Im Jahr 1011 gründete der
Hl. Gunther [63] das Kloster Rinchnach,
eine Probstei des Klosters Niederaltaich und leitete die Rodung
und Besiedelung der Gegend um Kirchberg und Kirchdorf ein. In
dieser zweiten Rodungsperiode im 11. und 12. Jahrhundert übernahmen
vor allem die Grafen von Bogen [63]
mit ihren Ministerialen die weitere Erschließung. Dabei
verraten Ortsnamen [62], dass sich
deren Aktivitäten u.a. auf den Falkensteiner Vorwald konzentrierten.
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts waren die Vorwaldbereiche mit
Ausnahme der Hochlagen über 700 m sowie die Regensenke weitgehend
von einem mehr oder weniger dichten Siedlungsnetz überzogen.
Der Untere Bayerischen Wald wurde ausgehend von dem Kloster Niedernburg
in Passau erschlossen. Der Name "Abteiland" ist auch
heute noch für den geschlossenen grundherrschaftlichen Bereich
des Klosters zwischen den Flüssen Donau, Ilz und Rodl und
dem Grenzkamm gebräuchlich. Der Einflussbereich Passauer
Adelsherrschaften und geistlicher Grundherrschaften reichte weit
in das heutige Mühlviertel hinein. Dort waren das 1198 gegründete
Stift Schlägl und die südböhmischen Herren von
Rosenberg, die aus dem Geschlecht der Witigonen stammten, maßgeblich
am Landausbau beteiligt.