Nach
dem Zweiten Weltkrieg wurde die jahrhundertelang offene bayerisch-böhmische
Grenze im Bewusstsein der Bevölkerung undurchdringlich. Von
1948 an wurden sogenannte "Grenzwachtruppen" eingesetzt;
die Straßen- und Bahnverbindungen wurden bis auf wenige
Übergänge geschlossen und in Grenznähe wurden Sperren
und Barrikaden errichtet. Wenig später senkte sich an den
Grenzen zu Deutschland und Österreich der "Eiserne Vorhang",
der im Jahr 1951 offiziell als "antifaschistischer Schutzwall"
deklariert wurde. Im Mühlviertel wurden die Grenzen erst
1955 nach zehnjähriger sowjetrussischer Besatzungszeit geschlossen.
Das Resultat war ein Sperrgebiet [10]
[32] [48] mit einer
unmittelbar an der Grenze gelegenen "Verbotenen Zone",
in der es elektrisch geladene Stacheldrahtzäune gab, Stolperdrahtanlagen
und Beobachtungstürme und einer dahinter liegenden Grenzzone.
Die Sozialstruktur im Grenzgebiet war von der 25.000 Mann starken
Grenztruppe (tschech.: "Pohranicní Strá
(") geprägt, obwohl diese bereits in den Jahren von
1966 bis 1989 aufgrund der beginnenden Liberalisierung und Öffnung
nach Westen um rund 60% verkleinert wurde. In den 60er-Jahren
wurden einige Grenzübergänge zur BRD wieder geöffnet,
darunter 1964 der Grenzübergang bei Furth im Wald. Nach der
"Samtenen Revolution" wurden die Grenzsperranlagen zügig
und gründlich abgebaut, so dass heute nur noch die in den
Wald geschlagenen Schneisen von ihrer einstigen Existenz zeugen.
Seit 1989 können die Bewohner des Waldgebirges und Besucher
zu Fuß, im Auto oder auf der Schiene die Grenze in beide
Richtungen überqueren.