Historische Wanderwege „Auf den Spuren des Goldenen Steiges“

 

 

Historischer Wegverlauf:

„Mit dem romantischen Namen ‚Goldener Steig‘ bezeichnet man drei alte Saumwege, die von Passau nach Böhmen führten (Saum = Pferdetraglast). Auf ihnen wurden Salz und Südwaren ins Moldauland befördert. Als Rückfracht dienten Getreide (Korn und Salz) und andere Lebensmittel. 3 Steige bildeten den bedeutendesten mittelalterlichen Saumhandelsweg Süddeutschlands:

1.      Unterer Goldener Steig von Passau über Salzing, Straßkirchen, Kringel, Großtannensteig, Außernbrünst, Ernsting, Ofernleinbach, Waldkirchen, Böhmzwiesel, Fürholz, Grainet, Bischofsreut und Wallern nach Prachatitz (der schon seit 1010 erwähnte älteste und meist begangene Weg. Mitte des 16. Jahrhunderts wöchentlich bis zu 1200 Pferde, jedes mit 3 Zentnern beladen).

2.      Mittlerer Goldener Steig von Ernsting über Wotzmannsreut, Winkelbrunn, Hinterschmiding, Herzogsreut, Philippsreut und Obermoldau nach Winterberg.

3.      Oberer Goldener Steig von Salzgattern (bei Außernbrünst) über Röhrnbach, Harsdorf, Freyung, Kreuzberg, Mauth, Finsterau und Außergfield nach Bergreichenstein.

Blütezeiten des Saumverkehrs waren besonders das 13. und 16. Jahrhundert. Mit der Einfuhr von Salz aus dem ‚Salzkammergut‘ über Linz nach Budweis Ende des Salzhandels auf dem Goldenen Steig im Jahr 1706.“

 „Den Beinamen ‚Golden‘ erhielten die Wege wegen des gewinnbringenden Salzhandels, aber auch wegen kaiserlicher und königlicher Privilegien (Straßen- und Handelsvorrechte). Sie wurden von Saumpferden und Fuhrwerken benutzt, wovon heute noch deutliche Hohlwegspuren im Gelände erhalten sind.“

 Text von Karlheinz Hemmeter (der Verfasserin liegt nur eine Kopie aus einem ihr unbekannten Buch vor):

„Der ‚Goldene Steig‘, eigentlich ein ganzer Fächer einzelner Wege, die den Bayerischen Wald und den Böhmerwald überqueren, war jahrhundertelang eine der wichtigsten Handelsverbindungen im ostbayerischen Raum. Die erhaltenen Reste, Wald- und Wanderwege in abgeschiedeneren Teilen des ‚Waldes‘, sind nach wie vor hoch bedeutende Denkmale der Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte Bayerns.

Von wirtschaftlichen Zentren der Donau aus führten diese Routen ins Böhmische. Passau, seit dem Mittelalter Sitz eines Fürstbistums, war so über drei Hauptstrecken mit Prachatiz, Winterberg und Bergreichenstein bzw. Schüttenhofen verbunden. Über Röhrnbach und Waldkirchen bzw. Freyung und Kreuzberg führten die Wege. Jenseits der ehemaligen Grenze des Fürstbistums, auf herzoglich bayerischem Gebiet, lief eine Strecke über Hals und Tittling, eine zweite von Vilshofen aus über Grafenau.“

Der Goldene Steig heute:

Auf den Spuren der alten Säumer kann man heute auf 4 Routen wandern, die mit dem Säumersymbol markiert und mit zahlreichen Informationstafeln zu historischen Plätzen und Orten ausgestattet sind:

Die drei aus dem ehemaligen Hofstift führenden Steige:

1.      Unterer Goldener Steig oder auch „Prachatitzer Weg“: Der ehemalige Hauptweg führt von der Bruckmühle bei Röhrnbach über Waldkirchen, Schiefweg, Böhmzwiesel, Fürholz, Grainet und Bischofsreut zur Landesgrenze. Auf tschechischer Seite findet er als gelb markierter „Goldener Salzsteig“ seine Fortsetzung über ?eské Zleby/Böhmisch Röhren und Volary/Wallern nach Prachatice/Prachatitz

2.      Mittlerer Goldener Steig oder auch „Winterberger Steig“: Der ehemalige Nebenweg verläuft von Bruckmühle bei Röhrnbach über Hinterschmiding und Herzogsreut bis nach Philippsreut zur Landesgrenze. Mit gelber Marierung geht es weiter über die Landesgrenze in die mittelalterliche Stadt Winterberg. Ein mit dem Säumersymbol markierter grenzparalleler Weg verbindet auf deutscher Seite den Winterberger mit dem Prachatitzer Steig zwischen dem Grenzübergang Philipsreut und dem Grenzübergang bei Bischofsreut. Er ermöglicht einen Wechsel der Routen oder eine Rundtour.

3.      Oberer Goldener Steig oder auch „Bergreichensteiner Weg“: Der ehemalige Nebenweg führt von Röhrnbach über Freyung, Kreuzberg und Mauth bis zum Grenzübergang Finsterau-Bu?ina/Buchwald.

 

Der ehemalige Bayerische Konkurrenzweg:

4.      Die „Gulden Strass“ führt von Grafenau über St. Oswald nach Waldhäuser zum Lusen.

 

Verbindungsweg Passau – Goldener Steig:

Die historische Strecke von Hals über Tittling ist heute mit großen Verkehrsstraßen ausgebaut und für Wanderer unattraktiv. Man kann jedoch auf den Pandurensteig ausweichen und von Hals das wildromantische Ilztal hinaufwandern. Von Fürsteneck leitet das Säumersymbol des Goldenen Steigs das Osterbachtal hinauf nach Röhrnbach zu den drei südlichen Routen. Über den Pandurensteig erreicht man auch Grafenau, von wo die „Gulden Strass“ nach Waldhäuser startet.

 

 

„PrachatitzerWeg“:

 

Fürsteneck-Prachatice  (Prachatitz)

 

 

Goldener Steig

Von der Ilz führt Sie diese Wanderung durch dir romantischen Flußtäler der Wolfsteiner Ohe und des Osterbaches in eine abwechslungsreiche und kleinteilige Berglandschaft. Dabei werden immer wieder liebliche Bachtäler durchquert und von Hecken strukturierte Wiesenhügel mit schönen Aussichten überstiegen, so daß es stetig auf und ab geht. Durch die Säumerstadt Waldkirchen mit dem Goldenen-Steig-Museum geht es so nach Grainet. Hier beginnt der steile Aufstieg über das bewaldete Grenzgebirge nach Bischofsreut und an den Grenzbach. Hinter der Landesgrenze schließt sich eine wunderschöne Wanderung über sanfte Hügel durch die urige, faszinierende alte Kulturlandschaft des böhmischen Grenzlandes an. Auf der gesamten Wanderung weisen in regelmäßigen Abständen Informationstafeln mit Abbildungen und Fotos auf historische Bauwerke und Wegreste hin, die an den alten Handelsverkehr erinnern. Die Übersetzung der tschechischen Tafeln ist in Form einer kleinen Begleitbroschüre erhältlich.

Ausgangspunkt/

Zwischenstationen/

Etappenziel

h

km

NN

G/R

Wanderzeit

Entfernung

Höhenlage

Einkehr/Rast

Fürsteneck

   

345
G1

Ohbruck

0:15

1,4

355
 

Leopier-Mühle

0:30

2,0

365
 

Bruckmühle bei Röhrnbach

1:15

4,2

385

G2

Kaltenstein

0:30

1,1

470
 

Hauzenberg

0:30

2,0

520

R1

Waldkirchen

0:45

3,5

500

G3

Schiefweg

0:15

1,1

550
 

Böhmzwiesel

1:15

4,6

580
 

Fürholz

0:45

2,6

610

G3-4

Grainet

0:30

2,2

690

G5-6,

R2-3

Wüstung Leopoldsreut

2:15

5,1

1108
 

Bischofsreut

1:15

4,9

982

G7-8

Marchhäuser (Grenzübergang)

0:30

1,6

855

R4

?Ceské Cleby / Böhmisch Röhren

1:00

3,2

932

R5, G1-2

Soumarský Most

1:15

5,4

750

G3

Volary / Wallern

1:15

5,4

767

G

Blañejovice / Plahetschlag

1:45

7,1

770
 

Albrechtovice / Albrechtschlag

0:45

2,7

800
 

Prachatice / Prachatiz

1:30

6,2

620

G

Gesamtstrecke

18:00

66,3
 

 

ohne Gepäck möglich ja/nein : Nein

Einkehr/Rast/Übernachtung

G1            Schloßgaststätte Fürsteneck, Schloßweg 5, 94142 Fürsteneck, Tel. 08505/1473, Mittwoch Ruhetag

G2       Gasthof Bruckmühle

G3       Gasthof Goldener Steig

G4       Gasthaus Althammer

G5       Gasthaus zum KernhofE. Bauer

G6       Gasthof in Grainet

G7       Gasthof in Grainet

G8       Gasthof am Goldenen Steig

G9       Gasthof Zum Matthiasl

G10            Gasthaus mit kleineren Gerichten am südlichen Ortsrand

G11            Restaurant im Ortskern

G12            Gaststätte mit Terasse und Kiosk am Bahnhof

G            Gasthäuser in Volary und Prachatice

 

R1       Tisch mit Bänken mit schöner Aussicht am Beginn des Salzgrabens.

