Die Choden - tapfere Grenzwächter

Im nordwestlichen Bereich des Šumava befindet sich um Domažlice das Chodenland mit elf historischen Chodendörfern. In historischen Quellen erscheinen die Choden erstmals im 14. Jahrhundert als Untertanen in den königlichen Herrschaften Domažlice, Primda und Tachov. Über ihre Herkunft besteht noch heute Uneinigkeit. Sie waren vom böhmischen König mit dem Schutz der Landesgrenze gegen Bayern beauftragt und gewannen dadurch - ähnlich wie die Künischen Freibauern [06] - eine Reihe von Privilegien in Bezug auf Bodenbesitz, Gerichtsbarkeit und Verwaltung. Die Chodentradition - der Dialekt, die besondere Tracht und das spezifische Brauchtum - ist in Domažlice bis heute lebendig. Die Choden wurden stets als tapfere Hüter der tschechischen Westgrenze heroisiert. Ihre Aufstände galten als Symbol für den Kampf des tschechischen Volkes um lange tradierte Rechte, die erst die Habsburger [09] [35] [38] außer Kraft gesetzt hatten. Bei den Freiheitskämpfen im 17. Jahrhundert kam der berühmtester Anführer der Choden, Jan Sladký Kozina, ums Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg behielten die Choden ihr hohes Ansehen als westlichster Außenposten an der Grenze zwischen dem Kapitalistischen und sozialistischen Weltsystem.