FFH- und SPA-Gebiet am Großen und Kleiner Arber

Ein im wahrsten Sinn des Wortes „herausragendes“ Gebiet ist das FFH- und Vogelschutzgebiet um den Großen und Kleinen Arber. Seine hohe Bedeutung hat das Arbergebiet aufgrund seiner besonderen Vogelwelt, sowie seiner Vielfalt und Flächenausdehnung an Wald- und Offenland-Lebensräumen wie etwa naturnaher und weitgehend intakter, teils urwaldartiger Bergmisch- und Hochlagenwälder, Silikat-Moorkomplexe, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden und Felsformationen. Hier konzentrieren sich in einzigartiger Weise Vorkommen von Eiszeitrelikten, also Arten, die seit dem Abschmelzen der Gletscher im Bayerischen Wald bis heute überdauern konnten.

FFH-Gebiet "Großer und Kleiner Arber mit Arberseen"

Das FFH-Gebiet 6844-373 "Großer und Kleiner Arber mit Arberseen" weißt eine Gesamtgröße von rund 2.322 ha auf. Das Gebiet ist Teil eines der größten Waldkomplexe im Naturraum Bayerischer Wald. Es ist weitgehend bewaldet. Lediglich der Gipfelbereich des Großen Arbers einschließlich der Besuchereinrichtungen, sowie die beiden Arberseen, die eingestreuten Schachten, einige Felsbereiche und nicht zuletzt die zahlreichen offenen Moorflächen sind waldfrei.

Es wurden 18 FFH-Lebensraumtypen mit einen Gesamtumfang von 2.104 ha kartiert. Dies macht einen Anteil von 90 % am FFH-Gebiet aus, was einen außergewöhnlich hohen Wert bei FFH-Gebieten dieser Größenordnung bedeutet. Flächenmäßig am größten sind der Hochlagenfichtenwald (1.183ha) und der Hainsimsen-Buchenwald (649 ha) vertreten. 

Als Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie sind vier Arten aufgelistet. Dazu gehören Luchs, Mopsfledermaus, Hochmoorlaufkäfer und Firnisglänzendes Sichelmoos. Für vier weitere Arten des Anhnags II, Biber, Fischotter, Großes Mausohr und Bechsteinfledermaus, liegen Nachweise aus dem Gebiet vor. Die Vorkommen wurden als nicht signifikant eingestuft.

SPA-Gebiet "Großer und Kleiner Arber mit Schwarzeck"

Das SPA-oder Vogelschutzgebiet 6844-471 "Großer und Kleiner Arber mit Schwarzeck" hat eine Gesamtgröße von rund 3.567 ha auf. Das Gebiet ist in seinem Ost- und Mittelteil weitestgehend deckungsgleich mit den FFH-Gebietsgrenzen, erstreckt sich aber im Westen weiter entlang des Arber-Höhenkammes bis nahe des Mühlriegels. Dieses Vogelschutzgebiet hat eine herausragende Bedeutung für zahlreiche Vogelarten im Naturraum. Für einige davon stellt es neben dem Nationalpark Bayerischer Wald das letzte Rückzugsort in Ostbayern dar.

Es wurden 12 Vogelarten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie festgehalten. Darunter sind beispielsweise Auerhuhn, Haselhuhn, Dreizehenspecht, Schwarzspecht, Raufußkauz, Sperlingskauz und Wanderfalke.