R2       Tisch mit Bänken und Brunnen auf dem Dorfanger von Grainet

R3       Tisch mit Bänken und schöner Aussicht am Waldrand bei Au oberhalb von Grainet

R1       Tisch mit Bänken in den Wiesen oberhalb des Grenzübergangs

R2       Tisch mit Bänken am Säumerbrunnen in Böhmisch Röhren

 

Einkaufen

·      Lebensmittelladen in Fürsteneck, Ohbruck, Böhmzwiesel, Fürholz, Grainet und Bischofsreut, Volary und Prachatice

·      mehrere Läden in Waldkirchen und Prachatice

 

Bushaltestellen

Bushaltestellen in Fürsteneck, Waldkirchen, Grainet, Bischofsreut, Volary und Prachatice

Bahnhof in Volary und Prachtize: Linie Grenzübergang Haidmühle - Stoñec/Tusset über volary nach Prachatice bietet Möglichkeit für An- und Rückfahrt.

 

Telefon/Briefkasten

In Früsteneck, Waldkirchen, Böhmzwiesel, Grainet, Bischofsreut

 

Grenzübergang

Auf dieser Route überquert der Goldene Steig den kleinen Grenzübergang Bischofsreut (Marchhäuser) – ?eské ðleby/Böhmisch Röhren für Wanderer.

Der Übergang ist vom 1.4. bis zum 30.9. von 6-22 Uhr und vom 1.10. bis zum 31.3. von 8-18 Uhr geöffnet.

Berechtigt zum Grenzübertritt sind Angehörige aller Staaten, die weder in Tscheschien noch in einem Land der EU der Visumspflicht unterliegen und die ein gültiges Grenzübertrittsdokument mitführen (Personalausweis genügt).

Auskünfte erteilt das Grenzschutzamt Schwandorf, Tel. 09431/8016.

 

Wissenswertes/Sehenswürdigkeiten

·         Schloß Fürsteneck: Schloß Fürsteneck, erreichtet unter dem Passauer Fürstbischof Wolfger von Erlach um 1190. Es diente als Grenzbefestigung gegen die Bayerischen Herzöge. 1570 Renovierung durch Fürstbischof Urban von Trembach und Erhebung der bisherigen Burgpflege zu einem Landgericht. 1745 Bau der jetzigen Schloßkapelle unter Kardinal Joseph Dominikus von Lamberg. Baumeister war Severin Goldberger. 1803 fiel Fürsteneck an den Bayerischen Staat. 1814 Verkauf an einen ehemaligen Mönch. Heute befindet sich das Schloß mit Brauerei, Gaststätte und Pension in Besitz von Moritz Forsters Erben.

·        Steinerne Brücke über den Osterbach: An Stelle einer älteren Brücke, die der nahen Mühle spätestens im 15. Jahrhundert den Namen Bruckmühle gegeben hat, ließ um das Jahr 1590 der Passauer Fürstbischof Urban von Trenbach diesen langgestreckten, bruchsteingemauerten Brückenbau errichten. Darüber führte der Obere Goldene Steig nach Röhrnbach und Freyung und weiter durch die Lusenwälder nach Bergreichenstein in Böhmen. Großartig in die Landschaft eingefügt überspannen vier ungleiche Bogen das breite, zu Zeiten von Hochwasser überflutete, Bett des Osterbaches. Die lebensgroße Holzfigur des böhmischen Brückenheiligen Johannes Nepomuk in der kleinen Kapelle an der südlichen Brüstungsmauer stammt aus dem 18. Jahrhundert.

·        Der Salzgraben: Der alte Hohlweg südlich des Dorfes Hauzenberg wird noch immer Salzgraben genannt.  Er war ein Teilstück des „Mittleren Goldenen Steiges“ nach Winterberg, der bei Ernsting vom Unteren Goldenen Steig (der nach Prachatitz führte) abzweigte. Von da aus ging der Winterberger Weg hinüber ins Osterbachtal und Weiter über Wotzmannsreut, Reut bei Karlsbach, Promau, Winkelbrunn, Hinterschmiding und Herzogsreut nach Böhmen. Pferdetritte und Regenfluten haben hier in Jahrhunderten im steilen Gelände den Saumweg tief in den Boden gesenkt.

·        Der Sicklingsberg: Im Bereich des Sicklingsberges haben sich zahlreiche Überreste von Altstraßen erhalten (Goldener Steig und alter Weg von Waldkirchen nach Röhrnbach als Fortsetzung der Klafferstraße, eines spätmittelalterlichen Triebweges für Schlachtochsen aus Ungarn). Am Ostrand des Bergwaldes, der alten Waldkirchner Gemarkungsgrenze („Burgfriedsmark“), war einst die Richtstätte des fürstbischöflichen passauischen Marktrichteramtes Waldkirchen (Hochgericht: Galgen und Rat), wonach noch Flurnamen erinnern: Goigen, Goigenwies, Goigenbergacker. Der Galgen, der im Jahr 1535 zum ersten Mal in einer Urkunde Erwähnung findet, wurde 1775 zum letzten Mal erneuert.

·        Waldkirchen: Der Hauptort des Passauer Abteilandes war schon im Hochmittelalter Urpfarrei („Kirche im Wald“). In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum  Markt erhoben (Aus dieser Zeit stammt die planmäßige Grundrißgestaltung des Marktplatzes), war Waldkirchen im geistlichen Fürstentum (Hochstift) Passau einziger Niederlagsplatz für Salz und wichtigster Säumermarkt  am alten Goldenen Steig nach Prachatitz in Böhmen. Der Markt wurde deshalb auch um 1460 vom Passauer Fürstbischof Ulrich von Nußdorf mit einer starken Ringmauer mit 10 Wehr- und 2 Tortürmen befestigt, wovon sich noch größere Teile erhalten haben. Wiederholt ist der Ort durch Brände zerstört worden. Zuletzt durch Beschuß bei Kriegsende 1945. Im Jahr 1972 wurde Waldkirchen zur Stadt erhoben.

·        Schiefweg: Schiefweg gehört zu den ältesten Säumerorten am Goldenen Steig nach Prachatitz, die im Jahr 1256 vom Passauer Fürstbischof das Recht zum Nützen des Handelsweges bekamen. „Schefwege“ wird damals die Siedlung genannt. „Schef“ heißt im Mittelhochdeutschen das Schiff, Schiefweg lag also am Weg, der zu den Schiffen, den Salzschiffen in Passau führte. Im 16. Jahrhundert stellte das Dorf, das damals aus 10 Anwesen bestand, 5 Säumer und einen Schmid. Die Grundherrschaft übte das Passauer Nonnenkloster Niedernburg aus.

·        Böhmzwiesel: Der Ort entstand schon im hohen Mittelalter am Goldenen Steig nach Prachatitz. Der Name bezwichnet die Lage der Siedlung, am Weg nach Böhmen in einer „Zwiesel“, der Gabelung zweier Wasserläufe, hier des Oster- und des Wermutbaches. Im Jahr 1256 erhielten die Bewohner von Böhmzwiesel zusammen mit denen von Waldkirchen, Schiefweg und Fürholz vom Passauer Fürstbischof Otto von Nonsdorf als Landesherren das Recht, zusammen mit den Böhmen am Saumweg von Passau nach Prachatitz Handel zu betreiben. Im Jahr 1538 lebten in Böhmzwiesel 8 Säumer.

·        Fürholz: Fürholz entstand im Hochmittelalter am Goldenen Steig nach Prachatitz, und zwar, wie schon der Name sagt, als letzte Siedlung „vor dem Holz“, dem großen Grenzwald gegen Böhmen. Hier fanden die Säumer aus beiden Ländern Gasthäuser und Herbergen zum Übernachten. Im Jahr 1256 erhielten die Fürholzer vom Passauer Fürstbischof als Landesherren das Recht, am Saumweg nach Böhmen Handel zu treiben. Bis ins 15. Jahrhundert saßen hier auch die Mautner (Zolleinnehmer) des Passauer Nonnenklosters Niedernburg, dem im Jahr 1010 vom König der Zoll am Weg nach Böhmen geschenkt worden war.

·        Grainet: Gegen Ende des 15. Jahrhunderts entstand am Rand des großen Grenzwaldes am alten Goldenen Steig nach Prachatitz die Siedlung Grainet mit der St. Nikolaus Kirche auf dem breiten Dorfanger. Hierher verlegten auch die Passauer Fürstbischöfe, die im 15. Jahrhundert in den Besitz des Niedernburger Zolles am Goldenen Steig gelangt waren, die Mautstelle aus Fürholz. Mit der Errichtung der Pfarrei bekam Greinet um 1750 ein zweites Gotteshaus, die der heiligen Dreifaltigkeit geweihten Pfarrkirche am nördlichen Ortsausgang.

·        Hochstein-Schanze: Der Goldene Steig nach Prachatitz erklomm in mehreren „Geleisen“ die Höhe des Haidelberges. Zahlreiche Spuren dieser Hohlwege finden sich noch im Wald hinter der Felsengruppe „Hochstein“. Im Frühjahr 1611 ließ der Passauer Fürstbischof, Erzherzog Leopold von Österreich, beim Hochstein eine sternförmige Schanzanlage bauen und mit Wachmannschaften besetzen. Ihre Aufgabe war die Sicherung des Goldenen Steiges wie des ganzen Passauer Landes vor den damals in Böhmen abgedankten Kaiserlichen Truppen, dem berüchtigten „Passauer Kriegsvolk“, das der Passauer Bischof im Jahr zuvor selbst angeworben hatte und das dann nach einem böhmischen Kriegsabendteuer in sein Landdrängte.

