Der
umava und der Lipno-Stausee waren in der kommunistischen
Ära beliebte Erholungslandschaften. Die touristische Erschließung
des umava und seine Infrastruktur - bis zum Zweiten Weltkrieg
der des Bayerischen Waldes weit überlegen - waren in der
Phase des Kommunismus auf "sozialen Tourismus" ausgerichtet.
Bis 1989 gab es dort vor allem Betriebserholungs- und Gewerkschaftsferienheime,
die auf wenige Ort konzentriert waren und nur mit Ferienschecks
von den Betriebsgewerkschaftsleitungen benutzt werden konnten.
Ergänzend existierten sogenannte "private Erholungsobjekte"
("vykendias"). Davon abgesehen war die touristische
Nutzung des umava aufgrund seiner Funktion als Sperrgebiet
[10] [48] und Raum für
Militärübungen erheblich eingeschränkt. Diese jahrelang
unberührten Flächen sind mittlerweile Anziehungspunkte
eines "sanften Tourismus". Die Bevölkerung im umava
strebt für die Zukunft einen umweltverträglicher Tourismus
an. Damit ist ein bescheidener Ausbau der notwendigen Infrastruktur
verbunden, der einer unangemessenen Verkehrserschließung
und Großprojekten wie etwa dem Bau von riesigen Hotel- und
Ferienanlagen eine deutliche Absage erteilt. Zusammen mit dem
Nationalpark umava wird ein Kompromiß zwischen
Ökologie und Ökonomie gesucht.