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Böden entwickeln sich, Wälder kehren zurück Vor etwa 11.000 Jahren erwärmte es sich spürbar,
um knapp 3 bis 5 °C, unsere gegenwärtige Warmzeit, das
Holozän,
begann. Die Tundrenlandschaft wandelte sich langsam in eine Waldlandschaft
um und auch die Wichtigster Bodentyp der Landschaft zwischen Donau und Moldau ist die Braunerde. Die Böden sind entstanden aus den periglazialen Deckschichten - Relikte der Kaltzeiten. Sie bewegten sich an der Oberfläche hangabwärts, als der Permafrost in den Sommermonaten in den obersten Metern auftaute. Zugleich zerkleinerten Frost- und Eissprengung die Gesteine: im Holozän konnte hier die Verwitterung ansetzen. Die Böden sind also nicht einfach aus den anstehenden festen Gneisen und Graniten entstanden; die Kraft der Verwitterung hätte dafür allein nicht ausgereicht. In den Hochlagen, etwa ab 1000 Metern zeigen die Böden einen hellen Bereich unter einem mächtigen dunklen Humushorizont: die Böden sind podsoliert, gebleicht, als Folge der hohen Niederschlagssummen von mehr als 1500 mm pro Jahr und der niedrigen Jahresmitteltemperaturen von unter 5 °C. Hohe Niederschlagsmengen und geringe Temperaturen verursachen eine Verlagerung von Eisen und Humus in tiefere Bereiche des Bodens. Echte Podsole, wie sie typisch sind für die russische Taiga, gibt es im Waldgebirge allerdings nur selten. Dort, wo Grundwasser in Oberflächennähe ansteht, finden sich Gleye und Moore. Im Holozän
durchlief auch die Vegetation eine deutliche Entwicklung. Dies
zeigt die Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte aus Pollenprofilen.
Die Wälder veränderten sich ständig in ihrer Zusammensetzung.
Für die letzten 1000 Jahre muß allerdings unterschieden
werden zwischen der natürlichen Waldgeschichte und der durch
den Menschen verursachten. Ohne den Eingriff des Menschen sähe
nicht nur das Verhältnis von offener Landschaft und Wald
anders aus; auch die Wälder selbst böten ein anderes
Bild. Aus den wenigen Resten noch existierender naturnaher Waldbestände
und der Vegetationsgeschichte können die Botaniker die potentielle
natürliche Vegetation ableiten. Damit vermitteln sie uns
ein Bild, wie der Wald aussähe, wenn der Mensch
ihn nicht besiedelt hätte: Seit gut einem Jahrtausend ist der Wald Kulturlandschaft.
Zuerst in den tieferen Lagen, später auch weiter oben, rodeten
die Siedler weite Landstriche. Der Holzverbrauch der bayerischen
und böhmischen Glashütten
ging zeitweise so weit,
daß die Aschenbrennerei gegen Ende des 18. Jahrhunderts
wegen Holzmangels eingestellt werden mußte. Im 18. und
19. Jahrhundert verändert auch die Waldweidewirtschaft das
Waldbild. Zeugen davon sind die Schachten: der größte,
der Ruckwiesschachten ist bereits seit 1613 verbürgt. Große
Waldbestände fielen auch der Einrichtung der Triftkanäle
ab dem 18. Jahrhundert
zum Opfer. Die
Einführung der staatlichen Forstwirtschaft, in der Mitte
des 19. Jahrhunderts regelte die Holzentnahme. Dr. Hans-Peter Niller, Universität Regensburg und
Dr. Monika Igl, Universität Jena, |