·        Wüstung Leopoldsreut: 1618, beim Ausbruch des 30-jährigen Krieges, ließe der Passauer Fürstbischof Leopold, Erzherzog von Östereich, auf der Höhe des Haidelberges, am Goldenen Steig nach Prachatitz, ein Walddorf anlegen, das seinen Namen bekam: Leopoldreut. Aufgabe der ursprünglichen neuen Ansiedler war zunächst die Sicherung der Grenze gegen Böhmen und die Instanthaltung des Saumweges. Die Leopoldsreuter lebten unter harten Bedingungen von einer kargen Landwirtschaft (Viehhaltung und Waldweiderecht) und allerlei Holzarbeiten. In der Mitte unseres Jahrhunderts wurde die entlegene Siedlung aufgegeben, die Häuser abgebrochen, die Gründe aufgeforstet. Als Denkmal aus alter Zeit steht noch die St. Nepomuk Kirche. Hinter ihr sind im Wald noch mehrere Bodenvertiefungen zu sehen, „Geleise“ des Goldenen Steiges. Die St. Johannes Nepomuk Kirche zu Leopoldreut, Pfarrei Greinet, mit 1108 m höchstgelegene Kirche im Bistum Passau und dem Bayerischen Wald.

·        Bischofsreut: Im Zuge der Erschließung und Besiedelung der Wolfsteiner Grenzwälder ließ im Jahr 1705 der Passauer Fürstbischof Johann Philipp Graf von Lamberg am Goldenen Steig nach Prachatitz und nahe der Böhmischen Grenze das Dorf Bischofsreut mit ursprünglich 14 Anwesen anlegen. Lebensgrundlage der Bischofsreuter waren Viehhaltung und Waldweidewirtschaft, später auch die Holzarbeit. die Pfarrkirche, die dem Passauer Diözösan-Patron, dem Heiligen Bischof Valentin, geweiht ist, wurde in den Jahren 1869 und 1873 gebaut.

·         Grenzbrücke am Harlandbach: Als Grenze gegen Böhmen galt im Mittelalter die „Mitte des Waldes“ oder die Wasserscheide. Böhmischerseits sicherten zwei steinerne Wachtürme, Königswarte bei Kuschwarda und Tusset, die Grenzwege und die Saumwege. Seit dem 15. Jahrhundert galten Bäche, wie hier der Harlandbach, als „nasse Grenze“. Erst 1753 /57 erfolgte eine genaue Markierung der Landesgrenze. Anstelle einer alten Holzbrücke, über die der Goldene Steig nach Wallern und Prachatitz führte, wurde 1841 diese Steinbrücke gebaut. Sie war Teil eines Verbindungsweges zwischen Bischofsreut und Böhmisch Röhren, bis 1945 der Eiserne Vorhang die Grenze schloß.

 

Themen (Reihenfolge von Prachatitz zur Grenze):

1.      Passauer Tor – Anfang des Goldenen Steiges

2.      Das Prachatitzer System

3.      Albrechtschlag

4.      Transportknotenpunkt des Goldenen Steigs (Plahetschlag)

5.      Das Plahetschlager System

6.      Wallern

7.      Säumerbrücke

8.      Wallernschanze

9.      Die Feste auf dem Tusseter Felsen

10.  Das Schillerberger System

11.  Der Goldene Steig in Bayern

 

 

erstes gemeinsames Teilstück aller Wege:

Fürsteneck – Bruckmühle bei Röhrnbach

Am Fuße von Schloß Fürsteneck, wo die Flußwanderwege (Ilztalwanderweg, Pandurensteig, E8 und Main-Donau-Weg) kurz vor ihrer Mündung die Wolfersteiner Ohe überquert, beginnt der Goldene Steig mit dem Säumersymbol als Markierungszeichen. Eine Informationstafel bietet eine Übersichtskarte und eine kurze geschichtliche Einführung.

Der Wanderweg führt nun zunächst auf einem kleinen Schotter- (später Asphalt-) –sträßchen flußaufwärts nach Oh-Bruck. Hier überquert man den Fluß und die Gleise der alten Bahnstrecke und passiert das schöne alte Bahnhofshäuschen, das heute von Privatleuten bewohnt wird. Auf lauschigen Pfaden geht es nun das romantische Osterbachtal hinauf, bis man die Leopiermühle mit ihren ausgedehnten mit Pappeln bestandenen Auwiesen erreicht.

Hier verläßt man das Osterbachtal und steigt den bewaldeten Hang hinauf. Zum ersten Mal begegnet man hier den von jahrhunderte langen Pferdetritten tief eingekerbten Hohlwegen des Goldenen Steigs, den sogenannten „Gleisen“ der alten Säumer, Denkmälern der Verkehrsgeschichte in diesem Raum. Oben angelangt geht es auf kleinen Sträßchen über das benachbarte Hügelland in stetigem Auf und Ab durch Wiesen, Felder und kleine Weiler, bis man beim Gasthof Bruckmühle wieder an den Osterbach gelangt.

Hier, vor der alten „steinernen Brücke“ gabelt sich der Goldene Steig in zwei Routen: nach Osten biegen Prachatitzer und Winterberger Steig ab, gerade aus über die Brücke führt der Bergreichensteiner Weg nach Röhrnbach hinein.

 

Unterer Goldener Steig: „Prachatitzer Weg“

Bis Hauzenberg verlaufen der Prachatitzer und der Winterberger Weg gemeinsam. Von der steinernen Brücke bei der Bruckmühle südlich von Röhrnbach führt ein Feldweg hinauf über idyllische Bergwiesen zu dem Weiler Keltenstein. Von den prächtigen alten Höfen hat man einen schönen Blick über Röhrnbach in das munter bewegte Hügelland.

Nach Hauzenberg durchquert man ein kleines Seitenbachtal, in dem man bereits auf die tief eingschnittenen Hohlwege der alten Säumer stößt. Von dem Berggrat kann man eine herrliche Sicht genießen: blickt man über Wiesenhügel und Dörfer, voraus erhebt sich das bewaldete Grenzgebirge, über welches die Goldenen Steige nach Böhmen führen.

Eine Infotafel am Ortsrand von Hauzenberg berichtet davon, wie Huftritte und Regenfluten in Jahrhunderten den „Salzgraben“ formten. Hier trennen sich der Winterberger Steig, der dem Salzgraben hinunter folgt, und der Prachatitzer Weg, der rechts hinauf nach Waldkirchen führt.

Auf einem steinigen Feldweg gelangt man zum Waldrand, von wo man eine wunderschöne Aussicht über das hügelige Land hat. Durch laubbedeckten Waldwegen geht es dann durch Mischwälder. Nach einer kleinen hölzernen Kapelle passiert man wieder eine Informationstafel, die von den alten Wegen und dem Galgen hier am Sicklingsberg berichtet.

Auf schönen Wegen wandert man den Hang des Sicklingsberg weiter ostwärts, bis man - aus dem Wald hinaustretend - Waldkirchen mit seiner markanten Kirche an den Gegenhang geschmiegt vor sich sieht. Durch das Tal des Pfeffermühlbaches, den man bei der Geiermühle überquert, erreicht man den einst bedeutenden Säumermarkt Waldkirchen. Zu dem prächtigen Ortskern mit der markanten Kirche und dem Museum Goldener Steig geht es steil die Siedlungsstraßen hinauf.

Von Waldkirchen führt der Goldene Steig auf der Siedlungsstraße nach Schiefweg mit seinem hübschen Säumerbrunnen, der über und über mit Motiven rund um die Säumer und die Goldenen Steigen ausgestattet ist. Von dort geht´s auf dem „Säumerweg“ den Hang hinauf. Oben hat man einen herrlichen Blick über Freyung auf das Waldgebirge.

Immer wieder den charakteristischen Hohlwegen der alten Säumer folgend, geht die Wanderung weiter durch abwechslungsreiche, stark reliefierte Kulturlandschaft mit Wäldchen und Wiesen, Bachtälern und Hügelkuppen, von welchen man immer wieder schöne Ausblicke über das von vielen Hecken und Feldgehölzen gegliederte Kulturland auf den steil ansteigenden bewaldeten Grenzkamm vor sich genießen kann. In stetigem Auf und Ab gelangt man so über Höhenberg, Böhmzwiesel und den früheren Mautort Fürholz mit dem Goldenen-Steig-Brunnen schließlich in den schönen Ort Grainet mit seiner beeindruckenden Steinkirche auf dem breiten Dorfanger.

In Grainet beginnt der lange steile Aufstieg durch die bewaldeten Hänge des Grenzkammes. Bis Au wandert man noch auf dem kleinen, aussichtsreichen Asphaltsträßchen „Säumerhügel“. Vom Waldrand hat man nochmal einen herrlichen Blick über die offene Kulturlandschaft um Grainet. Dann taucht man ein in die ausgedehnten Bergmischwälder und steigt auf steinigen Pfaden über die Hoch-Schanze steil bergan, bis man auf dem Grat das verlassene Walddorf Leopoldsreut erreicht. Von dem ehemals (1889) 152 Einwohner zählenden alten Grenzwächter- und Säumerdorf stehen heute nur noch die St. Nepomuk Kirche, das Forsthaus und die Schule. Schrifttafeln und ein alter Ortsplan von 1864 in der Kirche erzählen von dem Aufblühen und Aussterben dieser Siedlung. Die Schule, sie wurde von 10-15 Kindern besucht, war damals die höchstgelegene Schule in Deutschland und man bezeichnete sie allgemein als „Hochschule“.

Entlang des bewaldeten Berggrats geht es nun fast ohne Steigung auf breiteren Waldwegen über den Sulzberg, bis man bei Bischofsreut aus dem Wald tritt. Vom Wasserspeicher erblickt man nun zum ersten Mal das Land jenseits des Grenzgebirges, das böhmische Grenzland. Die aufgelassenen Wiesen mit spontanen Aufwuchs junger Bäume und den zahlreichen Feldgehölzen bieten einen ganz ungewohnten, wildromantischen Landschaftseindruck, der sich deutlich unterscheidet von dem uns gewohnten Anblick einer gepflegten und intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft.

