Auerwildschutzgebiet

Auerhahn - Vorkommen im Bayerischen Wald
Auerhahn_Bildautor_Karl-Heinz Schindlatz

Das Auerhuhn steht als Symbolvogel des Bayerischen Waldes für Ursprünglichkeit, für längst vergangene Jagdgeschichten, für abgeschiedene Waldgebiete und für das Geheimnisvolle, zugleich ist der größte heimische Waldvogel Mitteleuropas vom Aussterben bedroht.

Die Population des Auerhuhns ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts massiv zurück gegangen. Das Vorkommen im Bayerischen Wald steht vor der Gefahr der Verinselung und vor dem kompletten Aussterben. Der Schutz des Auerhuhns ist daher bei uns fortdauernd erforderlich. Einerseits sind lichte, strukturreiche Wälder, die einen guten Lebensraum bieten, und andererseits die Rücksicht der Erholungssuchenden, vor allem im Winter und in der Aufzuchtszeit, notwendig.

--> Mehr zu Verbreitung, Lebensraum, Lebensweise, Gefährdung und Schutz des Auerhuhns erfahren Sie auf unseren "tierisch wilden" Seiten.

 

Mehr Schutz fürs Auerwild am Arber

Bereits im Jahr 1993 wurde das Auerwildschutzgebiet in den Landkreisen Regen und Cham zwischen Mühlriegel und Kl. Arber ausgewiesen. Das damals 1.830 Hektar große Auerwildschutzgebiet ist als Ausgleich für die ausgewiesene Auerhahnloipe entstanden.

Im Jahr 2015 wurde die Verordnung von den Landratsämtern Cham und Regen überarbeitet. Die Verordnung wurde im Rahmen eines "Runden Tisches" zusammen mit den Unteren Jagdbehörden, den Forst- und Naturschutzbehörden, mit den Naturparken Oberer Bayerischer Wald und Bayerischer Wald, mit den Naturschutzverbänden, den Gemeinden und mit weiteren lokalen Akteuren ausgearbeitet. Die Verordnung lag zur Bürgerbeteilung an den Landratsämtern und an den Gemeinden öffentlich aus. Der Verordnungstext und die dazugehörige Karte können hier eingesehen werden:

Zweck des Wildschutzgebietes ist es, das vor allem durch den nicht gesteuerten Besucherverkehr in seinem Bestand gefährdete Auerwild vor Störungen während des Winters sowie während der Balzzeit und der Brut- und Aufzuchtzeit zu bewahren und damit das Auerwild im Bayerischen Wald zu erhalten.

Das Schutzgebiet hat nun eine Größe von 2.755 Hektar und erstreckt sich vom Mühlriegel über den Kleinen und Großen Arber bis hin zum Bretterschachten. Die Verordnung hat folgende Inhalte:

  • Wegegebot: In diesem Gebiet herrscht in der Zeit von 1. November bis 30. Juni ein striktes Wegegebot. Das Gebiet darf nur auf den markierten Wander- und Radwegen, auf offiziellen Loipen, Schneeschuh- und Skitourentrassen betreten bzw. befahren werden. Somit ist eine Begehung beispielsweise des Wanderweges vom Arbersee durch die Arberseewand hinauf zum Arber nicht erlaubt.
  • Hunde dürfen ganzjährig nur angeleint mitgenommen werden – ausgenommen sind Jagdhunde.
  • Markierung neuer Wege ist zur Erhaltung ausreichender störungsfreier Ruhezonen untersagt.
  • Die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung ist ganzjährig gestattet, ebenso Fischerei und Jagd.

Der Vollzug wird von den Gebietsbetreuern der Naturparke Oberer Bayerischer Wald und Naturpark Bayerischer Wald durchgeführt.

 

Ihr Beitrag

Erholung & Schutz zugleich in der Winterlandschaft des Bayerischen Waldes

Sie können einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Auerwildes leisten, indem Sie auf den markierten Wegen bleiben und nur die gespurten Loipen zum Langlaufen nutzen. Beschränken Sie zudem Ihre Schneeschuhwanderungen und Skitouren auf die als umweltverträglich ausgewiesenen Routen und leinen Sie Ihren Hund grundsätzlich und ganzjährig an. Nehmen Sie Rücksicht und geben Sie Acht auf unseren eindrucksvollsten Waldvogel, damit dieser uns noch lange erhalten bleibt.

Vielen Dank für Ihre Rücksichtsnahme!