Häuser
und Höfe im Waldgebirge zeugen von ähnlichen Lebens-
und Wirtschaftsbedingungen auf beiden Seiten der Grenze. An den
Hauslandschaften lassen sich ehemalige wirtschaftliche und
kulturelle Verflechtungen [56] ablesen.
Haus- und Hofformen, die einst die Kulturlandschaft prägten,
sind heute aber nur noch im Mühlviertel mit den typischen
Drei- und Vierkantern zu finden. In Ostbayern haben sich aufgrund
der radikalen Abkehr von der traditionsgebundenen und landschaftstypischen
Bauweise seit den 50er-Jahren fremde Baustile durchgesetzt. Im
Passauer Abteiland ist die Bauweise vom oberösterreichischen
Stil beeinflusst, der auch nach Südböhmen ausstrahlte.
Zwischen Cham-Further-Senke und Abteiland wurde das Landschaftsbild
im vergangenen Jahrhundert von Häusern in Block- und Massivbauweise
mit flachgeneigten, stroh-, später schar- oder legschindelgedeckten
Dächern dominiert. Dazu treten v.a. auf böhmischer und
auch auf bayerischer Seite Holzhäuser in Blockbauweise mit
Schopfwalmdächern. Hinsichtlich des Grundrisses handelt es
sich hier bei allen Bauernhäusern um Wohnstallhäuser.