Vorbei an den ersten Häusern geht es steil hinunter zum Ortskern mit der Kirche und den rechts und links wie an einer Perlenkette aufgereihten alten Waldlerhäusern. Am Ortsausgang führt ein steiles Asphaltsträßchen hinunter nach Marchhäuser in das Tal des Grenzbaches, wo der kleine Grenzübergang für Wanderer liegt.

 

1b. Fortsetzung in Böhmen: „Goldener Salzsteig“ 

Von Marchhäuser bei Bischofsreut führt eine kleine Brücke über den Harlandbach und damit über die deutsch-tschechische Staatsgrenze. Eine Informationstafel berichtet von der Geschichte dieser Grenzbrücke. Bis Prachatitz informieren insgesamt 12 solcher Tafeln mit vielen Bildern und Abbildungen über historische Besonderheiten am Goldenen Steig. Die Texte sind in einer Begleitbroschüre auf deutsch nachzulesen.

Man passiert nach dem deutschen nun auch die tschechische Grenzerhütte, die nicht immer besetzt sein muß. Dann führt ein zunächst geschotterter, später asphaltierter Weg steil hinauf über das Steinköpfl nach Böhmisch Röhren. Gesäumt von Feldgehölzen schlängelt sich der Weg durch herausgewachsene Wiesen, Feldmäuerchen, Hecken und Streuobstwiesen den Hang hinauf. Dabei bieten sich herrliche Aussichten über das Grenzbachtal auf das bewaldete Grenzgebirge. Hat man den Talrand erreicht, breitet sich hinter der Kuppe das böhmische Land vor den Augen des Wanderers aus.

Zügig geht es nun – vorbei am Goldenen-Steig-Brunnen - hinunter nach Böhmisch Röhren, dem Ort, an dem einst die Pferde getränkt wurden. Beeindruckend in diesem 950 m hoch gelegenen Erholungsort ist der wunderschöne, von einer Steinmauer umgebene alten Friedhof. Auf den schlichten steinernen Grabsteinen mit verzierten Eisenkreuzen und kleinen Bildchen der Verstorbenen liest man viele deutsche Namen 

Auf einer schwach befahrenen Landstraße geht die Wanderung durch verträumte Wiesen und dichte Wälder vorbei in das Tal der Warmen Moldau. Man passiert dabei 3 Informationstafeln zu dem hier vorherrschenden ehemaligen Wegesystem, der Feste auf dem Tusseter Felsen und der Wallernschanze. An der Stelle der Warmen Moldau, wo der Goldene Steig den größten Fluß auf seinem Prachatitzer Zweig überquerte, stand schon seit der Mitte des 13. Jahrhunderts einen befestigte Brücke, die sogenannte „Säumerbrücke“. Sie zählte zu den wenigen festen Übergängen über Gewässer am Goldenen Steig.

Man passiert den Campingplatz am Flußufer und den Bahnhof von Soumarkský Most und gelangt bald darauf auf die Straße nach Volary/ Wallern, der man ein Stückchen (ca.1 km) folgen muß, bis wieder Feldwege durch kleine Höfe und Wiesen in die ehemals bedeutendste Säumerstadt auf der böhmischen Seite des Goldenen Steig, nach Volary/Wallern. Einige wenige übriggebliebene Holzhäuser aus dieser Blütezeit sind bis heute die größten Sehenswürdigkeiten der kleinen Stadt.

Vorbei an der frühbarocken St. Katharina Kirche aus dem Ende des 17. Jahrhunderts gelangt man ortsauswärts über eine wunderschöne Allee zu der Friedhofskapelle des heiligen Florian aus dem Jahre 1709. Durch herrliche kleinteilige Wiesen und Wälder geht die Wanderung durch das Tal des Flanitzbaches in das Dorf Blañejovice/Plahetschlag. Der breite Talkessel um dieses Dorf war, wie man auf einer Informationstafel nachlesen kann, Tranportknotenpunkt des Goldenen Steiges, an dem sich Verbindungswege aus verschiedenen Richtungen trafen.

Über einen Wiesenhügel mit schönem Blick gen Osten auf die bewaldeten Gipfel des Boubín (1362m) und des Bobík (1260m) gelangt man entlang von Holzzäunen und Waldrändern nach Albrechtovice/Albrechtschlag, ebenfalls einer ehemaligen Säumersiedlung, die den Karavanen Rast, Erfrischung und gegebenenfalls auch Übernachtung bot. Ein Schild verrät das ehemalige Gasthaus Zum Goldenen Steig von Adolf Mauritz.

Hinter dem Ort, von dem heute nur noch zwei Gebäude übrig geblieben sind, steigt man hinab in das kleine Tal des Pfarrbachs/Farsý potok und passiert die Überreste der ehemaligen Mühle. In einer ausladenden Kurve geht es durch Wiesenhänge und über alte Hohlwege durch kleine Wäldchen hinauf über den letzten Hügel vor Prachatitz. Dabei passiert man den hinter der Kuppe versteckten ehemaligen Säumerort Libínské Sedlo/Pfefferschlag, in dem die St. Anna Kirche aus später Gotik ebenso wie die ganze Siedlung und das Gasthaus „U Nusku“ aus dem 17. Jahrhundert an die Tradition des Säumerbetriebes erinnert.

Von hier geht es zügig bergab. Entlang einer Forststraße erreicht man zuerst die Schule. Über Siedlungsstraßen gelangt man vorbei an der Stelle, wo ehemals das Passauer Tor stand - von den Böhmen aus gesehen der Anfang des Goldenen Steiges nach Passau – auf den prächtigen Stadtplatz von Prachatice/Prachatitz.

 

„Winterberger Steig“:

Fürsteneck - Vimperk / Winterberg

 

Goldener Steig

Diese schöne, abwechslungsreiche Wanderung führt sie auf überwiegend bequemen Schotter- und Asphaltwegen von der Ilz das romantische Tal der Wolfersteiner Ohe und des Osterbaches aufwärts nach Röhrnbach und von dort durch eine idyllische Hügellandschaft mit Wiesen, Hecken, Bachtälern und Wäldern. Dabei passiert man zahlreiche schöne alte Säumerdörfer. Mehrere Informationstafeln berichten von dem alten Handelsweg. Ab Wotzmannsreut geht es spürbar aufwärts über den Kamm des Grenzgebirges. Vom großen Grenzübergang bei Philippsreut führt die weiß-gelb-weiße Markierung auf dem Goldenen Steig über die Berge des böhmischen Grenzlandes und durch das Tal der Warmen Moldau. Mal auf kleinen Pfaden, meist aber auf bequemen breiten Wegen geht die Wanderung in stetem Wechsel durch urige Wälder, einsame Bachtäler und durch wildromantisches, z.T. brachgefallenes Kulturland. Von Steinmauern und riesigen Alleebäumen gesäumte Wege, Rodungsinseln mit verwilderten Wiesen und zugewachsene Ruinen erinnern immer wieder an die im 2. Weltkrieg vertriebenen Bewohner des Böhmerwaldes. Auf der historischen Route der alten Säumerzüge gelangt man so schließlich in das prächtige mittelalterliche Städtchen Winterberg, über dessen von einer Stadtmauer eingefaßten Häusern stolz die Burg thront.

Ausgangspunkt/

Zwischenstationen/

Etappenziel 

h

km

NN

G/R

Wanderzeit

Entfernung

Höhenlage

Einkehr/Rast

Fürsteneck

   

345

G1

Ohbruck

0:15

1,4

355
 

Leopier-Mühle

0:30

2,0

365
 

Bruckmühle bei Röhrnbach

1:15

4,2

385

G2

Kaltenstein

0:30

1,1

470
 

Hauzenberg

0:30

2,0

520

R1

Wotzmannsreut

0:45

2,7

510
 

Winkelbrunn

2:00

6,5

730
 

Hinterschmiding

0:45

3,2

739

G3, R2

Herzogsreut

1:15

3,6

865

G4-5, R3

Philippsreut

1:30

5,1

974

G6-7

Grenzübergang

0:45

2,7

851

R4

Stráñny / Kuschwarda

1:00

4,0

834

G8

Passhöhe bei ðlíbky / Röhrenberg

1:30

4,0

1040
 

Brücke in Horní Vltavice / Obermoldau

0:45

3,0

800

G9

Kubova Hut´ / Kubohütten

1:30

4,0

1003

G10,R5

Korkusova Hut´ / Korkushütte

1:15

5,0

833

G11

Vimperk / Winterberg

2:00

8,0

500

G12

Gesamtstrecke

18:00

62,5
 

Wandern ohne Gepäck möglich ja/nein : Nein

Einkehr/Rast/Übernachtung  

G1            Schloßgaststätte Fürsteneck, Schloßweg 5, 94142 Fürsteneck, Tel. 08505/1473, Mittwoch Ruhetag

G2       Gasthof Bruckmühle

G3       mehrere Gasthöfe und Cafe in Hinterschmiding

G4            Gasthof-Restaurant zur Neuen Post

G5       Gasthof zur Alten Post von 1825

G6            Restaurant Forellenhof

G7            Gasthaus Pfenniggeiger

G8       mehrere Bars und Restaurants in Stráñny / Kuschwarda

G9       mehrere Einkehrmöglichkeiten in Horní Vltavice / Obermoldau

G10            Restaurant in Kubova Hut´ / Kubohütten

G11            Stehimbiß und Bar in Korkusova Hut´ / Korkushütte

G12     mehrere Restaurants in Vimperk / Winterberg

 

R1            Holztisch mit Bänken mit schöner Aussicht am Beginn des Salzgrabens

