Uralt und steinhart

Aufgebaut wird das Arbermassiv einheitlich von Paragneisen. Vereinzelt sind kleine Zweiglimmergranitstöcke, Pegmatite, Aplite, Kalksilikatfelsen, Hornblendenadel-Dioritpor-phyrite und Biotitamphibolite eingelagert.

Nach neuesten Altersbestimmungen sind diese Gneise ca. 640 Millionen Jahre alt. Ihre große Widerstandsfähigkeit gegen Verwitterung verdanken die Arbergneise dem Mineral Sillimanit, das die Gesteinlagen als Film überzieht.

Geformt von Schnee und Eis...

Der Bayerische Wald ist Teil des ältesten kristallinen Grundgebirges Mitteleuropas. Bis vor etwa 1 Milliarde Jahren war er immer wieder Hebungs- und Abtragungsprozessen unterworfen. Vor etwa 60 Millionen Jahren dann wurde er ein letztes Mal emporgehoben. Infolge des subtropischen Klimas kam es zunächst zu einer tiefgreifenden Erosion der Gesteinsdecken. Dieses Lockermaterial wurde durch Abschwemmung vom Gipfel in die Täler verfrachtet und dort abgelagert.

In groben Zügen erhielt der Bayerische Wald so seine heutige Form – und mit ihm sein höchster Berg der Große Arber.

Am Übergang vom Tertiär zum Quartär vollzog sich dann ein bedeutsamer Klimawandel. Das ehemals warm-gemäßigte Klima begann sich abzukühlen. Insgesamt 5 Eiszeiten prägten in einem Zeitraum von etwa 600.000 Jahren die heutigen Oberflächenformen. Im Arbergebiet hat die Eiszeit eindrucksvolle Spuren hinterlassen.

Fünfmal war der Große Arber für längere Zeiträume dauerhaft mit Eis und Schnee bedeckt und trug eine Firneiskappe. Diese großen Firneismassen gerieten in den Hochlagen unter großem Druck ins Gleiten und flossen als Gletscher ins Tal.

Während der letzten Eiszeitperiode bildeten sich drei Gletscher aus. Die wohl eindrucksvollsten Relikte dieser Gletschertätigkeit sind ohne Zweifel der Große und der Kleine Arbersee, die nach dem Abschmelzen der letzten Eismassen vor ca. 10.000 Jahren entstanden.