Waldhufendörfer,
Holzfällersiedlungen und KleinstädteUm 1600 entstanden im Hohen Bayerischen Wald mit Leopoldsreut, Herzogsreut und Schwendreut die ersten Waldhufendörfer [51], die als Etappensiedlungen an den Ästen des Goldenen Steiges gelegen waren. Das böhmische Pendant bildeten Böhmisch-Röhren und Kuschwarda, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts gegründet wurden. Der ehemals breite Grenzsaum des Nordwaldes hatte sich zu dieser Zeit bereits so verengt, dass eine exakte Festlegung der Grenzlinie erforderlich war. Die grenznahen Wälder im umava wurden genau wie das Passauer Abteiland erst im 18. Jahrhundert besiedelt. Im Vordergrund stand dabei die Waldnutzung [12] [14] [25] [59]. Die Orte Fürstenhut, Philippshütten, Mader und Althütte im umava gehen auf Siedlungen von Holzfällern zurück.
Heute
ist im Bayerischen Wald, im umava und im Mühlviertel
das Zeitalter der Rodung, d.h. der flächenmäßigen
Ausdehnung der Siedlung und der landwirtschaftlich genutzten Flächen
längst abgeschlossen. Viele Orte sind seit der Mitte des
19. Jahrhunderts nicht mehr gewachsen. Die gegenwärtige Siedlungsstruktur
ist mit durchschnittlichen Bevölkerungsdichten von etwa 40
EW/km² (umava), 60 EW/km² (Mühlviertel) und
80 EW/km² (Bayerischer Wald) als ländlich zu bezeichnen.
Zu den größten Städten gehören Zwiesel mit
etwa 10.500 Einwohnern, Prachatitz mit knapp 12.000 Einwohnern
und Freistadt im Mühlviertel mit 7.000 Einwohnern. Einzig
Grafenau wurde bereits 1376 zur Stadt erhoben, während alle
anderen Orte erst im 20. Jahrhundert das Stadtrecht erlangten:
Zwiesel wurde im Jahr 1904 zur Stadt, Regen im Jahr 1932, Kötzting,
Viechtach und Freyung im Jahr 1951.