R2            Holztisch mit Bänken mit schöner Aussicht am Waldrand südlich von Hinterschmiding

R3       zwei steinerne Tische mit Bänken vor der Kirche in Herzogsreut

R4            Holztisch mit Bänken am Rastplatz vor dem großen Grenzübergang

R5            Holztisch mit Bänken in Kubova Hut´

 

Einkaufen

Lebensmittelläden in Fürsteneck, Ohbruck, Hinterschmiding, Herzogsreut, Philippsreut, Stráñný, Horní Vlatvice und Vimperk

Bahnhof , Bushaltestellen und Taxi

·        Bushaltestellen in Fürsteneck, Wotzmannsreut (Linie 8761 Passau-Waldkirchen-Freyung), Hinterschmiding, Herzogsreut, Philippsreut, Stráñný, Horní Vltavice, Kubova Hut´, Korkusova Hut´und Vimperk

·         Bahnhof in Kubova Hut´ und Vimperk

·        Taxi in Vimperk: Taxisluñba Vimperk, Milan Vrábel a Robin Horúcka, Mírová 431, 38501 Vimperk, Tel. 0603/753324 (Wirte in Vimperk rufen auf Anfrage gern ein Taxi, Kosten bis zur Grenze ca. 25 DM)

Telefon/Briefkasten:

in Fürsteneck, Wotzmannsreut, Hinterschmiding, Herzogsreut, Philippsreut, Stráñný, Horní Vltavice, Kubova Hut´, Korkusova Hut´ und Vimperk

 

Wissenswertes/Sehenswürdigkeiten

·         Schloß Fürsteneck: Schloß Fürsteneck, erreichtet unter dem Passauer Fürstbischof Wolfger von Erlach um 1190. Es diente als Grenzbefestigung gegen die Bayerischen Herzöge. 1570 Renovierung durch Fürstbischof Urban von Trembach und Erhebung der bisherigen Burgpflege zu einem Landgericht. 1745 Bau der jetzigen Schloßkapelle unter Kardinal Joseph Dominikus von Lamberg. Baumeister war Severin Goldberger. 1803 fiel Fürsteneck an den Bayerischen Staat. 1814 Verkauf an einen ehemaligen Mönch. Heute befindet sich das Schloß mit Brauerei, Gaststätte und Pension in Besitz von Moritz Forsters Erben.

·        Steinerne Brücke über den Osterbach: An Stelle einer älteren Brücke, die der nahen Mühle spätestens im 15. Jahrhundert den Namen Bruckmühle gegeben hat, ließ um das Jahr 1590 der Passauer Fürstbischof Urban von Trenbach diesen langgestreckten, bruchsteingemauerten Brückenbau errichten. Darüber führte der Obere Goldene Steig nach Röhrnbach und Freyung und weiter durch die Lusenwälder nach Bergreichenstein in Böhmen. Großartig in die Landschaft eingefügt überspannen vier ungleiche Bogen das breite, zu Zeiten von Hochwasser überflutete, Bett des Osterbaches. Die lebensgroße Holzfigur des böhmischen Brückenheiligen Johannes Nepomuk in der kleinen Kapelle an der südlichen Brüstungsmauer stammt aus dem 18. Jahrhundert.

·        Wotzmannsreut: An die Jahrhundertelange Rodungs- und Siedlungsarbeit im Passauer Waldland erinnern auch noch die vielen Orte mit der Endsilbe „-reut“. „Reuten“ bedeutet Roden, Waldland urbar machen. Durch Ausräumen von Bäumen, Baumstücken und Steinen. Zu diesen Reut-Orten gehört auch Wotzmannsreut, das wahrscheinlich von einem Watzmann gegründet wurde. Es wird schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich genannt. Durch Wotzmannsreut führte Seit der Wende zum 14. Jahrhundert der Goldene Steig nach Winterberg.

·        Herzogsreut: Im 17. Jahrhundert begannen die Passauer Fürstbischöfe als Landesherren mit der Erschließung und Besiedelung ihrer Wolfsteiner Grenzwälder. Innerhalb von 2 Jahrhunderten wurden, ausgehend von den alten Saumwegen, die Wälder bis hin zur Landesgrenze gegen Böhmen mit Dörfern besetzt. Den Auftakt machte im Jahr 1618, zu Beginn des 30-jährigen Krieges, Fürstbischof Leopold, Erzherzog von Österreich, der damals die Dörfer Herzogsreut, Schwendreut und Leopoldsreut anlegen ließ. Als größte dieser neuen Siedlungen entstand am Mittleren Goldenen Steig nach Winterberg das Waldhufendorf Herzogsreut mit ursrpünglich 10 Anwesen. Die Siedler hatten auch die Wege zu unterhalten, „damit man handeln und wandeln möge“.

·        Philippsreut: Das Grenzdorf Philippsreut verdankt seine Entstehung und seinen Namen dem Passauer Fürstbischof Johann Philipp Graf von  Lamberg, der hier am Mittleren Goldenen Steig nach Winterberg im Jahr 1692 zur Sicherung der nahen Grenze und des Weges 6 Häuser anlegen ließ. Die Siedler hatten es recht schwer in einem rauhen Klima mit Waldweidewirtschaft und Holzarbeit ihren Lebensunterhalt zu finden. Die großen Hungersnöte bannte erst der Anbau von Kartoffeln ab 1770. Damals auch begann man den alten Saumweg nach Böhmen als Fahrstraße auszubauen.

Zu den Sehenswürdigkeiten in Böhmen siehe die entsprechenden Seiten in der dreisprachigen Publikation „Am Goldenen Steig – Sehenswerte, Kunst und Kultur“, Prachatice, 1999.

 

Mittlerer Goldener Steig: „Winterberger Steig“

Von Bruckmühl bei Röhrnbach bis Hauzenberg verlaufen der Prachatitzer und der Winterberger Weg gemeinsam. Die Wegbeschreibung kann beim Prachatitzer Weg nachgelesen werden. Von Hauzenberg gelangt man dem sogenannten „Salzgraben“ folgend durch Wiesen und Wälder wieder hinunter an den Osterbach, den man an einer Furth über große Steine springend überquert. Aus dem einsamen Wiesental führt ein Waldweg hinauf nach Wotzmannsreut, einem schmucken Bauerndorf, über dessen Namensursprung eine Informationstafel aufklärt.

Durch ein schönes Wiesenbachtal geht die Wanderung auf dem Feldweg nach Hochreut, von wo man einen schönen Blick auf den Ort Karlsbach mit seinem markanten Kirchturm hat. Von Reut geht es dann auf bequemen Wirtschaftswegen durch verträumte Waldwiesentäler nach Promau und Winkelbrunn, einem klassischen Straßendorf. Über Feld- und Waldwege durchquert man das Tyrobachtal und erreicht das sehr schön hergerichtete Dorf Hinterschmiding mit seinem Dorfanger, in dessen Mitte das schöne Rathaus steht.

Hier folgt der Wanderweg ein gutes Stück (4 km) der Kreisstraße nach Herzogreut entlang, wobei es über den bewaldeten Sattel zwischen Kienzelberg und Steinkopf immerhin 130 Höhenmeter zu erklimmen gilt. Hinter dem alten Säumerdorf mit seinen herrlichen alten Höfen (Gasthof zur Alten Post von 1825) und der prächtigen großen Kirche überquert man die Bundesstraße (B12), die zur Landesgrenze führt, und taucht wieder ein in die ausgedehnten Wälder des Grenzgebirges. Auf bequemen Forstwegen erklimmt man entlang der Hänge des Schwarzkopf den höchsten Punkt des Winterberger Steiges, der bei einer kleinen Schutzhütte auf 1000 m über dem Meeresspiegel erreicht ist. Von hier geht es zügig hinab in den Grenzort Philippsreut.

Vorbei an der Tussetkapelle, dem Verkehrsamt und der Kirche erreicht man einen Schotterweg, der bis an den Rand der Rodungsinsel und von dort abermals durch Wälder zum großen Grenzübergang von Philippsreut hinunter führt. Der Blick hinüber auf das böhmische Grenzland mit seinen unbewirtschafteten Feuchtwiesen und spontan aufwachsenden Baumgrüppchen bietet einen ganz ungewohnten, wildromantischen Landschaftseindruck.

Ein mit dem Säumersymbol markierter Verbindungsweg führt den Wanderer von hier auf deutscher Seite durch die Grenzwälder über Schwarzenthal nach Marchhäuser bei Bischofsreut, wo man auf eine andere Route des Goldenen Steigs, dem Prachatizer Steig stößt. Auf ihr kann man durch das wunderschöne böhmische Grenzland nach Prachatitz wandern oder über Grainet und Waldkirchen nach Röhrnbachzugehen. Wer jedoch weiter auf dem Winterberger Steig bleiben will, der überquert hier bei Philippsreut die Landesgrenze und wandert wie einstmals die Säumer weiter durch das wildromantische böhmische Land nach Winterberg.

Nach der tschechischen Grenzstation folgt man ca. 600 m der Autostraße, bis links im Wald ein schmaler Pfad entlang alter Steinmauern abzweigt. Auf verträumten Pfaden und Wegen geht die Wanderung nun durch urige Wälder und durch ein romantisches Bachtal mit Moorwiesen. Entlang von Wiesen erreicht man auf einer alten Allee schließlich den kleinen Grenzort Stráñny (deutsch: Kuschwarda), dessen Bild von den Buden der Vietamesenmärkte und zahlreichen Straßenständen geprägt ist. Vom Gartenzwerg über Zigaretten, Schnaps und billiger Kleidung wird hier den Schnäppchenjägern und Tanktouristen aus Deutschland ein breites Spektrum an billigen Waren angeboten.

