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Lagerstätten
Man unterscheidet hydrothermale (z.B. Pfahlquarz), magmatische
(z.B. Granite) und sedimentäre (z.B. Goldseifen)
Lagerstätten.
Durch die ständige tektonische
Beanspruchung bildeten sich in den Gesteinen Schwächezonen.
Darin zirkulierten heiße Lösungen und reicherten sich
mit Elementen an. An anderen Orten kühlten diese als "hydrothermal"
bezeichneten Lösungen wieder ab: Lagerstätten entstanden,
wie die Sulfid- und Flußspatlagerstätten
bei Lam. Auch der Pfahl , der sich vor
knapp 250 Millionen Jahren bildete, ist eine Folge dieser Bewegungen.
Mit der Entstehung der Glashütten erlangte Quarz
als Lagerstätte erstmals im späten Mittelalter Bedeutung,
wurde aber zu diesem Zweck nur etwa 10 Jahre (1835-1845) abgebaut.
Als Straßenschotter wird er dagegen auch heute noch verwendet
und an mehreren Stellen gefördert, inbesondere im Raum Viechtach
und Regen.
Sehr bedeutender Rohstoff des Bayerischen Waldes ist selbstverständlich
der Granit - eine
magmatische Lagerstätte. Seine Entstehung ist ursächlich
mit der variskischen
Gebirgsbildung in Zusammenhang zu bringen. Heute sind noch
zahlreiche Steinbrüche in Betrieb. Die Restkristallisation
der granitischen Intrusionen
stellen die Pegmatite
dar, die ebenso wie der Pfahlquarz von Bedeutung für die
Glasindustrie sind. Sie sind vornehmlich im Vorderen Bayerischen
Waldes und im Kaitersberg-Arber-Hennenkobel-Riesberg-Gebirgszug
verbreitet. Abbauwürdig sind die Pegmatite
im Raum Arnbruck, Bodenmais und Zwiesel.
Historisch die längste Abbauphase weist der Graphit
in Kropfmühl auf. Sie geht zurück bis ins Neolithikum
und erlebte einen weiteren Höhepunkt während der Latènezeit
(etwa 450 v.Chr.). Die Hauptflöze in der Region um Kropfmühl
erstrecken sich über 500 m. Genetisch handelt es sich bei
Graphit um kristallierten Kohlenstoff aus niederen Pflanzen früherer
Erdzeitalter, der durch Druck und hohe Temperaturen in großen
Tiefen umgewandelt wurde. Als Rohstoff wird Graphit heute in
der Elektro-, Bleistift- und Schmiermittelindustrie, außerdem
für die Galvano- und Reaktortechnik verwendet.
Literatur
Bayerisches Geologisches Landesamt (Hrsg.): Der Bergbau in Bayern. In: Geologica Bavarica, Bd.91(1987),216 S.
Bayerisches Geologisches Landesamt (Hrsg.): Lagerstätten in Bayern.
Erze, Industrieminerale, Salze und Brennstoffe. In: Geologica Bavarica, Bd.77(1978),160 S.
Hauner, U. (1987): Mineralische Rohstoffvorkommen des Bayerischen Waldes. - Popp, H. (Hrsg.): Geographische Exkursionen im östlichen Bayern. - Passauer Schriften zur Geografie, H.4: 25-41.
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