft findet sich auf den höhergelegenen Stellen, hier dominieren Hochmoorarten wie Zwergsträucher, Rauschbeere, Moosbeere, Sonnentau, Wollgras und Rosmarinheide.