Vorbei an Restaurants und Geschoßwohnungsbauten verläßt man den Ort und wandert alsbald wieder durch eine idyllische alte Kulturlandschaft aus Alleen, offengelassenen wilden Wiesen und urigen Wäldern. An heißen Sommertagen spenden die zahlreichen Feldgehölze und Baumhecken, die die Steinmauern entlang des Weges säumen, willkommenen Schatten; im Herbst bieten sie dem Wanderer eine bunte Farbenpracht. Der Weg steigt beständig hinauf zu einer Rodungsinsel, wo entlang des Weges immer wieder die verwachsenen Grundmauern alter Siedlungshäuser auftauchen. Zusammen mit alten Obstbäumen, Feldmauern und brachgefallenen Wiesen sind sie ein Hinweis auf das  ehemalige Dorf Röhrenberg (tschech.: ðlíbky). Siedlungen wie diese gab es bis zum 2. Weltkrieg zahlreiche hier im böhmischen Grenzland. Die zumeist deutschsprachigen Bewohner wurden vertrieben und in der Zeit des Eisernen Vorhangs galt ein breiter Streifen entlang der Grenze als unbewohntes Sperrgebiet. So verfielen die alten Dörfer, wurden z.T. bei Militärübungen von Panzern zusammengeschossen, und nur noch Relikte erinnern an ihre Existenz.

Von hier geht es nochmals steil hinauf, bis die bewaldete Passhöhe zwischen den zwei Berggipfeln des ðlibský vrch und Chlustov erreicht ist. Zunächst auf bequemen Waldwegen, dann durch die Rodungsinsel des ehemaligen Dorfes Rabenhütte (Havranka) geht die Wanderung nun zügig hinab in das Tal der Warmen Moldau (Teplá Vltava). Über die Brücke erreicht man den Ort Horní Vltavice (Obermoldau), wo zwei Bars/Restaurants zur Einkehr laden. Durch eine alte Allee steigt man nun aufwärts in den Wald, durch den ein bequemer Weg hinauf in den gut 1000 m hoch gelegenen Ski- und Ferienort Kubova Hut´ (Kubohütten) führt. Von den Bergwiesen kann man einen herrlichen Blick über das bewaldeten Berge des böhmischen Grenzlandes und auf dengelegten Weg genießen.

Zunächst noch auf bequemem Forstweg, doch bald schon quer durch den Wald wandert man jetzt steil abwärts durch von den Säumerkaravanen in Jahrhunderten ausgetretenen Hohlwegen. Schließlich wird durch idyllische Feldwege, vorbei an den Höfen des Weilers Arnoštka (Ernstberg), das Dorf Korkusova Hut´ (Korkushütte) erreicht, dessen wenige Häuser sich entlang der stark befahrenen Straße nach Prag aufreihen.

Hinter der alten Steinkirche mit der hohen Friedhofsmauer beginnt ein schmaler Feldweg, der sich durch kleine Wäldchen und ausgedehnte Wiesen schlängelt und schließlich auf in einer kleinen, schwach befahrenen Landstraße mündet. Auf dieser wandert man durch ein kleines Bachtal wieder hinauf zu der Straße nach Prag.

Die gelben Markierungen auf den Baumstämmen weisen den Wanderer jenseits der Straße zunächst ohne Pfad quer durch den Wald. Auf abenteuerlichen Pfaden geht es dann weiter um den letzten Waldhügel herum, bis man durch die Bäume des Waldrandes schon die herrliche Ansicht der mittelalterlichen Stadt Vimperk (deutsch: Winterberg) erkennen kann.

Von einem herrlichen Aussichtspunkt führt der Weg schließlich durch Schrebergärten steil hinunter zu der alten Stadtmauer, durch die man eintritt in die engen Sträßchen und Gassen der Stadt. Diese Route des Goldenen Steiges, der „Winterberger Steig“, endet auf dem imposanten Stadtplatz von Winterberg, dem ehemaligen Warenumschlagplatz der Salzsäumer.

 

 

„Bergreichensteiner Weg“

Fürsteneck – Finsterau (Landesgrenze)

 

Goldener Steig

Landschaftlich sehr schöne Wanderung zunächst von der Ilz das romantische Tal der Wolfersteiner Ohe und des Osterbaches aufwärts und dann durch das kleinräumig stark reliefierte und reich strukturierte Hügelland hinauf in die urigen Wälder des Grenzgebirges. Ausschließlich bequeme asphaltierte oder geschotterte Wege. Insgesamt steigt der Weg von Röhrnbach bis Finsterau um 560 Höhenmeter an, wobei zahlreiche steile Ab- und Aufstiege zu überwinden sind. Zwischen Röhrnbach und Freyung gabelt sich der Weg in zwei Varianten: Die westliche über Kumreut verläuft ausschließlich auf Straßen, die östliche über Harsdorf beinhaltet auch Waldwege und –pfade. Auch finden sich entlang dieser Strecke mehrere Informationstafeln über historisch bedeutsame Stellen am Goldenen Steig. Der Weg endet am Grenzübergang bei Finsterau. Die Fortführung auf tschechischer Seite bis Bergreichenstein ist noch in Planung.

Ausgangspunkt/

Zwischenstationen/

Etappenziel

 

h

km

NN

G/R

 

Wanderzeit

 

Entfernung

 

Höhenlage

Einkehr/

Rast

Fürsteneck

   

345
G1

Ohbruck

0:15

1,4

355
 

Leopier-Mühle

0:30

2,0

365
 

Bruckmühle bei Röhrnbach

1:15

4,2

385

G2

Röhrnbach

0:15

1,2

437

G

Harsdorf

1:15

4,3

550
 

Geyersberg

1:15

3,0

720

G 3-4

Freyung

0:30

1,7

655

G

Kreuzberg

1:30

4,2

819

G

Mauth

1:45

6,8

821

G

Finsterau

1:45

5,3

998

G

Grenzeübergang Finsterau-Bu?ina/Buchwald

1:30

4,6

1120
 

Gesamtstrecke

11:45

38,7
 

Alternative Röhrnbach – Freyung:

       

Röhrnbach

   

437

G

Kumreut

1:15

4,2

535
 

Falkenbach

1:30

4,0

780

G 5-6

Freyung

0:45

2,7

655

G

 

Wandern ohne Gepäck möglich ja/nein : Nein

Einkehr/Rast/Übernachtung

G            zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr in Cafés, Gasthöfen und Restaurants in Röhrnbach, Freyung, Kreuzberg, Mauth und Finsterau

G1            Schloßgaststätte Fürsteneck, Schloßweg 5, 94142 Fürsteneck, Tel. 08505/1473, Mittwoch Ruhetag

G2       Gasthof Bruckmühle

G3            Geyersberg/Solla: Café-Restaurant Uhrmann, Solla 15, 94078 Freyung, Tel. 08551/6583

G4            Geyersberg/Solla: Café Hermannsau, Solla, 94078 Freyung, Tel. 08551/4223

G5       in Falkenbach: Tafernwirtschaft Danibauer, Falkenbach 2, 94078 Freyung, Tel. 08551/4283

G6       in Falkenbach: Gasthaus und Pferdehof Dorfschänke, Falkenbach 3, 94078 Freyung, Tel. 08551/910076

 

Einkaufen

·        Lebensmittelläden in Fürsteneck, Ohbruck, Röhrnbach, , Kreuzberg, Mauth und Finsterau

·        mehrere Läden in Freyung

 

Bushaltestellen

in Fürsteneck, Röhrnbach, Freyung, Kreuzberg, Mauth und Finsterau

 

Telefon/Briefkasten

in Fürsteneck, Röhrnbach, Freyung, Kreuzberg, Mauth und Finsterau 

Wissenswertes/Sehenswürdigkeiten

(Texte aus Informationstafeln am Weg)

 ·         Schloß Fürsteneck: Schloß Fürsteneck, erreichtet unter dem Passauer Fürstbischof Wolfger von Erlach um 1190. Es diente als Grenzbefestigung gegen die Bayerischen Herzöge. 1570 Renovierung durch Fürstbischof Urban von Trembach und Erhebung der bisherigen Burgpflege zu einem Landgericht. 1745 Bau der jetzigen Schloßkapelle unter Kardinal Joseph Dominikus von Lamberg. Baumeister war Severin Goldberger. 1803 fiel Fürsteneck an den Bayerischen Staat. 1814 Verkauf an einen ehemaligen Mönch. Heute befindet sich das Schloß mit Brauerei, Gaststätte und Pension in Besitz von Moritz Forsters Erben

·        Steinerne Brücke über den Osterbach: An Stelle einer älteren Brücke, die der nahen Mühle spätestens im 15. Jahrhundert den Namen Bruckmühle gegeben hat, ließ um das Jahr 1590 der Passauer Fürstbischof Urban von Trenbach diesen langgestreckten, bruchsteingemauerten Brückenbau errichten. Darüber führte der Obere Goldene Steig nach Röhrnbach und Freyung und weiter durch die Lusenwälder nach Bergreichenstein in Böhmen. Großartig in die Landschaft eingefügt überspannen vier ungleiche Bogen das breite, zu Zeiten von Hochwasser überflutete, Bett des Osterbaches. Die lebensgroße Holzfigur des böhmischen Brückenheiligen Johannes Nepomuk in der kleinen Kapelle an der südlichen Brüstungsmauer stammt aus dem 18. Jahrhundert.

