Die Fauna der Arberregion

Bergpieper/Anthus spinoletta; Foto: BürgerDie Tierwelt des Großen Arbers wird durch das Vorkommen subalpiner bzw. alpiner Artvertreter geprägt. Hinsichtlich der Vogelwelt zählt die Gipfelregion sogar zu den ornithologisch bedeutendesten Gebieten des Bayerischen Waldes. So existiert am Arbergipfel eine kleine isolierte Population des Bergpiepers. Dieses Vorkommen stellt zur Zeit die einzige Brutpopulation dieses Vogels zwischen den Alpen und den Sudetengebirgen dar.

Der Wanderfalke ist der größte heimische Falke. Bis weit in die 1980er Jahre galt er als eine der am stärksten bedrohten Vogelarten unserer Breiten. Heute hat sich sein Bestand in Bayern in den Mittelgebirgen und den Alpen wieder erholt.Auch die Alpenbraunelle hat im Arbergebiet ihren einzigen außeralpinen Verbreitungspunkt in Bayern. Beobachtet wurde sie zur Brutzeit schon mehrfach am Arbergipfel, Bruthinweise liegen aber bislang nur aus der Arberseewand vor.

Ein weiterer wichtiger Vogellebensraum der Arberregion ist die Seewand mit ihrem urwaldartigen Waldbestand. Von den 45, von SCHERZINGER nachgewiesenen Vogelarten sind das Auerhuhn, der Weißrückenspecht, der Dreizehenspecht und der Sperlingskauz von besonderer Bedeutung.

Seit einigen Jahren siedelt auch der Wanderfalke wieder in den Felswänden der Arberregion (im Riesloch, in der Arberseewand und am Kaitersberg) und regelmäßige Brutzeitbeobachtungen des Kolkraben lassen auch bei dieser Art auf eine Wiederbesiedlung hoffen.

Luchs; Foto: AschenbrennerWährend die Vogelwelt des Arbers ausreichend untersucht ist, liegen über andere Tiergruppen und -arten bislang nur wenige Daten vor. Sicher ist, dass zwischenzeitlich der Luchs in der ausgedehnten Waldlandschaft des Kaitersberg-Arberzuges wieder eine Heimat gefunden hat. Rund um den kleinen Arbersee werden seit einigen Jahren Spuren von Biber und Fischotter gefunden. Auch für die im Bayerischen Wald beheimatete Alpenspitzmaus liegen vom Arbergipfel neuere Nachweise vor.

Sporadische Untersuchungen zur Insektenwelt der Arberregion belegen, dass hier zahlreiche bayernweit vom Aussterben bedrohte Arten oder Arten, die für die Landschaft des Inneren Bayerischen Waldes typisch sind, noch Rückzugsrefugien besitzen.

Sumpfschrecke; Foto: Dr. LeiblBeispielsweise leben in den Moorverlandungen des Kleinen und Großen Arbersees zwei in Bayern sehr seltene Moorlibellenarten: Hochmoormosaikjungfer und Gefleckte Smaragdlibelle. Auch die bestandsgefährdete Sumpfschrecke findet hier noch einen passenden Lebensraum.

In lichten Waldbeständen, an blütenreichen Waldsäumen und Bergwiesen zwischen 900 und 1100 m Höhe. trifft man an warmen Sommertagen auf den Bayerwald-Mohrenfalter - ein typischer Schmetterling des Bayerischen Waldes. Seine nächsten Vorkommen liegen in den Hochlagen des angrenzenden Böhmerwaldes, den Sudeten und in den Alpen.