·        Rumpenstadl: Im Bergfeld südlich des Dorfes Rumpenstadl, wenige Schritte nördlich von hier, hat sich ein tief ins Gelände eingeschnittener Graben erhalten. Der Hohlweg war ein Teilstück des Oberen Goldenen Steiges, der von Röhrnbach über Rumpenstadl, Harsdorf, Freyung und Kreuzberg nach Bergreichenstein in Böhmen führte. Pferdetritte und Regenfluten haben in Jahrhunderten im steilen Gelände den Saumweg tief in den Boden gesenkt.

·        Harsdorf: Harsdorf entstand schon im hohen Mittelalter und wird gegen Ende des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich als Hagelstaltistorf, als Dorf eines Hagastalt genannt. Durch den im Röhrnbacher Amt des fürstbischöflichen passauischen Landgerichts Leoprechting gelegenen Ort führte seit der Mitte des 14. Jahrhunderts der Goldene Steig von Röhrnbach über Freyung und Kreuzberg nach Bergreichenstein in Böhmen.

·        Steinpflaster am Ochsenberg: Zwischen Harsdorf und Freyung ist der Saumweg nach Bergreichenstein, der Obere Goldene Steig, an dieser Stelle am Ochsenberg auf einer Länge von 20 m mit Steinen ausgelegt. Der Obere Goldene Steig entstand um die Mitte des 14. Jahrhunderts auf Befehl Kaiser Karls des IV. als „öffentliche Straße“ zwischen Böhmen und dem Passauer Gebiet. Nach den kaiserlichen Plänen sollte er das Teilstück eines neuen Fernhandelsweges aus dem Süden (Venedig) über Salzburg, Passau und Prag nach dem Norden (Nord- und Ostsee) bilden. Doch 50 Jahre später haben die Hussitenkriege dieses Vorhaben zunichte gemacht.

·        Stadt Freyung: In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ist am Rand des großen Grenzwaldes gegen Böhmen beim älteren Burgstall Wolfstein ein neues Siedlungsgebiet erschlossen worden. Wegen gewissen Steuerfreiheiten für die Ansiedler nannte man dieses Land die Freyung. Pfarrsitz wurde noch im 14. Jahrhundert das „Aigen in der Freyung“, das heutige Freyung. Die europäische Pestkatastrophe in der Mitte des 14. Jahrhunderts verhinderte zunächst auch hier den weiteren Landesausbau. Im frühen 16. Jahrhundert erhielt der am Oberen Goldenen Steig nach Bergreichenstein gelegene Pfarrort das Marktrecht von Kreuzberg übertragen. Im Jahr 1953 wurde der Markt zur Stadt erhoben. Freyung ist Kreisstadt des Landkreises Freyung Grafenau.

·        Schloß Wolfstein: Um das Jahr 1200 ließ der Passauer Bischof Wolfker von Erla als neuer Landsherr zur Grenzsicherung gegen Böhmen und Bayern, wahrscheinlich aber auch als Jagdsitz, die nach ihm benannte Burg „Wolfkerstein“ bauen. Sie wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz des fürstbischöflichen Pflegrichters „In der Freyung“. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloß unter Fürstbischof Urban von Trenbach Ende des 16. Jahrhunderts (Wappen des Bischofs mit Bauinschrift über dem Tor). Wolfstein war wiederholt Aufenthaltsort Passauer Fürstbischöfe. Das hier mehr als 400 Jahre stehende fürstbischöfliche Pflegamt wurde nach der Säkularisation in ein Landgericht umgewandelt, aus dem das heutige Landratsamt (Landkreis Freyung-Grafenau) hervorging.

·        Mauth: Noch am Ende des 17. Jahrhunderts dehnte sich zwischen Kreuzberg und Außergfield in Böhmen stundenweit der Grenzwald, durch den der Obere Goldene Steig nach Bergreichenstein führte. Im Jahr 1698 wurde unter dem Passauer Fürstbischof Johann Philipp Graf von Lamberg die Zollstelle von Kreuzberg weiter in den Wald hinein verlegt. „Bei der Mauth“ ließen sich zugleich 4 Ansiedler nieder, sie hatten hier im rauhen Klima „„3/4 Jahr Winter“) hart um ihren Lebensunterhalt zu kämpfen. 1778-79 entstand die Kirche St. Leopold als Stiftung des Freyunger Pfarrer Johann Leopold Giesecke.

Stadt Freyung:

Kreisstadt und Mittelzentrum des Landkreises Freyung-Grafenau, Kreuzberg - St. Anna Kapelle, Heimatmuseum mit Hinterglasmalerei, Jagd- und Fischereimuseum, Pfarrkirche Maria Him

erstes gemeinsames Teilstück aller Wege: Fürsteneck – Bruckmühle bei Röhrnbach

Am Fuße von Schloß Fürsteneck, wo die Flußwanderwege (Ilztalwanderweg, Pandurensteig, E8 und Main-Donau-Weg) kurz vor ihrer Mündung die Wolfersteiner Ohe überquert, beginnt der Goldene Steig mit dem Säumersymbol als Markierungszeichen. Eine Informationstafel bietet eine Übersichtskarte und eine kurze geschichtliche Einführung.

Der Wanderweg führt nun zunächst auf einem kleinen Schotter- (später Asphalt-) –sträßchen flußaufwärts nach Oh-Bruck. Hier überquert man den Fluß und die Gleise der alten Bahnstrecke und passiert das schöne alte Bahnhofshäuschen, das heute von Privatleuten bewohnt wird. Auf lauschigen Pfaden geht es nun das romantische Osterbachtal hinauf, bis man die Leopiermühle mit ihren ausgedehnten mit Pappeln bestandenen Auwiesen erreicht.

Hier verläßt man das Osterbachtal und steigt den bewaldeten Hang hinauf. Zum ersten Mal begegnet man hier den von jahrhunderte langen Pferdetritten tief eingekerbten Hohlwegen des Goldenen Steigs, den sogenannten „Gleisen“ der alten Säumer, Denkmälern der Verkehrsgeschichte in diesem Raum. Oben angelangt geht es auf kleinen Sträßchen über das benachbarte Hügelland in stetigem Auf und Ab durch Wiesen, Felder und kleine Weiler, bis man beim Gasthof Bruckmühle wieder an den Osterbach gelangt.

Hier, vor der alten „steinernen Brücke“ gabelt sich der Goldene Steig in zwei Routen: nach Osten biegen Prachatitzer und Winterberger Steig ab, gerade aus über die Brücke führt der Bergreichensteiner Weg nach Röhrnbach hinein.

 

Oberer Goldener Steig: „Bergreichensteiner Weg“

Der Obere Goldene Steig führt von der Bruckmühle am Osterbach (bei der die Routen des Unteren und Mittleren Goldenen Steigs abzweigen) über den Osterbach nach Röhrnbach. Zu der 400 Jahre alten historischen steinernen Brücke gibt eine Informationstafel auf dem dahinterliegenden Parkplatz Auskunft. Man durchquert den schönen historischen Ortskern von Röhrnbach und gelangt hinterm Verkehrsamt an eine Wegegabelung, von der zwei Varianten nach Freyung führen.

Hauptroute über Harsdorf:

Man schlägt die rechte Straße ein, deren Namen „Goldener Steig“ an die alten Salzsäumer erinnert, welche einst auf ihr ihre Lasttiere trieben. An der Paulusmühle vorbei gelangt man wieder an den Osterbach. Von ihm folgt dem kleinen Holzmühlbach entlang der Straße ein Stück talaufwärts, bis ein Flursträßchen, flankiert von Feldhecken, steil hinaufsteigt zu dem Weiler Rumpenstadl.

Nach dem anstrengenden Aufstieg wandert man bequem auf höhengleichem Schotterweg durch Wald und die stark reliefierte, von Hecken wunderschön gegliederte Bergwiesenlandschaft nach Harsdorf. Dieses hübsch hergerichtete Dorf, stellte, wie auf einer Informationstafel nachzulesen ist, schon damals für die Säumer eine wichtige Station dar. Ein Flurweg führt zunächst noch höhengleich entlang des Holzmühlbachtales in den Wald. Auf steilen Wurzel- und Steilwegen geht es dann steil hinauf durch abwechslungsreiche Mischwälder auf den Geyersberg. Eine Informationstafel weist auf die hier z.T. noch original erhaltene Steinpflasterung des Saumweges hin. Vom Rehabilitationszentrum Geyersberg folgt man auf dem Gehweg der Straße hinunter in den historischen Ortskern von Freyung.

Nebenroute über Kumreut:

Auf dem links abzweigenden Sträßchen steigt man beständig hinauf durch Oberndorf und weiter, begleitet von herrlichen Ausblicken über das wild bewegte Hügelland bergan. Im Wald erreicht man den vorläufig höchsten Punkt und steigt wieder leicht hinab nach Kumreut. Von hier folgt man knapp 1 km der B12, bis ein von Hecken gesäumtes Sträßchen abzweigt, welches steil hinauf führt in den Wald. Auch im Wald steigt die breite Schotterstraße weiter an. Über die Dörfer Marchzipf, Falkenbach (wunderschöne, denkmalgeschütze alte Höfe) und Ort gelangt man auf kleinen Landstraßen durch offene Kulturlandschaft mit schönen Ausblicken nach Freyung. Diese Variante führt nicht durch den historischen Ortskern, statt dessen wandert man auf Schotterwegen durch das Saußbachtal direkt hinauf zum Schloß Wolfstein, wo sich bei der Informationstafel die beiden Variaten wieder vereinigen.

Am Ortsausgang von Freyung, bei der Auffahrt zum sehenswerten Jagd- und Fischereimuseum führt der Goldene Steig hinunter zur Pulvermühle über den Saußbach. Am Gegenhang steigt man anfangs auf Siedlungswegen, nach Überquerung der Bundesstraße auf einem den aussichtsreichen Höhengrad hinauf führenden Flurweg in das malerische Örtchen Kreuzberg. Weithin sichtbar ist dieser markante Ort mit seinem spitzen, in den Himmel hochragenden Kirchturm auf einer Berggipfel gelegenen. Ringsum führen strahlenförmig regelmäßige Heckenreihen den Hügel hinunter.

Auf der Ortsstraße steigt man den Hügel wieder hinab und wandert dann auf landschaftlich malerisch eingebetteten Flur- und Waldwegen immer sanft bergan über den Weiler Vierhäuser nach Mauth. Der Goldene Steig läuft dabei auf einem Bergrücken, der sich zwischen dem Reschbachtal im Westen und dem Saußwasser- später Rothbachtal im Osten bis zum Grenzkamm erstreckt. Begleitet von einem Siedlungsgürtel, der sich entlang der alten Handelsstraße gebildet hat, dringt der Wanderer so immer weiter in das mit schier endlosen Wäldern überzogene Grenzgebirge ein. Dabei bieten sich entlang des Grates immer wieder herrliche Ausblicke über das Hügelland auf das bewaldete Grenzgebirge.

Vom Ende der Ortsstraße durch Mauth zweigt ein Flurweg ab, der wieder steil hinaufsteigt, den Wanderer aber mit malerischen, von Hecken eingerahmten Bergwiesen und atemberaubend schönen Ausblicken auf das „Wilde Waldgebirge“ (rechts des Weges in Richtung Mitterfirmiansreuth, zur Linken den Nationalpark mit dem Lusen) belohnt.

Auf dem Siedlungssträßchen „Goldener Steig“ durchwandert man Zwölfhäuser, Hohenröhren und Heinrichsbrunn und gelangt schließlich auf der Landstraße nach Finsterau, dem letzten Ort vor der Landesgrenze. Hier endet die Markierung. Eine Fortsetzung des Wanderweges auf tschechischer Seite auf den Spuren des Goldener Steig nach Bergreichenstein ist derzeit in Planung.

 

 

„Guldenstrass“

Grafenau – Waldhäuser

 

Goldener Steig   

Abwechslungsreiche Wanderung auf den Spuren der Salzsäumer. In ständigem Auf und Ab durch hügelige Wald- und Wiesenlandschaft über Sankt Oswald in die urtümlichen Mischwälder des Nationalparks Bayerischer Wald. Zum Schluß noch ein steiler Aufstieg (knapp 200 Höhenmeter) in das 1000 m hoch gelegene Bergdorf Waldhäuser. Unterwegs immer wieder Informationstafeln zu den historischen Hintergründen des Goldenen Steigs. Anfangs noch viel auf Asphaltwegen, im zweiten Teil der Wanderung überwiegend schöne Pfade und Waldwege.

Ausgangspunkt/

Zwischenstationen/

Etappenziel

 

h

km

NN

G/P

 

Wanderzeit

 

Entfernung

 

Höhenlage

Einkehr/

Rast

Grafenau

   

608

G

Rosenau

0:40

2,5

641

 

Sankt Oswald

1:00

2,6

797

G1

Siebenellen

0:25

1,7

760

G2

Graupsäge

1:00

4,0

740

 

Waldhäuser

0:55

1,7

930

G, R1

Gesamtstrecke

4:00

12,5
 

Wandern ohne Gepäck möglich ja/nein: Nein

Einkehr/Rast/Übernachtung

G         mehrere Gasthäuser und Cafes in Grafenau und St. Oswald

G1            Gasthaus in Siebenellen

G2            Berggasthof Lusen in Waldhäuser

R1       Tische mit Bänken und schöner Aussicht vor der Kapelle in Waldhäuser

 

Einkaufen

mehrere Läden und Apotheke in Grafenau

Lebensmittelladen in Sankt Oswald und Waldhäuser

Bahnhof und Bushaltestellen

·          Bahnhof  in Grafenau: Waldbahn Linie Grafenau – Zwiesel, von dort Anschluß nach Plattling und Bayerisch Eisenstein

·          Bushaltestellen in Grafenau, St. Oswald, Waldhäuser

Telefon/Briefkasten

In Grafenau, St. Oswald, Waldhäuser

Wissenswertes/Sehenswürdigkeiten

·        Stadt Grafenau: Älteste Stadt des Bayerischen Waldes, Stadtrecht seit 1376, an die Bedeutung als mittelalterlicher Handelsort erinnert noch der planmäßig und großzügig angelegte Stadtplatz. 1396 erstmals genannte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt.

·        Sankt Oswald, Kloster, Waldgeschichtliches Museum

·        Siedlung Siebenellen: erstmals 1396 urkundlich erwähnt, hier endete die mittelalterliche Siedlungsarbeit, hier begann der stundenweite Grenzwald gegen Böhmen, durch den die „Gulden Strass“ führte.

·        „Bei der Handhab“, eine historische Wegegabelung an der Gulden Strass. Bereits vor 1659 war hier an einem Baum, wie aus alten Berichten hervorgeht, eine eiserne Hand mit dem Buchstaben „H“ und der Ziffer „8“ angebracht. Dieses Zeichen wird unterschiedlich gedeutet: Eine Auslegung besagt, das dieses Zeichen ein Wegweiser mit der Bedeutung „Hand hab acht“ für die Benutzer dieses Weges war. Andere Auslegung: Gulden Strass stand ab hier unter dem Recht des „Hand-Haft-Verfahrens“. Räuber und Mörder konnten durch jeden, der sie auf frischer „handhafter“ Tat ertappte, gerichtet werden.

·        Guglöd: Namensklärung: „Gugl“ Name für eine Kugel und kugelförmige Anhöhe, „odt“ steht für ungenutzte, sich selbst überlassene Fläche. Geschichte: 1638 Bau der ersten Glashütte als Nebenstelle von Riedlhütte, dazwischen Einstellung des Betriebs wegen Holzmangel, dann erneuter Bau, 1787 Verlegung der Glashütte nach Neu-Riedlhütte, 1833 von Riedlhütte mit Guglöd an den Staat, Aufteilung der Guglöder Flur in mehrere Parzellen und Verkauf an die Bewohner

 

Gulden Strass

Vom Stadtplatz in Grafenau aus folgt die Gulden Strass der Hauptstraße steil bergauf bis zum Ortsausgang. Bei der Bushaltestelle „Abzweig Feriendorf“ biegt man rechts ein in die „Guldenstraße“, die alsbald hinaus führt aus der Siedlung und als asphaltierter Höhenweg bis Rosenau immer wieder herrliche Ausblicke bietet. Zunächst blickt man noch auf Grafenau mit dem Turm der Pfarrkirche und das malerische Umland. Hinter der Kuppe erstreckt sich dann der Innere Bayerische Wald vor den Augen des Wanderers aus, die Klosterkirche von Sankt Oswald weist den Weg, im Hintergrund erkennt man die Bergkette des Grenzgebirges.

Entlang des Grades führt der Weg sanft hinunter nach Rosenau. Von hier geht es anfangs noch eben dahin auf Flurwegen, dann taucht man ein in herrlichen Mischwald und steigt auf dem historischen, von unzähligen Pferdehufen eingekerbten Hohlweg hinauf nach Sankt Oswald.

Entlang der Ortsstraßen passiert man den Gasthof am Goldenen Steig, das Waldgeschichtliche Museum (von hier noch einmal herrliche Aussicht), ein Hirschgehege und die Klosterkirche. Von der Kuppe hinter dem Pfarrhof sieht man das Waldgebirge des Nationalparks Bayerischer Wald nun schon zum Greifen nahe vor sich liegen. Hoch hinaus ragen der Gipfel des Lusen (mit seiner waldfreien Blockschutthalde) und die zwei Kuppen des Großen und Kleinen Rachels.

Doch zunächst geht es wieder hinab auf schmalen Wiesenpfaden zu den Höfen von Siebenellen, wo man bis zum Waldrand der Landstraße nach Waldhäuser folgen muß. Dann taucht man ein in das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas mit seinen herrlichen Bergmischwäldern. Auf Hohlwegen, Trampelpfaden und breiten Waldwegen wandert man auf der Spur der alten Salzsäumer in leichtem Auf und Ab durch abwechslungsreiche Wälder.

Zunächst geht es durch die sogenannte Randzone des Nationalparks, wo Zeichen forstlicher Eingriffe die hier zum Schutz angrenzender Privatwälder durchgeführten Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen deutlich machen. Nach der historischen Weggabelung der Guldenstraß „an der Handhab“, die von einer Informationstafel erläutert wird, überquert man die Nationalparkstraße. Ab hier gilt die Nationalpark-Philosophie „Natur Natur sein lassen“. Das wilde Durcheinander von Bäumen aller Altersklassen, von Totholz, umgestürzten Baumleichen und knorrigen Wurzeln vermitteln eine urige, wilde Vorstellung von den Urwäldern, die hier einmal wieder entstehen sollen.

Bei der kleinen Enklave Guglöd tritt man kurz aus dem Wald und sieht über Wiesen hinauf zu den Häusern. Eine Informationstafel erzählt von der Geschichte dieser ehemaligen Glashüttensiedlung. Der höhengleiche Damm einer alten Bahnstrecke führt von hier zur Graupsäge, wo man den Bergbach Kleine Ohe überschreitet und auf steinigem Waldweg steil aufwärts steigt zu dem Bergdorf Waldhäuser. Am Rand der Rodungsinsel erreicht man die ersten Berghöfe und steigt auf dem „Goldensteig“ weiter steil hinauf zur Kapelle von Waldhäuser. Hier endet die Markierung der Gulden Strass. Die historische Route ging von Waldhäuser über das Obere Waldhaus auf dem Böhmweg über die Böhmische Grenze nach Bergreichenstein.